Geldanlage: Immobilien schlagen Aktien, Gold und Sparbuch

Lesermeinungen:  

(2)

Wer vor zehn Jahren 30.000 Euro Eigenkapital in eine Wohnung in einer deutschen Großstadt investierte und diese jetzt verkauft, darf sich über einen satten Gewinn freuen. Und wie eine Analyse ergibt, fällt der viel höher aus, als es bei anderen Anlageformen der Fall ist. Sparer, die auf Aktien, Sparbuch und Co. setzten, backen kleinere Brötchen.

Wer sein Geld vor zehn Jahren in Immobilien investierte, darf sich heute über eine satte Rendite freuen. Foto: fuxart / fotolia.com

Wer eine hohe Rendite erzielen will, sollte Aktien kaufen, so der Rat vieler Finanzprofis. Doch wer die vergangenen zehn Jahre Revue passieren lässt, stellt fest: Die beste Rendite hätte man mit einem Immobilieninvestment erzielt. Das ergibt eine aktuelle Analyse* von immowelt.de, in der mehrere langfristige Anlageformen miteinander verglichen wurden, darunter der Immobilienkauf in den 14 größten deutschen Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern.

Wer im Jahr 2008 beispielsweise in München eine Drei- bis Vier-Zimmerwohnung mit 80 bis 100 Quadratmetern erworben hätte und diese jetzt verkaufen würde, könnte sich über einen satten Gewinn freuen. Bei einem Eigenkapitaleinsatz von 30.000 Euro – der Rest marktüblich finanziert – betrüge der Überschuss nach dem Verkauf und nach Tilgung des Darlehens 283.900 Euro. Bei der Berechnung wurden auch sämtliche weitere Kosten, zum Beispiel für Zinsen und Instandhaltungen auf der einen Seite, sowie die Mieteinnahmen auf der anderen Seite, berücksichtigt.

Andere Anlagen schnitten deutlich schlechter ab: Wer vor zehn Jahren seine 30.000 Euro Eigenkapital auf ein Sparbuch eingezahlt hätte, müsste sich mit 3.600 Euro begnügen. Zehnjährige Bundesanleihen hätten für ein Plus von 12.000 Euro gesorgt und ein Gold-Investment hätte 29.100 Euro Gewinn abgeworfen. Über mehr Rendite dürfen sich Anleger freuen, die in Aktien in Form indexierter ETF-DAX-Fonds investiert hätten: rund 44.800 Euro.

Überdurchschnittliche Rendite in vielen deutschen Großstädten

Doch das ist nichts gegen ein Immobilien-Investment. Denn nicht nur die Landeshauptstadt München sorgt für höherschlagende Anlegerherzen: Gute Gewinne gab es auch in weiteren Städten, so zum Beispiel Hamburg (173.000 Euro) oder Frankfurt am Main (162.300 Euro). Selbst in Städten mit vergleichsweise moderaten Immobilienpreisen schlugen sich Immobilienanlagen wacker. So belief sich der Gewinn eines Anlegers in Bremen auf rund 55.000 Euro.

Die überdurchschnittlichen Immobilien-Renditen der Vergangenheit lassen aber keine automatischen Schlüsse auf die Zukunft zu: So sind in den Topstädten München, Hamburg und Frankfurt am Main die Kaufpreise inzwischen derart gestiegen, dass manche Experten eine Korrektur erwarten. Allerdings: Korrekturen kann es auch am Aktienmarkt geben und die Mini-Renditen für Sparbuch- oder Festgeldanlagen bieten derzeit nicht mal einen Inflationsausgleich.

Durchschnittliche jährliche Rendite im Vergleich:

Stadt / Anlageform Gewinn Durchschnittliche jährliche Rendite
Immobilie in München283.900 €94,6%
Immobilie in Hamburg173.000 €57,7%
Immobilie in Frankfurt a.M.162.300 €54,1%
Immobilie in Berlin151.100 €50,4%
Immobilie in Stuttgart136.700 €45,6%
Immobilie in Nürnberg117.400 €39,1%
Immobilie in Düsseldorf91.200 €30,4%
Immobilie in Köln87.700 €29,2%
Immobilie in Hannover85.400 € 28,5%
Immobilie in Dresden63.700 €21,2%
Immobilie in Bremen54.900 €18,3%
ETF DAX-Fonds44.800 €14,9%
Immobilie in Leipzig30.200 €10,1%
Gold (Krügerrand)29.100 €9,7%
Immobilie in Dortmund20.100 €6,7%
10-jährige Bundesanleihe12.000 €4,0%
Sparbuch3.600 €1,2%
Immobilie in Essen-700 €-0,2%

 

* Berechnungsgrundlage

Für alle Anlageformen wurde ein Eigenkapital von 30.000 Euro angenommen, das im Jahr 2008 in unterschiedlicher Weise angelegt wurde. Anschließend wurde der Wert der jeweiligen Investition nach 10 Jahren betrachtet und daraus der Gewinn berechnet. Die Inflation blieb dabei unberücksichtigt.

Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in den 14 deutschen Großstädten über 500.000 Einwohnern waren rund 99.000 auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der jeweils 2008 und 2017 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Für die Berechnung wurde von einer 3- bis 4-Zimmerwohnung mit 80- bis 100 Quadratmetern ausgegangen. Die Gewinnberechnung berücksichtigt die Kaufnebenkosten, die Aufnahme eines Kredites inklusive Zinszahlungen sowie Mieteinnahmen unter Berücksichtigung regionaler Leerstandsausfälle.

09.05.2018


Ihre Meinung zählt

(2)
5 von 5 Sternen
5 Sterne
 
2
4 Sterne
 
0
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
0
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps für KäuferKaufpreiseTipps für Vermieter

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben