Wo reiche Menschen hohe Mieten zahlen: die wohlhabendsten Landkreise Deutschlands

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Mietpreise hängen nicht nur von Angebot und Nachfrage ab. Es scheint zumindest auch einen Zusammenhang zu geben zwischen dem Wohlstand der Bevölkerung und den Mietpreisen. Denn in den zehn reichsten Landkreisen in Deutschland zahlen die Einwohner besonders hohe Mieten. Das zeigt eine Auswertung von immowelt.de.

Tutzing am Starnberger See in der Nähe von München. Hier und im gesamten Landkreis Starnberg wohnen die reichsten Deutschen – und auch die Mieten sind teuer. Foto: Andy Ilmberger / fotolia.de

München, Frankfurt, Erlangen: Hier, beziehungsweise in den umliegenden Landkreisen wohnen die reichsten Menschen Deutschlands, nirgends haben Menschen mehr Geld zur Verfügung. Doch gleichzeitig herrschen in diesen Gebieten besonders hohe Mietpreise, das ergab eine Auswertung von immowelt.de*

Die zwei wohlhabendsten Landkreise Deutschlands sind Starnberg bei München und Hochtaunus bei Frankfurt. Nirgends ist die Kaufkraft pro Kopf und Jahr größer als hier. Sie liegt mehr als 40 Prozent über dem deutschen Durchschnitt bei über 32.000 Euro. Nicht nur die Kaufkraft ist hoch, das gleiche gilt auch für die Mieten. In Starnberg liegen die Mietpreise im Median 77 Prozent, im Hochtaunus 42 Prozent über dem deutschlandweiten Durchschnitt. Auf den Quadratmeter umgerechnet bedeutet das Preise von 12,90 Euro pro Quadratmeter in Starnberg und 10,40 Euro im Hochtaunuskreis. Auch fast alle anderen der zehn wohlhabenden Landkreise befinden sich in diesen Gegenden. Der Main-Taunus-Kreis in Frankfurt gehört dazu, ebenso wie die Stadt München und alle benachbarten Landkreise sowie Ebersberg und Miesbach.

Besonders drastisch ist das Verhältnis zwischen Kaufkraft und Mietpreises übrigens in München selbst. Dort haben die Einwohner zwar im Schnitt 38 Prozent mehr Geld zur Verfügung. Die Mietpreise liegen allerdings 134 Prozent über den deutschlandweiten Preisen. Und die treffen auch Menschen mit ganz normalen Berufen oder auch Arbeitslose, die gerade nicht von der erhöhten Kaufkraft profitieren.

Reiches Erlangen, armes Görlitz

Ein einziger Top-10-Landkreis liegt nicht im Frankfurter oder Münchner Umfeld: Es ist Erlangen, die Siemens-, Hochschul-, und Krankenhausstadt im Norden Nürnbergs. Die durchschnittliche Kaufkraft liegt hier bei 27.875 Euro und 21 Prozent über dem Durchschnitt. Die mittleren Mieten liegen bei 10 Euro pro Quadratmeter.

Zum Vergleich: der ärmste Landkreis Deutschlands ist Görlitz, das direkt an der Grenze zu Polen liegt. In der sächsischen Kleinstadt haben die Menschen nur 18.157 Euro pro Jahr und Kopf zur Verfügung, also 21 Prozent weniger als der deutsche Durchschnitt. Dafür sind die Mieten mit 4,60 Euro aber auch besonders günstig und 37 Prozent unterhalb des deutschlandweiten Median.

LandkreisKaufkraft im Vergleich zum D-SchnittMietpreis pro Quadratmeter 2017Miete im Vergleich zum D-Schnitt
Starnberg144%    12,90 €    177%
Hochtaunuskreis140%10,40 €142%
LK München138%13,70 €188%
Stadt München135%17,10 €234%
Main-Taunus-Kreis133%10,30 €141%
Ebersberg131%11,80 €162%
Fürstenfeldbruch124%11,90 €163%
Dachau122%11,90 €163%
Erlangen121%10,00 €137%
Miesbach120%11,60 €159%
Görlitz79%4,60 €63%

* Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise der untersuchten Stadt- und Landkreise waren 27.100 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der 2017 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Die Daten zur Kaufkraft stammen von einer Pressemitteilung der Gesellschaft für Konsumforschung (Gfk) vom 12. Dezember 2017.

28.03.2018


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