Änderungen bei der Fortbildungspflicht: Das müssen Makler wissen

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Ab dem 1. August gilt die Fortbildungspflicht für Makler und Wohnimmobilienverwalter – 20 Stunden müssen sie sich in drei Jahren weiterbilden. Nun hat der Bundesrat über einige wichtige Details abgestimmt. Das sind die konkreten Pflichten.

Der Bundesrat hat über die Fortbildungspflicht abgestimmt – nun sind letzte Details geklärt. Foto: nd3000/fotolia.com

Ab dem 1. August 2018 gilt für Makler und Wohnimmobilienverwalter die gesetzliche Fortbildungspflicht. Verwalter müssen zudem weitere Anforderungen erfüllen, um in den Job einzusteigen und ihn auszuführen (wir berichteten). Geregelt wird dies in der Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Über die entsprechenden Änderungen hat nun der Bundesrat abgestimmt – und damit einige wichtige Details geklärt.

Fortbildungspflicht: 20 Stunden in drei Jahren – aber wie konkret?

Immobilienmakler und Wohnimmobilienverwalter müssen ab dem 1. August 2018 innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren mindestens 20 Stunden mit Weiterbildungen verbringen. Das gilt auch für ihre Angestellten, wenn diese unmittelbar bei den erlaubnispflichtigen Tätigkeiten mitwirken.

Die Kurse können Präsenzseminare, begleitetes Selbststudium sowie betriebsinterne Maßnahmen sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Weiterbildung „in einer anderen geeigneten Form“ durchzuführen.

In der Anlage der MaBV werden die verschiedenen Themenbereiche, in denen sich Immobilienprofis weiterbilden können, im Einzelnen aufgeführt. Für Makler wie Verwalter sind relevante Aspekte zum Beispiel Rechtsgrundlagen, Wettbewerbsrecht und Verbraucherschutz vorgesehen. Die Fortbildung von Maklern kann sich zudem auf die Komplexe Kundenberatung sowie Grundlagen des Maklergeschäfts, Grundlagen Immobilien und Steuern oder Grundlagen der Finanzierung erstrecken.

Solche Fortbildungen werden beispielsweise von den Industrie- und Handelskammern (IHK) angeboten. Die Verordnung selbst gibt aber keine feste Institution vor, an der sich Makler fortbilden lassen müssen.

Sonderregelungen

  • Unternehmer, die in beiden Sparten tätig sind, müssen sowohl für das Tätigkeitsfeld des Immobilienmaklers als auch für die Verwaltertätigkeit Fortbildungen absolvieren – also zweimal 20 Stunden innerhalb von drei Jahren.
  • Geprüfte Makler haben unter Umständen etwas länger Zeit: Sie müssen sich erst drei Jahre nach Aufnahme ihrer Tätigkeit weiterbilden. Dazu zählen ausgebildete Immobilienkaufmänner oder Personen mit einem Weiterbildungsabschluss als Geprüfter Immobilienfachwirt.

Fortbildungsnachweise: Wann und wie?

Wie Makler und Verwalter über ihre Qualifikationen informieren müssen, wurde stark entschärft: Auf Nachfrage – beispielsweise seitens der Behörden oder von Kunden – müssen sie über Qualifikationen und Weiterbildungen der letzten drei Jahre informieren, und zwar in Textform. Laut dem Immobilienverband Deutschland (IVD) reicht es aber auch aus, wenn sie diese Informationen auf ihrer Homepage veröffentlichen. Bei Anfragen können Makler und Verwalter darauf verweisen.

Ehemals war vorgesehen, dass Immobilienprofis ihre Kunden bereits beim ersten Geschäftskontakt schriftlich über ihre Weiterbildungen und Qualifikationen informieren müssen. Zudem hätten Makler den Behörden jährlich nachweisen müssen, dass sie ihre Weiterbildungen absolviert hatten. Im späteren Gesetzesentwurf wurde dies auf alle drei Jahre entschärft. Dass die Nachweise gegenüber den Behörden nun nur auf Anforderung fällig werden, hat der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates in die Wege geleitet, der andernfalls einen zu großen bürokratischen Aufwand sah.

Achtung

Weiterbildungsnachweise müssen fünf Jahre aufbewahrt werden

Makler und Verwalter müssen ihre Nachweise für Weiterbildungen – wie Teilnahmebescheinigungen oder Zertifikate – fünf Jahre aufbewahren.

Verstoß gegen Fortbildungspflicht: Bußgeld droht

Wer sich vor Weiterbildungen drücken will oder keine Nachweise erbringen kann, der kann mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro bestraft werden. Eigens dafür wurden neue Ordnungswidrigkeitstatbestände eingeführt.

Zusätzliche Anforderungen an Wohnimmobilienverwalter

Angehende WEG- und Mietverwalter müssen ab 1. August 2018 wie Immobilienmakler auch eine Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung beantragen. Um diese zu bekommen, müssen sie als zuverlässig eingestuft werden, in geordneten Vermögensverhältnissen leben und eine Berufshaftpflichtversicherung gegen Vermögensschäden vorweisen können. Die Mindesversicherungssumme beträgt 500.000 Euro je Versicherungsfall und eine Million Euro für alle Versicherungsfälle eines Jahres.

Wer zu diesem Zeitpunkt bereits tätig ist, dem bleibt bis zum 1. März 2019 Zeit, um die erforderliche Erlaubnis zu beantragen.

Link-Tipp

Informieren Sie sich hier über die Gewerbeerlaubnis.

Kritik: Fortbildungspflicht geht nicht weit genug, Chance vertan

Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD. Foto: die Hoffotografen

Das Gesetz wird aus den verschiedensten Richtungen kritisiert. Dem Immobilienverband (IVD) reicht es nicht weit genug. „Das Gesetz kann nur ein erster Schritt zu einem substanziellen Sachkundenachweis als Berufszulassung für Immobilienmakler und Verwalter sein. Die jetzige Regelung bleibt deutlich hinter unseren Erwartungen zurück“, sagt Jürgen Michael Schick, Präsident des IVD. Ursprünglich war im Entwurf die Einführung eines Sachkundenachweises vorgesehen, inklusive Bildungsnachweis. Das kritisiert auch der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter e. V. (DDIV): Die Verordnung sei von Beginn an geschwächt und ausgehöhlt worden. „Der Gesetzgeber hat hier eine große Chance ungenutzt verstreichen lassen für mehr Verbraucherschutz und mehr Qualifikation“, so DDIV-Geschäftsführer Martin Kaßler.

Info

Die neuen Termine und Fristen im Überblick

1. August 2018:
Fortbildungspflicht gilt für Makler und Wohnimmobilienverwalter.
Angehende WEG- und Mietverwalter benötigen eine Erlaubnis nach § 34c Gewerbeordnung und eine Berufshaftpflichtversicherung.

1. März 2019:
Bereits tätige Wohnimmobilienverwalter müssen spätestens jetzt die nach § 34c Gewerbeordnung erforderliche Erlaubnis beantragt haben.

27.04.2018


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1 Kommentar

Scanson Handeels Contor GmbH D. Siemsen am 07.05.2018 14:38

Ich bin zwar erst 40 Jahre im Geschäft und habe bisher meine ich immer zur ZUufriedenheit meiner Kunden gearbeitet. Begrüße aber das Instrument der Weiterbildung. Habe aber noch in keinem Artikel eine Info gefunden, wo man diese... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 07.05.2018 15:13

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

solche Fortbildungen werden beispielsweise von den Industrie- und Handelskammern angeboten. Die Verordnung selbst lässt aber weitgehend offen, wie und durch wen sich Makler fortbilden... mehr