10-Jahres-Vergleich: Mieten in Westdeutschland um bis zu 65 Prozent gestiegen

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Der Zehn-Jahresvergleich von immowelt.de zeigt: Die Mieten steigen auch in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinlandpfalz und im Saarland – teilweise um bis zu 65 Prozent. Während Frankfurt und Mainz zu den teuersten Pflastern gehören, gibt es in 84 von 115 Stadt- und Landkreisen noch ein moderates Preisniveau.

10-Jahres-Vergleich, Mietpreise, Westen, Deutschland, Foto: parallel_dream/fotolia.com
Wer in Mainz eine Wohnung sucht, muss heute 11,50 Euro pro Quadratmeter zahlen. Das sind 42 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Foto: parallel_dream/fotolia.com

Mietpreise in und um München, Berlin oder Hamburg steigen und steigen. Aber auch abseits dieser Ballungsräume gehen die Mieten immer weiter in die Höhe: In den westlichen Bundesländern haben sich diese innerhalb von zehn Jahren um bis zu 65 Prozent erhöht. Das ergab der 10-Jahresvergleich von immowelt.de*. Vor allem in den hessischen und rheinland-pfälzischen Städten und Kreisen, die bislang ein niedriges Preisniveau hatten, sind die Mieten gestiegen: Einen besonders großen Sprung von 65 Prozent haben sie im Westerwaldkreis gemacht. Vor zehn Jahren kostete der Quadratmeter im Median 4,60 Euro Miete im Monat, inzwischen sind es 7,60 Euro. Aber auch in Kassel zogen die Mietpreise stark an – aktuell liegen die Angebotsmieten bei 7,80 Euro pro Quadratmeter und somit 59 Prozent über dem Wert des Jahres 2008. Das Preisniveau war vor zehn Jahren relativ niedrig und auch heute sind die die Mieten im geografischen im Westen trotz der Steigerungen größtenteils noch moderat. So liegen in 84 von 115 untersuchten Stadt- und Landkreisen die Kaltmieten aktuell unter acht Euro.

Günstige Studentenbude? Von wegen!

In Hochschulstädten, Metropolen und deren umliegende Landkreise müssen Mieter tiefer in die Tasche greifen. So kostet der Quadratmeter im Hochtaunuskreis elf Euro pro Monat und Quadratmeter, im Main-Taunus-Kreis sind es 10,70 Euro. Besonders teuer wird’s in Frankfurt (13,80 Euro) oder in Mainz mit 11,50 Euro. In diesen beiden Städten sind die Preise im Vergleich zu 2008 jeweils um 42 Prozent gestiegen. Aber auch in Köln gingen die Mieten innerhalb der vergangenen zehn Jahren nach oben: um 30 Prozent auf 10,70 Euro. Verglichen mit Berlin ist dieser Anstieg allerdings moderat. Denn in der Hauptstadt gab es eine Preisexplosion von 104 Prozent. Zum Vergleich: Münchens Mietpreise sind um 61 Prozent nach oben geschnellt. Hier kostet der Quadratmeter 17,60 Euro – ein Preis, an den die NRW-Städte nicht heranreichen. Warum die Preise in der Metropolregion Rhein-Ruhr aber nicht stärker steigen, liegt auch an der dichten Besiedelung. Denn ist einem Mieter beispielsweise Köln zu teuer, findet er bereits ein paar Kilometer weiter günstige Alternativen.

Es geht auch günstiger: Kusel und Höxter

Trotz der Mietpreissteigerung im Westen Deutschlands, gibt es auch zahlreiche Regionen, die fast gleichbleibende Mieten aufweisen. Dies ist in 12 der 115 untersuchten Stadt- und Landkreise der Fall. Hier stiegen die Mieten gleich oder weniger stark als die Inflation von 15 Prozent seit 2008. Wer im Landkreis Kusel eine Mietwohnung sucht, zahlt heute sogar acht Prozent weniger als vor zehn Jahren: 4,60 Euro kostet hier der Quadratmeter. Der Landkreis ist somit die günstigste der untersuchten Regionen.

Eine detaillierte Auflistung der Mietpreissteigerung der einzelnen Städte finden Sie hier.

*Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in 115 ausgewählten Stadt- und Landkreisen in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland waren alle auf immowelt.de inserierten Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils im 1. Halbjahr 2008 und 2018 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

23.10.2018


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