Mietpreis-Vergleich: So teuer sind Studentenwohnungen in Unistädten

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Die Finanzen vieler Studenten sehen nicht gerade rosig aus. Größter Kostenpunkt ist bei den Meisten wohl die monatliche Miete für die Studentenwohnung. In rund zwei Dritteln der von Immowelt untersuchten Studentenstädten sind die Mieten weiter nach oben geklettert. Günstig wohnen Studenten vor allem im Osten.

Mietpreise in Unistädten, Student sitzt mit Laptop auf der Coach und sucht online nach billigen Wohnungen, Foto: unsplash/imgix
In manchen Unistädten kann die Suche nach einem passenden Apartment lange dauern. Das liegt vor allem an den hohen Mietpreisen. Foto: unsplash/imgix

Der Geldbeutel leer, der Kühlschrank ebenso – vor allem zum Monatsende, ist das für viele Studenten der Regelfall. Das liegt nicht zuletzt auch an der hohen Mietbelastung, die in einigen Studentenstädten zur echten Herausforderung geworden ist. Wer glaubt, davon seien nur Großstädte betroffen, der irrt. Auch in kleineren Unistädten, wie Heidelberg oder Freiburg, müssen die angehenden Akademiker mit hohen Preisen rechnen. Das zeigt eine Analyse von Immowelt.de, für die, die Mietpreise in 68 ausgewählte Studentenstädten ausgewertet wurden. In die Untersuchung einbezogen wurden ausschließlich kleinere Wohnungen mit einer Wohnfläche von nicht mehr als 40 Quadratmetern und ein bis zwei Zimmern.*

Die Auswertung zeigt: In zwei Dritteln der untersuchten Städte sind kleinere Wohnungen und Studentenapartments im Median teurer geworden. Im Osten und in einigen Städten in Nordrhein-Westfalen lässt es sich jedoch noch günstig wohnen.

Wohnraum in München auch für Studenten kaum bezahlbar

Dass auch Studenten in Metropolen wie München, Berlin oder Frankfurt mit hohen Mietpreisen rechnen müssen, überrascht nicht wirklich. Dabei ist München mit einer monatlichen Miete von 790 Euro im Median die teuerste Studentenstadt Deutschlands. In der auch bei Studenten beliebten bayerischen Landeshauptstadt haben die Mieten noch einmal einen Sprung von 13 Prozent gegenüber 2017 gemacht. Die Problematik teurer Wohnungen verschärft sich dort für Studenten noch dadurch, dass sie auf dem Wohnungsmarkt mit Pendlern um die wenigen kleinen Wohnungen konkurrieren müssen.

Dahinter folgen, allerdings mit deutlichem Abstand, Frankfurt mit 530 Euro (+13 Prozent) und Berlin mit 470 Euro Miete (+15%). In die Reihe der teuersten Studentenstädte reiht sich auch Stuttgart ein. Hier zahlen Studenten 500 Euro Miete im Monat, das macht eine Steigerung von 22 Prozent gegenüber 2017 und ist damit die höchste Mietpreissteigerung im Ranking aller 68 untersuchten Städte. Das liegt vor allem daran, dass in Stuttgart zu wenig kleine, studententaugliche Wohnungen angeboten werden. Neu gebaut werden meist Wohnungen mit mehreren Zimmern, in die dann Paare oder Familie einziehen.

Höchste Steigerungsraten auch bei bislang günstigen Städten

Steigerungsraten von über 10 Prozent bei den Mietpreisen gegenüber 2017, verzeichnen auch Mainz  (+ 11 Prozent), Ulm (+12 Prozent) und Kaiserslautern  (+14 Prozent), allerdings von jeweils sehr unterschiedlichem Niveau aus. Während Mainz mit 420 Euro monatlicher Miete im Median schon langsam zur Gruppe der teuersten Studentenstädte aufschließt, beweget sich Ulm  mit 370 Euro im oberen Mittelfeld und Kaiserslautern mit 250 Euro eher noch im niedrigpreisigen Segment. Diese Entwicklung zeigt jedoch, dass aufgrund der hohen Preise andernorts, zunehmen auch bislang günstige Städte in den Fokus der Studenten rücken.

Kleine Studentenstädte im Süden boomen

Neben den großen Metropolen holen aber auch kleinere Studentenstädte im Süden der Bundesrepublik bei den Mietpreisen stark auf. Neben Mainz bewegen sich auch die monatlichen Mietpreise in Konstanz  (430 Euro), Freiburg (420 Euro) oder Heidelberg (400 Euro) auf vergleichsweise hohem Niveau. Die baden-württembergischen Städte haben renommierte Universitäten und ziehen jedes Semester zahlreiche Studenten an, die einen großen Anteil an der Bevölkerung ausmachen.

Einige bayerische Hochschulstandorte liegen preislich nur knapp dahinter. Dazu zählt Rosenheim mit einer monatlichen Miete von 400 Euro im Median, aber auch Regensburg oder Erlangen. In beiden Städten müssen Studenten 380 Euro für ein Apartment berappen.

Bei anderen bekannten Uni-Städten, wie Ingolstadt, Bamberg  oder Göttingen sind hingegen keine Mietpreisveränderungen zu beobachten. Dort hat das Preisniveau seinen Zenit wohl erreicht und Mieter sind nicht bereit noch mehr zu bezahlen. In Tübingen und Münster sinken die Preise sogar um drei, beziehungsweise fünf Prozent.

Günstige Mieten in Nordrhein-Westfalen und im Osten

Am günstigsten kommen Studenten im Osten und im tiefen Westen der Republik weg. In Magdeburg zahlen sie im Median nur 220 Euro Miete, in Cottbus und Chemnitz sogar nur 190 Euro. Gleiches gilt auch für die Großstädte Leipzig mit 250 Euro Miete im Median und dem attraktiven, aber nur wenig teureren Dresden, wo Studenten 270 Euro bezahlen.

Sieht man von den hochpreisigen Metropolen Köln und Düsseldorf einmal ab, können Studenten auch in Nordrhein-Westfalen billig wohnen. In Siegen, Iserlohn, Wuppertal und Gelsenkirchen befinden sich die Mietpreise nicht über 250 Euro im Median.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie können Sie als pdf herunterladen.

*Berechnungsgrundlage
Datenbasis für die Berechnung der Mieten in 68 ausgewählten deutschen Universitätsstädten waren 90.000 auf immowelt.de inserierte Angebote mit einer Wohnfläche von bis zu 40 Quadratmetern und 1 bis 2 Zimmern. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils 2017 und 2018 angebotene Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

07.02.2019


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