Immobilienstandort Frankfurt profitiert von Brexit-Unsicherheit

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Die Unstimmigkeiten der britischen Regierung beim Brexit-Deal sorgen in der ganzen EU für Unsicherheit. Das schlägt sich auch auf die Immobilienbranche nieder. Eine Auswertung der Miet- und Kaufpreise der letzten Jahre zeigt, wie die Metropole Frankfurt am Main davon profitiert.

Brexit, Frankfurt am Main, Foto: Jan-Philipp Thiele/unsplash.com
Der Ausstieg Großbritanniens aus der EU sorgt für viele Unsicherheiten. Der Immobilienstandort Frankfurt profitiert jedoch von der derzeitigen Situation. Foto: Jan-Philipp Thiele/unsplash.com

Deal or no deal heißt es zurzeit in der britischen Regierung. Ob es einen harten oder weichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union geben wird, hat Auswirkungen auf die Wirtschaft aller Mitgliedstaaten. Doch nicht nur negative. So profitiert momentan beispielsweise der Immobilienstandort Frankfurt am Main davon.

Denn die Finanzbranche reagiert schon seit einiger Zeit auf die Entwicklungen in Großbritannien und verlagert Arbeitsplätze und Niederlassungen vom Inselstaat vor allem Richtung der deutschen Bankenmetropole. Laut Information der Finanzaufsicht Bafin haben 45 Banken und Finanzdienstleister ihre Präsenz in Frankfurt am Main gesteigert und zahlreiche neue Jobs geschaffen.

Brexit führt zu steigenden Immobilienpreisen in Frankfurt

Das hat gleichzeitig Auswirkungen auf den ohnehin schon angespannten Immobilienstandort Frankfurt. Der Kaufpreis pro Quadratmeter stieg seit 2016 von 3.720 Euro auf 4.430 Euro im Median – ein Anstieg von immerhin 19 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Analyse von immowelt.de.* Doch nicht nur die Kaufpreise stiegen – auch die Mietpreise kletterten im gleichen Zeitraum nach oben: von 12,50 Euro auf 13,90 Euro pro Quadratmeter. Das bedeutet eine Zunahme von elf Prozent.

„Die angespannte Situation auf dem Immobilienmarkt in Frankfurt spitzt sich weiter zu. Der Zuzug seit der Brexit-Entscheidung hat die Preise in Frankfurt zusätzlich in die Höhe getrieben. Die aktuelle Unsicherheit wird diese Entwicklung noch weiter vorantreiben“, sagt Immowelt-CFO Ulrich Gros. Er geht von einem weiteren Anstieg der Immobilienpreise aus. „Nur neue Wohnungen in der Mainmetropole können Entlastung bringen, um diese Kostensteigerung zu begrenzen“, erklärt Gros. Aber selbst Neubau wird wohl nicht verhindern, dass Frankfurt als zweitteuerster Immobilienstandort mit Abstand auf Deutschlands Spitzenreiter München (7.140 Euro Kaufpreis pro Quadratmeter) in den kommenden Jahren verringern wird.

*Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Kauf- und Mietpreise (Nettokaltmieten bei Neuvermietung) waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben jeweils den Median der zwischen 2016 und 2018 angebotenen Häuser und Wohnungen wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

 

17.01.2019


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