Studie: Nachfrage nach Kaufimmobilien sinkt

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Immobilienprofis beobachten eine Abkühlung am Immobilienmarkt. Noch laufen die Geschäfte zwar gut, doch die Erwartungen trüben sich ein. Das ergab der aktuelle Immobilien-Konjunktur-Index von immowelt.de.

Immobilienmarkt, Nachfrage, 2018, Foto: elexeneize / stock.adobe.com
Die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren wie etwa hier in der Hamburger Hafencity deutlich gestiegen. Profis beobachten inzwischen jedoch eine leichte Abkühlung des Immobilienmarktes. Foto: elexeneize / stock.adobe.com

Immobilienprofis rechnen für die Zukunft mit einer Abschwächung des Interesses an Kaufimmobilien. Das ergab der Immowelt Immobilien-Konjunktur-Index (IKI) Jahresbericht 2018*. Der Index betrachtet aktuelle Lage sowie das Angebots- und Nachfrageklima in Teilindizes, um die aktuelle Lage und die Zukunftserwartung von Immobilienprofis zu messen.

Demnach sehen Immobilienprofis insbesondere bei der Nachfrage eine Abkühlung. Der Nachfrageindex als Teilindex des IKI sank auf 95,2 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im zweiten Quartal 2011. Der Nachfrageindex besteht dabei aus zwei Komponenten: die aktuelle Nachfrage und die Nachfrageerwartung für die kommenden Monate. Dabei ist der Indexwert für die Zukunftserwartung mit 92,5 Punkten deutlich niedriger als der der aktuellen Marktlage mit 97,9 Punkten.

2018 noch gutes Jahr

Hinsichtlich des Gesamtmarktes betrachtet die Immobilienbrache 2018 allerdings noch als gutes Jahr. Der gesamte Immobilien-Konjunktur Index lag im Jahresmittel bei 100,5 Punkten, fiel im vierten Quartal jedoch unter die 100-Punkte-Marke. Und bei der Geschäftserwartung für die Zukunft zeichnet sich eine deutliche Verschlechterung ab. Möglicherweise spiegelt das die Sorge mancher Immobilienprofis über die mögliche Einführung des Bestellerprinzips für Kaufimmobilien wider. Manche Makler mögen auch Zweifel darüber haben, ob die von Verkäufern geforderten Preise vom Markt noch angenommen werden.

Preise steigen nur noch moderat

In Großstädten stiegen die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren stark an. So lagen die Steigerungsraten im Zeitraum zwischen 2011 und 2018 in Hamburg bei 72, in München bei 104 und in Berlin bei 125 Prozent. Die Folge: Kaufinteressenten mit mittlerem Einkommen finden kaum noch gute Objekte zu moderaten Preisen, sodass Immobilien trotz der niedrigen Zinsen für große Teile der Bevölkerung kaum noch leistbar sind. Nach Einschätzung von Immobilienprofis wird sich die Preissteigerung deshalb verlangsamen – der entsprechende Teilindex hinsichtlich der Erwartungen liegt bei nur noch 95,2 Punkten.

Und auch die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank beeinflusst die Nachfrage: Eine mögliche straffere Zinspolitik könnte die Nachfragesituation weiter absacken lassen. Dann müssten sich Immobilienprofis auf längere Abschlusszeiten und härtere Preisverhandlungen einstellen.

*  Der Immobilien-Konjunktur-Index von Immowelt ist ein Indikator für die Stimmungslage in der Immobilienwirtschaft und bildet, wie andere Konjunktur-Indizes auch, das Verhältnis zwischen Lageeinschätzung (letzte drei Monate bis Befragungszeitpunkt) und Zukunftserwartungen für die folgenden sechs Monate ab. Zusätzlich werden Teilindizes für das Angebot und die Nachfrage bei Wohnimmobilien gebildet. Nicht Teil des Gesamtindexes sind Lageeinschätzung und Erwartung zur Preisentwicklung bei Miet- und Kaufimmobilien. Die Befragung findet im Immobilien-Professional-Panel statt, das von der Immowelt AG betrieben wird.
Der Immobilien-Konjunktur-Index wird quartalsweise als Bericht auf immowelt-research.de kostenlos veröffentlicht. Bei ungewöhnlichen Entwicklungen werden die reinen Ergebnisdarstellungen durch analytische Einordnungen begleitet. Ein Jahresbericht steht mit Beginn des jeweiligen Kalenderjahres zur Verfügung.

Die ausführlicheren Ergebnisse des Immobilien-Konjunktur-Indexes können Sie hier herunterladen.

17.01.2019


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