Erwartete Zinserhöhungen: Immobilienprofis sehen kaum Auswirkungen auf Kaufpreise

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Die Bauzinsen werden nach Einschätzung der meisten Immobilienprofis im kommenden Jahr moderat steigen. Dies wird aber kaum Auswirkungen auf Preise und Nachfragesituation am Immobilienmarkt haben, ergab der Marktmonitor Immobilien (MMI) 2018, eine Studie von immowelt.de.

Die Zeit der absoluten Niedrigzinsen dürfte bald vorbei sein. Ab 2019 will die Europäische Zentralbank (EZB) keine Anleihen mehr kaufen. Rund 80 Prozent der Immobilienprofis erwarten eine Erhöhung der Leitzinsen. Da der Leitzins maßgebend die Geld- und Kreditmärkte beeinflusst, dürften dann auch die Zinsen für Immobiliendarlehen steigen. Das ist das Ergebnis der Studie Marktmonitor Immobilien (MMI) 2018 von immowelt.de, die in diesem Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit Professor Dr. Bertram Steininger vom KTH Royal Institute of Technology in Stockholm erstellt wurde.

Mehrheit der Makler erwartet 2019 moderate Leitzinserhöhung

Die Hälfte der befragten Immobilienprofis geht von einer leichten Erhöhung des Leitzinses bis unter 0,25 Prozent aus, etwa ein Viertel erwartet eine Erhöhung zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Mit einem noch stärkeren Anstieg der EZB-Leitzinsen rechnen nur vier Prozent der Befragten. 20 Prozent der Studienteilnehmer erwarten dagegen, dass es 2019 keine Leitzinserhöhung geben wird.

Moderat steigende Zinsen: Keine Auswirkungen auf Preisentwicklung

Doch auch dann, wenn mit den mehrheitlich erwarteten moderat steigenden Leitzinsen auch Baugeld teurer würde, ist mit keinen größeren Auswirkungen auf dem Immobilienmarkt zu rechnen, meinen die Profis: 63 Prozent von ihnen glauben sogar, dass sich an den Immobilienpreisen gar nichts ändern werde. Lediglich die Vermarktungsdauer könnte sich nach Ansicht etwa eines Drittels der befragten Profis verlängern und 20 Prozent der Profis erwarten sinkende Abschlusszahlen.

Kurzfristig höhere Nachfrage nach selbstgenutztem Wohneigentum möglich

Am ehesten dürften sich Zinserhöhungen noch auf die Nachfrage privater Käufer auswirken – und zwar dahingehend, dass diese kurzzeitig noch weiter ansteigen wird. Denn spürbar steigende Zinsen dürften dazu führen, dass so mancher Kaufwillige noch schnell eine Immobilie ergattern will. Das prognostizieren immerhin 53 Prozent der Immobilienprofis. In wesentlich geringerem Umfang erwarten die Immobilienfachleute ähnliche Torschlusspanik-Effekte bei privaten Kapitalanlegern (24 Prozent) und gewerblichen Kapitalanlegern (16 Prozent).

Stärkere Zinserhöhung könnte Preisentwicklung dämpfen

Eine größere Leitzinserhöhung, als die von den Marktteilnehmern erwartete, dürfte allerdings die Preissteigerungen am Immobilienmarkt bremsen. Dies ergab bereits vor einigen Monaten die Immowelt-Preisprognose . Dafür wurden die Preise von Eigentumswohnungen bis 2020 in Abhängigkeit von den Zinsen vorausberechnet. Ein Zinsanstieg um 0,5 Prozent hätte zur Folge, dass die Zinsen für einen Wohnbaukredit mit fünf bis zehn Jahren Laufzeit auf rund zwei Prozent steigen würden. Würde ein solches Szenario bis 2020 eintreten, verlangsamten sich die Preissteigerungen. Ein Stillstand würde laut der Prognose erst bei einem Zinssatz von etwa drei Prozent eintreten. Hierfür müsste die EZB aber erheblich an der Zinsschraube drehen.

Über den Marktmonitor Immobilien 2018:

Der Marktmonitor Immobilen 2018 ist eine repräsentative Studie von immowelt.de in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bertram Steininger vom KTH Royal Institute of Technology in Stockholm. Die Daten für die Studie wurden innerhalb des Immobilien-Professional-Panels (IPP) der Immowelt erhoben, an dem ausschließlich Fachleute aus der Immobilienwirtschaft teilnehmen. Befragt wurden 315 zufällig ausgewählte Makler, Bauträger und andere Immobilienspezialisten in ganz Deutschland (Befragungszeitraum: 28. September bis zum 10. Oktober 2018).

Ausführliche Ergebnisgrafiken stehen hier zum Download bereit.

Der Marktmonitor Immobilien 2018 kann ab sofort hier heruntergeladen werden: www.marktmonitor-immobilien.de

15.11.2018


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