Mittelstädte: Miet- und Kaufpreise im Süden am teuersten, im Osten am günstigsten

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Die Kauf- und Mietpreise für Wohnungen sind in deutschen Mittelstädten sehr unterschiedlich. Im Süden wohnt es sich im Schnitt am teuersten, im Osten der Republik und in Teilen Nordrhein-Westfalens lebt es sich deutlich günstiger.

Kaufpreise, Mietpreise, Immobilienpreise Mittelstädte, Foto: borisb17/fotolia.com
Die Kauf- und Mietpreise sind in den südlichen Mittelstädten im Schnitt am teuersten. Foto: borisb17/fotolia.com

In vielen deutschen Großstädten ist das Wohnen für einen großen Teil der Bevölkerung inzwischen fast unbezahlbar geworden. Doch auch deutsche Mittelstädte haben teilweise ein sehr hohes Preisniveau bei den Mieten und für Wohneigentum erreicht. Das gilt insbesondere für Städte im Süden Deutschlands. Das ist das Ergebnis einer Analyse von immowelt.de*, für die die Miet- und Kaufpreise der insgesamt 111 deutschen Städte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern untersucht wurden.

Höchste Mieten und Kaufpreise in Konstanz

Die teuerste deutsche Mittelstadt ist dabei Konstanz (Baden-Württemberg). Im Schnitt  müssen Käufer hier 4.550 Euro pro Quadratmeter investieren, die Kaltmieten belaufen sich im Mittel auf 12,10 Euro. Gründe: die begehrte Lage am Bodensee, eine angesehene Universität und zahlreiche Arbeitsplätze im Wissenschaftssektor. Besonders teuer ist Konstanz für Investoren: Der Mietmultiplikator, der aussagt, wie viele Jahresbruttomieten man für eine Immobilie investieren muss, liegt bei mehr als der 31-fachen Jahresmiete.

Noch höher ist dieser Mietmultiplikator lediglich in zwei weiteren Städten: Rosenheim und Landshut (beides Bayern). Die Kaufpreise belaufen sich hier auf rund 4.290 Euro beziehungsweise 3.950 Euro pro Quadratmeter, während Mieter jeweils etwa 10 Euro kalt pro Quadratmeter monatlich ausgeben müssen. Ein Grund für das jeweils hohe Preisniveau dürfte auch in der pendelbaren Nähe zu München zu finden sein.

Bayern und Baden-Württemberg dominieren Preis-Top-10

Insgesamt finden sich im Ranking in den Top 10 fast ausschließlich Städte in Bayern und Baden-Württemberg. Einzige Ausnahme: das hessische Bad Homburg. Hier zahlen Käufer im Schnitt 3.830 Euro pro Quadratmeter, die Mieten liegen um die 11,50 Euro. Das hohe Preisniveau liegt auch dort an der Nähe zu einer großen Metropole – der Finanzplatz Frankfurt am Main ist nur etwa 20 Kilometer entfernt.

Am günstigsten: Mittelstädte im Osten

Auch das andere Ende des Rankings bietet ein überwiegend einheitliches Bild. Die günstigsten Städte finden sich überwiegend im Osten. Dabei ist Plauen (Sachsen) die Stadt mit den niedrigsten Kaufpreisen. Nur 490 Euro kostet ein Quadratmeter Wohneigentum im Schnitt. Und auch die Plauener Mieten sind mit 4,50 Euro vergleichsweise billig.

Viele weitere Städte im Osten, wie etwa Görlitz, Zwickau (beide Sachsen), Gera (Thüringen) oder Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) sind ausgesprochen preiswert. Die Kaufpreise liegen hier bei höchstens 830 Euro pro Quadratmeter, die Mieten bei 5,60 Euro.

Nur wenige Mittelstädte im Osten sind dagegen höherpreisig. Zum Beispiel Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern). In der Universitätsstadt an der Ostsee kostet Wohneigentum pro Quadratmeter 2.020 Euro, die Durchschnittsmiete liegt bei 8,40 Euro.

Doch nicht nur in den neuen Bundesländern, auch in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen finden sich preiswerte Städte. So liegen die Miet- und Kaufpreise in Goslar, Hameln (beide Niedersachsen), Arnsberg oder Menden im Sauerland (beide Nordrhein-Westfalen) am unteren Ende der Preisskala.

Download

Ausführliche Ergebnisse der Preisanalyse stehen hier zum kostenfreien Download zur Verfügung.

* Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Miet- und Kaufpreise in den 111 deutschen Mittelstädten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern waren 147.200 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der in den ersten drei Quartalen 2018 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung.

04.12.2018


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1 Kommentar

Hausknecht am 14.12.2018 18:54

Man muss schon genau hinsehen, denn Plauen ist von der Mietrendite her fast bei 11%.

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