Mietpreisbremse versagt: Immobilienprofis würden sie gern wieder abschaffen

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Die Mietpreisbremse gehört abgeschafft – so sieht es zumindest die Mehrheit der Immobilienprofis laut dem Marktmonitor Immobilien 2018, einer Studie von immowelt.de. Auch der von der Bundesregierung beschlossenen Verschärfung stehen die Makler skeptisch gegenüber.

Die Mietpreisbremse hat versagt – so die Sichtweise vieler Immobilienprofis. Das ist das Ergebnis aus dem Marktmonitor Immobilien (MMI) 2018, einer Studie von immowelt.de, die erstmalig in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Bertram Steininger vom KTH Royal Institute of Technology in Stockholm durchgeführt wurde*. Laut dieser Studie sind sogar weit über die Hälfte (63 Prozent) der Makler dafür, das Gesetz zur Mietpreisbremse wieder komplett abzuschaffen. Lediglich zwei Prozent der Befragten gaben an, dass sie mit der Mietpreisbremse zufrieden sind, wie sie ist. Der Rest wünscht sich zumindest eine inhaltliche Veränderung. Etwa 22 Prozent fordert beispielsweise einfachere und klarere Regelungen. Acht Prozent würden das Gesetz gern gelockert sehen, weitere fünf Prozent jedoch lieber verschärft.

Mietpreisbremse fördere die Falschen

Grund für die überwiegend ablehnende Haltung der Immobilienprofis der Mietpreisbremse gegenüber ist, dass ihrer Meinung nach die Falschen von ihr profitieren: Für 42 Prozent der Makler sind Mieter mit hohem Einkommen die Gewinner des Gesetzes. Weil die Mietpreisbremse bei Neubauten und modernisierten Wohnungen aber gar nicht greift, können sich Geringverdiener die hohen Mieten in diesen Wohnungen weiterhin nicht leisten. Mehr als ein Drittel der Immobilienprofis (36 Prozent) sehen auch deshalb in den Geringverdienern die Verlierer der Mietpreisbremse.

Zweifel an der Verschärfung der Mietpreisbremse

Um die Wirkung der Mietpreisbremse zu erhöhen, beschloss die Bundesregierung im vergangenen Jahr eine Verschärfung. In Kraft traten die neuen Regelungen am 1. Januar 2019.

Link-Tipp

Was sich mit der Verschärfung der Mietpreisbremse alles ändert, können Sie hier nachlesen.

Doch dass die neuen Regelungen die erhoffte Wirkung bringen, daran zweifeln die meisten der Makler. So sind Dreiviertel der Befragten skeptisch, ob sich die Markttransparenz für die Mieter durch die Verschärfung tatsächlich verbessern wird. 83 Prozent glauben zudem, dass die Vermieter zu stark reglementiert werden. Viele (77 Prozent) befürchten, dass die Qualität der Mietwohnungen aufgrund der Verschärfung sinken wird, da sich für Eigentümer Investitionen in Renovierungsarbeiten weniger rentieren. Lediglich 16 Prozent der befragten Immobilienprofis glauben, dass der Mietanstieg durch die angepassten Regelungen merklich gebremst werden kann.

Ausführliche Ergebnisgrafiken stehen hier zum Download bereit.

*  Der Marktmonitor Immobilen 2018 ist eine repräsentative Studie von immowelt.de in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bertram Steininger vom KTH Royal Institute of Technology in Stockholm. Die Daten für die Studie wurden innerhalb des Immobilien-Professional-Panels (IPP) der Immowelt erhoben, an dem ausschließlich Fachleute aus der Immobilienwirtschaft teilnehmen. Befragt wurden 315 zufällig ausgewählte Makler, Bauträger und weitere Immobilienspezialisten in Deutschland (Befragungszeitraum: 28. September bis 10. Oktober 2018).

15.01.2019


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