10-Jahresvergleich: So unterschiedlich veränderten sich die Mietpreise in Ostdeutschland

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Auf dem Land wird’s leerer und die Städte immer voller – das lässt in den Ballungszentren Ostdeutschlands die Mieten in die Höhe schießen. Im ländlichen Raum sieht es dagegen ganz anders aus.

In Berlin haben sich die Mieten in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Foto: JFL Photography/fotolia.com

Die Landflucht in Ostdeutschland spiegelt sich auch in den Mietpreisen deutlich wider. Während die Mieten in den Ballungszentren sich in den vergangenen zehn Jahren zum Teil sogar verdoppelt haben, blieben sie in den ländlichen Regionen auf nahezu unverändertem Niveau. Das zeigt eine Analyse von immowelt.de*, für die die Kaltmieten der vergangenen Dekade in allen Stadt- und Landkreisen der ostdeutschen Bundesländer untersucht wurden.

Hauptstadt legt am deutlichsten zu

Insbesondere Berlin hat einen starken Preisanstieg zu verzeichnen. Satte 104 Prozent müssen Mieter der Hauptstadt heute mehr bezahlen als noch vor zehn Jahren. Der Quadratmeter kostet aktuell im Median 11,40 Euro. Auch im Speckgürtel um Berlin haben die Mieten kräftig angezogen: In den Landkreisen Dahme-Spreewald um 50 Prozent und in Oberhavel um 48 Prozent (beide Brandenburg). Dort lebt es sich mit rund neun Euro je Quadratmeter noch deutlich günstiger als in Berlin.

Günstige Mieten und moderne Universitäten locken in den Osten

Neben der Hauptstadt selbst erleben auch die anderen großen Städte Ostdeutschlands einen regelrechten Boom. Günstige Mieten und moderne Universitäten lockten viele Studenten in den Osten. Das macht sich auch auf dem Wohnungsmarkt bemerkbar. Im sächsischen Leipzig stiegen die Mieten in den vergangenen zehn Jahren um 35 Prozent. Mittlerweile kostet dort der Quadratmeter 6,50 Euro. Ähnlich sieht es in Dresden (Sachsen), Erfurt und Jena (beide Thüringen) aus: Dort stiegen die Preise ebenfalls um gut ein Drittel im Vergleich zu 2008. Jena ist mit einem Mietpreis von neun Euro je Quadratmeter nach Berlin und Potsdam (Brandenburg, 9,70 Euro pro Quadratmeter) die drittteuerste Stadt Ostdeutschlands.

Kaum Mietpreissteigerungen in Sachsen

Während Leipzig und Dresden florieren, kämpft der Rest des Freistaats Sachsen mit Strukturproblemen. Die ländlichen Regionen vereinsamen und altern zunehmend. Die Jugend zieht es aufgrund der Arbeitsmarktsituation vermehrt in die Großstädte. Das lässt die Preisentwicklung auf dem Wohnungsmarkt stagnieren. In sieben sächsischen Landkreisen stiegen die Mietpreise innerhalb der vergangenen zehn Jahre um nicht einmal zehn Prozent – ein Wert, der sogar deutlich unter der Inflation von 15 Prozent seit 2008 liegt. Doch nicht alle Großstädte profitieren von der Landflucht. So stiegen beispielsweise die Mieten in Chemnitz (Sachsen) nur um sechs Prozent.

Seit zehn Jahren der gleiche Mietpreis

Sowohl im Landkreis Elbe-Elster (Brandenburg) als auch in der Hansestadt Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) zahlen die Mieter heute noch genauso viel wie vor zehn Jahren. Dabei kann Rostock mit einer guten wirtschaftlichen Lage und einer großen Universität aufwarten. Ein möglicher Grund für die Stagnation könnte die schwankende Bevölkerungsentwicklung sein. Lange hatte die Ostsee-Stadt mit sinkenden Einwohnerzahlen zu kämpfen. Erst seit Kurzem erlebt sie wieder einen Aufschwung – der die Mietpreise wieder ankurbeln könnte.

Download

Die Ergebnisse der Analyse zum kostenfreien Download: So veränderten sich die Mieten in Ostdeutschland in den vergangenen zehn Jahren.

* Berechnungsgrundlage:

Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in 67 ausgewählten Stadt- und Landkreisen Ostdeutschlands waren alle auf immowelt.de inserierten Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils 2008 und 2017 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

07.08.2018


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