4 von 10 Maklern halten das Baukindergeld für sinnlos

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Das neu geschaffene Baukindergeld soll Familien mit Kindern den Weg ins Eigenheim erleichtern – und wurde vielerseits als großer Wurf gefeiert. Doch laut einer aktuellen Studie halten es vier von zehn Immobilienprofis für sinnlos. Das sind die häufigsten Kritikpunkte.

Viele Familien haben das neue Baukindergeld begrüßt: Bis Ende Oktober hatte die KfW bereits 30.000 Antrage erhalten. Doch den finanziellen Anschub für den Weg ins Eigenheim beäugt die Immobilienbranche eher skeptisch: Vier von zehn Immobilienprofis (39 Prozent) halten das Baukindergeld für nicht sinnvoll. Das zeigt der aktuelle Marktmonitor Immobilien (MMI).*

Hauptkritik: Es gibt bessere Lösungen

Kritikpunkte am Baukindergeld nennen die Immobilienmakler viele. Das sind die häufigsten Argumente:

  • Das Problem der hohen Kosten für Wohneigentum ließe sich besser und effektiver lösen. Dieser Meinung ist die Mehrheit der Kritiker (54 Prozent).
  • Das Baukindergeld führt nur zu Mitnahmeeffekten und die Förderung wird auf die Immobilienpreise aufgeschlagen – das sagt knapp die Hälfte (49 Prozent).
  • Regionale Unterschiede bei Wohnraumbedarf und Immobilienpreisen werden nicht berücksichtigt (41 Prozent).

Letzteren Punkt untermauert auch eine aktuelle Preisanalyse von immowelt.de in allen deutschen Stadt- und Landkreisen. Insbesondere für Familien in den ostdeutschen Bundesländern und strukturschwachen Regionen wie dem nordöstlichen Bayern ist das Baukindergeld eine wirkliche Unterstützung – in den Metropolen und Ballungszentren ist die Förderung mehr ein Tropfen auf den heißen Stein.

Alternativen zum Baukindergeld

Als andere oder zusätzliche Maßnahmen zum Baukindergeld empfehlen die Immobilienprofis am häufigsten die Senkung der Kaufnebenkosten (77 Prozent). Insbesondere die Grunderwerbsteuer ist in vielen Bundesländern ein Kostentreiber, da sie je nach Bundesland mit 3,5 bis 6,5 des Kaufpreises zu Buche schlägt. Weitere häufig genannte Alternativen sind vereinfachte Baugenehmigungsverfahren (69 Prozent) oder die Ausweisung von neuem Bauland (64 Prozent).

Link-Tipp

Rückwirkend zum 1. Januar 2018 können Familien mit Kindern das Baukindergeld beantragen und jährlich 12.000 Euro pro Sprössling bekommen.

Was es dabei zu beachten gibt, lesen Sie in unserem Ratgeber: Baukindergeld 2018: Wer es bekommt, wie viel es gibt und was die Voraussetzungen sind.

*Zum Marktmonitor Immobilien:
Der Marktmonitor Immobilen 2018 ist eine repräsentative Studie von immowelt.de in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bertram Steininger vom KTH Royal Institute of Technology in Stockholm. Die Daten für die Studie wurden innerhalb des Immobilien-Professional-Panels (IPP) der Immowelt erhoben, an dem ausschließlich Fachleute aus der Immobilienwirtschaft teilnehmen. Befragt wurden 315 zufällig ausgewählte Makler, Bauträger und weitere Immobilienspezialisten in Deutschland (Befragungszeitraum: 28. September bis 10. Oktober 2018).

27.11.2018


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