10-Jahresvergleich: Mieten in deutschen Großstädten explodieren

Lesermeinungen:  

(1)

Die Mieten in den 14 größten Städten steigen rasant. In der Hauptstadt zahlen die Mieter sogar mehr als doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Doch es gibt auch Städte, wo die Preise nur wenig stiegen.

10-Jahresvergleich Mietpreise Großstädte, Berlin, Prenzlauer Berg, Foto: Flo Karr/unsplash.com
Die Mieten in Berlin stiegen in den vergangenen zehn Jahren um 104 Prozent an. Auch hier im Prenzlauer Berg müssen Mieter tiefer in die Taschen greifen. Foto: Flo Karr/unsplash.com

Berlin wird teurer und teurer. Während es 2008 noch mit 5,60 Euro je Quadratmeter am günstigeren Ende der Preisskala lag, müssen Mieter dort heute 11,40 Euro im Median zahlen. Das ist eine Preissteigerung von 104 Prozent. Die Hauptstadt liegt damit auf Platz fünf der teuersten Mieten in den 14 größten deutschen Städten – hinter München (17,90 Euro je Quadratmeter), Frankfurt a.M. (13,80 Euro), Stuttgart (12,30 Euro) und Hamburg (11,90 Euro). Das ergab eine Marktanalyse von immowelt.de*, in der die Mietpreise aller 14 deutschen Städte mit über 500.000 Einwohnern verglichen wurden.

Kaum noch freie Immobilien in München und Nürnberg

München führt die Liste nach wie vor an und hat in den vergangenen zehn Jahren eine Preissteigerung von 61 Prozent erlebt. Doch nicht nur die Miete erreicht in der bayrischen Landeshauptstadt Spitzenwerte: Der Anteil der leerstehenden Immobilien ist niedriger als in allen anderen untersuchten Städten und geht auf die null Prozent zu. Der Mietmarkt ist in München also nahezu leergefegt.

Ähnlich sieht es in der Frankenmetropole Nürnberg aus. Auch dort wird es immer schwerer, eine Wohnung zu finden: Der Leerstand liegt dort unter einem Prozent. Das treibt natürlich die Preise nach oben. Nürnberg belegt mit 54 Prozent Platz 3 hinter Berlin und München bei der prozentualen Mietpreissteigerung innerhalb der vergangenen zehn Jahre. Seit 2008 verteuerte sich die Miete in der mittelfränkischen Hauptstadt von 6,50 Euro auf 10 Euro.

Ostdeutschland und Ruhrpott mit geringeren Preissteigerungen

Doch nicht überall steigen die Mietpreise so rasant. In Ostdeutschland und auch im Ruhrgebiet sind eher mäßige Preissteigerungen zu verzeichnen. In Leipzig, Dresden und Dortmund müssen Mieter gut ein Drittel mehr bezahlen als noch 2008. Den geringsten Anstieg kann die Ruhrpott-Stadt Essen verbuchen: Dort kostet die Miete 21 Prozent mehr als vor zehn Jahren.

Stadt1. Halbjahr 20081. Halbjahr 2018Veränderung 2008 zu 2018
Berlin5,60 €11,40 €104 %
München11,10 €17,90 €61 %
Nürnberg6,50 €10,00 €54 %
Hannover5,80 €8,80 €52 %
Hamburg8,00 €11,90 €49 %
Frankfurt a.M.9,70 €13,80 €42 %
Stuttgart8,70 €12,30 €41 %
Düsseldorf7,50 €10,20 €36 %
Dortmund5,20 €7,00 €35 %
Dresden5,50 €7,40 €35 %
Leipzig4,80 €6,50 €35 %
Bremen6,20 €8,20 €32 %
Köln8,20 €10,70 €30 %
Essen5,60 €6,80 €21 %

 

* Berechnungsrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 14 deutschen Städten über 500.000 Einwohnern waren 250.000 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils im 1. Halbjahr 2008 und 2018 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

23.08.2018


Ihre Meinung zählt

(1)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
1
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Mietpreise

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben