Meeresbrise oder Bergluft? So viel kostet das Wohnen in deutschen Urlaubsregionen

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Wohnen, wo andere Urlaub machen – das hat seinen Preis. Eine Analyse der Kaufpreise zeigt, Sand zwischen den Füßen ist meist teurer als frische Bergluft. Doch während im Süden die Preise nah beieinander liegen, klaffen sie Im Norden weit auseinander.

Immobilienpreise in Urlaubsregionen, Sylt, Foto: Carl-Jürgen Bautsch/fotolia.com
Die Immobilienpreise auf Sylt sind hoch. Andere Urlaubsregionen locken da mit moderateren Preisen. Foto: Carl-Jürgen Bautsch/fotolia.com

Ein kleines Häuschen an der Meeresküste oder doch lieber die Berghütte in den Alpen? Beides sind beliebte Ferienregionen, doch die Kaufpreise variieren stark. An der Küste kosten Immobilien im Schnitt mehr als in den Bergen. Das ergab eine Marktanalyse durch immowelt.de*. Dafür wurden die Kaufpreise von Eigentumswohnungen und Häusern in den Regionen untersucht, die 2016 die meisten Gästeübernachtungen verzeichneten.

Sylt ist Deutschlands teuerstes Urlaubsparadies

Dass Sylt die Insel der „Reichen und Schönen“ ist, ist längt kein Geheimnis mehr. Daher ist es auch wenig überraschend, dass die nordfriesische Insel Deutschlands teuerstes Urlaubsparadies ist. Für den Quadratmeter müssen dort im Schnitt 7.910 Euro bezahlt werden. Auch auf den restlichen Inseln in der Nordsee müssen Immobilienkäufer tief in die Taschen greifen. Norderney liegt mit 7.830 Euro je Quadratmeter nur knapp hinter Sylt. Auch die Preise auf Wangerooge (6.990 Euro), Juist (6.620 Euro) und Langeoog (5.990 Euro) liegen im Schnitt höher als im Süden.

Wer das Nordseeflair genießen will, aber nur ein kleines Budget hat, wird wohl eher auf dem Festland fündig. Dort kostet der Quadratmeter beispielsweise in Wangerland nur 1.380 Euro – also fünf Mal weniger als auf der vorgelagerten Insel Wangerooge. Einzig Sankt Peter-Ording bildet eine Ausnahme auf dem Festland: Der Kaufpreis liegt in dem beliebten Nordseeheilbad bei 4.520 Euro je Quadratmeter.

Ostdeutsche Küste hat große preisliche Differenzen

Im Schnitt liegen die Preise an der Ostseeküste unter denen an der Nordsee. Jedoch kommt es auch dort stark darauf an, wo gekauft werden soll. Die Ostseebäder Timmendorfer Strand (4.270 Euro), Zingst (3.990 Euro) oder Warnemünde vor Rostock (3.950 Euro) gehören eher zu den teureren Pflastern. Die Inseln Rügen oder Usedom bieten hingegen sogar Sparpotential. Wer auf Usedom statt in Heringsdorf (3.700 Euro) lieber in Zinnowitz (2.660 Euro) kauft, spart über 1.000 Euro je Quadratmeter. Auf Rügen sind die Unterschiede noch deutlicher. Im touristischen Hot-Spot Binz kostet der Quadratmeter 3.390 Euro, in Göhren lediglich 2.080 Euro.

Weniger Preisunterschiede im Süden

Oder soll es statt steifer Meeresbriese doch lieber die frische Bergluft sein? Auch in den südlichen Ferienregionen Deutschlands kommt es beim Kaufpreis darauf an, wo man kauft – wenn auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden nicht ganz so deutlich ausfallen, wie im Norden. Der Tegernsee beispielsweise erreicht mit einem Kaufpreis von 6.720 Euro je Quadratmeter Nordseeinsel-Niveau. Günstiger wird es dann im Olympiaort Garmisch-Partenkirchen (4.390 Euro) und in Grainau (3.770 Euro). Ähnliche Preise gibt es auch im Berchtesgadener Land und rund um den Bodensee. Einzig im Chiemgau und im Allgäu kann noch etwas gespart werden. In Inzell beispielsweise kostet der Quadratmeter im Schnitt nur 1.990 Euro.

Immobilienpreise in Urlaubsregionen, Grafik: immowelt.de
Der Norden ist im Durchschnitt teuer als der Süden. Die Ostsee jedoch günstiger als die Nordsee. Grafik: immowelt.de

* Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in den 50 Ferienregionen mit den meisten Übernachtungen waren 28.000 auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der von April 2017 bis März 2018 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Die Zahlen der Gästeübernachtungen entstammen aus einer Erhebung der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder für 2016. Für die Kaufpreis-Auswertung wurden keine Großstädte beziehungsweise Messestädte berücksichtigt.

05.06.2018


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