Mieten fressen Einkommen auf: Sogar Besserverdiener sind betroffen

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In deutschen Großstädten wie München, Berlin und Hamburg müssen Fach- und Führungskräfte einen erheblichen Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Das hat jetzt eine gemeinsame Analyse der Online-Jobplattform StepStone und des Immobilienportals immowelt.de ergeben. Den größten Teil des Einkommens verschlingt die Miete dabei in München.

Verglichen mit vielen anderen deutschen Großstädten verdienen die Münchner ganz gut. 66.800 Euro Brutto-Jahresgehalt sind es bei Fach- und Führungskräften durchschnittlich. Allerdings geht in der bayerischen Landeshauptstadt ein rekordverdächtig hoher Anteil auch gleich wieder für die Miete drauf, 27 Prozent nämlich. Für das Nettoeinkommen bedeutet das: Ein Single zahlt fast die Hälfte seines Nettogehalts für die Miete, ein verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kindern immerhin gut 40 Prozent. Eine Medianmiete*, also der mittlere Wert der Angebotspreise in München kostete im ersten Halbjahr 2018 pro Monat 1.500 Euro. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Analyse von StepStone und Immowelt.de, bei der in den 14 größten deutschen Städten jeweils die Miethöhe mit dem Durchschnittsgehalt für Fach- und Führungskräfte verglichen wurden.

Auch in Hamburg und Berlin geht ein erheblicher Teil des Einkommens für die Miete drauf

München mag zwar, was die Mietbelastung betrifft, die Spitze des Eisbergs sein, in anderen deutschen Städten geht es aber auch nicht unbedingt bedeutend günstiger zu. In Berlin wandern 24 Prozent des Brutto-Einkommens an den Vermieter, in Hamburg sind es immer noch 22 Prozent. Frankfurt am Main ist zwar, gemessen an den Mieten, die zweitteuerste Stadt hinter München. Hier verdienen die Menschen mit durchschnittlich 67.700 Euro pro Jahr am besten. Trotzdem: Auch hier müssen für die Miete 21 Prozent des Bruttogehalts eingeplant werden.

Etwas besser ist das Verhältnis von Einkommen und Mietpreisen abseits der klassischen Trend-Städte. In Dresden und Stuttgart müssen Mieter rund 19 Prozent ihres Einkommens an den Vermieter überweisen, in Nürnberg sind es 18 Prozent. Am günstigsten ist das Verhältnis von Einkommen und Miete übrigens in Dortmund: Eine Wohnung kostet dort im Median 580 Euro pro Monat, das Brutto-Einkommen von Fach- und Führungskräften liegt bei 56.200 Euro. Zwölf Prozent des Einkommens müssen somit an den Vermieter gezahlt werden.

Die Ergebnisse für die 14 größten deutschen Städte im Überblick:

StadtMedianmiete im 1. Halbjahr 2018 (Wohnung 80-100 m²) pro MonatDurchschnittsgehalt für Fach- und Führungskräfte pro JahrAnteil Miete am Brutto-Jahreseinkommen
Berlin1.000 Euro50.400 Euro24%
Bremen750 Euro55.200 Euro16%
Dortmund580 Euro56.200 Euro12%
Dresden690 Euro43.000 Euro19%
Düsseldorf870 Euro63.600 Euro16%
Essen590 Euro55.600 Euro13%
Frankfurt1.200 Euro67.700 Euro21%
Hamburg1.080 Euro57.800 Euro22%
Hannover750 Euro54.800 Euro16%
Köln890 Euro58.800 Euro18%
Leipzig620 Euro42.500 Euro18%
München1.500 Euro66.800 Euro27%
Nürnberg840 Euro55.900 Euro18%
Stuttgart1.030 Euro65.100 Euro19%

 

*Berechnungsgrundlage
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 14 größten deutschen Städten waren 15.100 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der im 1. Halbjahr 2018 angebotenen Mietwohnungen wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

Über den StepStone Gehaltsplaner
Datenbasis für die Berechnung der Durchschnittsgehälter war der StepStone Gehaltsplaner, der auf mehr als 200.000 Datensätzen basiert. Die Gehälter entsprechen dem Durchschnitt der genannten Städte der Jahre 2017 und 2018. Für den StepStone-Gehaltsplaner haben Jobexperten und Marktforscher einen Algorithmus entwickelt, der auf Basis der wichtigsten Gehaltstreiber (zum Beispiel Branche, Tätigkeit, Erfahrung) eine sehr genaue Prognose der persönlichen Gehaltshöhe liefert. Weitere Informationen unter: www.stepstone.de/gehaltsplaner/fragebogen

25.07.2018


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