Fünfjahresvergleich: So stark stiegen die Mieten unter der GroKo

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Seit der ersten Legislaturperiode der Großen Koalition sind die Mieten in 79 von 80 Städten gestiegen. Mancherorts müssen Mieter heute im Vergleich zu 2013 anderthalbmal so viel zahlen. In einer Stadt jedoch sanken die Mietpreise.

Wenn sich diesen Freitag die Regierung mit Vertretern der Länder und Kommunen zum Wohnbaugipfel trifft, sind Themen wie die Mietpreisbremse, die Steigerung der Neubautätigkeit und die Baukostensenkung an der Tagesordnung. Seit dem Beginn ihrer gemeinsamen Regierungszeit im Jahr 2013 fördert die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD bezahlbares Wohnen in Deutschland. Doch mit welchem Erfolg? Eine Marktanalyse von immowelt.de* zeigt, dass sich in den vergangenen fünf Jahren unter der GroKo die Mietpreise zum Teil horrend gesteigert haben. Von den untersuchten 80 größten Städten Deutschlands ist 79 die Miete gestiegen.

Große Preissprünge quer durch Deutschland

Am deutlichsten stieg die Miete innerhalb der vergangenen fünf Jahre in der Hauptstadt Berlin. Dort zahlen Mieter mittlerweile 52 Prozent mehr als noch vor der GroKo. Die Quadratmeterpreise haben sich von 7,50 Euro auf 11,40 Euro erhöht.

Auch in Augsburg zogen die Mietpreise mit 40 Prozent seit 2013 stark an. Dicht gefolgt von München mit einem Preisanstieg von 35 Prozent. Das Preisniveau der bayerischen Landeshauptstadt liegt weiterhin deutlich über allen anderen deutschen Städten. Für den Quadratmeter muss der Münchner zurzeit 17,90 Euro zahlen.

Generell gibt es kaum regionalen Tendenzen, wo die Preise am stärksten steigen. Leichte Tendenzen kann man dagegen bei den Städten am anderen Ende des Spektrums erkennen: Lediglich in einzelnen Städten in Ostdeutschland, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen liegen die Mietpreissteigerungen unter zehn Prozent. In Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) sind die Mieten seit 2013 sogar um acht Prozent gefallen. In Chemnitz (Sachsen) sind die Mieten mit 5,00 Euro den Quadratmeter derzeit am niedrigsten. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre sind die Mieten dort auch nur um vier Prozent gestiegen. Ähnlich sieht es in Remscheid, Jena, Salzgitter und Siegen aus – dort gab es einen Preisanstieg von sechs Prozent.

Fünfjahresvergleich Mieten, Grafik: immowelt.de
Grafik: immowelt.de
Download

Die ausführlichen Ergebnisse der Marktanalyse über die Entwicklung der Mietpreise unter der Großen Koalition können Sie hier kostenfrei herunterladen.

* Berechnungsrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 80 Großstädten über 100.000 Einwohnern waren 286.300 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils im 1. Halbjahr 2013 und 2018 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

19.09.2018


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