In nur fünf Jahren: Mieten in deutschen Großstädten steigen um bis zu 51 Prozent

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Die Mieten in Deutschland sind in den vergangenen fünf Jahren teils drastisch gestiegen, insbesondere in manchen Großstädten. So betrug der Anstieg in Berlin satte 51 Prozent. Es gibt aber auch Regionen in Deutschland, in denen die Mieten kaum steigen oder sogar sinken – so zahlen Mieter in Rostock heute vier Prozent weniger als noch vor fünf Jahren.

Die Mieten in Städten wie Berlin sind drastisch gestiegen. Foto: Simone Hutsch / unsplash.com

Die Mieten in vielen deutschen Großstädten steigen und steigen – und das scheinbar unaufhaltsam, wie das Mietpreisbarometer von immowelt.de ergeben hat. Untersucht wurden über 800.000 Angebotsmieten auf immowelt.de aus den Jahren 2012 und 2017 in ausgewählten deutschen Großstädten über 100.000 Einwohner. In 77 von 78 Städten stiegen den Ergebnissen zufolge die Mieten in den vergangenen fünf Jahren.*

Den heftigsten Preisanstieg müssen dabei Mieter in Berlin verkraften. Mietwohnungen kosten in der Bundeshauptstadt demnach ganze 51 Prozent mehr und überspringen inzwischen durchschnittlich die Zehn-Euro-Marke (Median). Ursache für die Steigerung ist dabei hauptsächlich der stetige Bevölkerungsanstieg – das Angebot an günstigen Wohnungen kann die gestiegene Nachfrage nicht mehr befriedigen.

Doch auch in anderen deutschen Großstädten sind erhebliche Preissprünge zu verzeichnen, insbesondere im boomenden Bayern. So stiegen die Mieten in München und Würzburg im Betrachtungszeitraum um 35 beziehungsweise 29 Prozent. In Ingolstadt, Fürth und Nürnberg sind die Mieten heute ebenfalls um 25 bis 28 Prozent höher als noch vor fünf Jahren.

Die zweithöchste Steigerung aller untersuchten Städte gibt es jedoch in Augsburg – dort zahlen Mieter 38 Prozent mehr. Gründe für den Augsburg-Boom sind attraktive Jobs in der Hochtechnologie-Branche, die die Stadt zu einer Alternative zu München machen sowie die steigende Einwohnerzahl. Allerdings liegen die Mieten mit 9,80 Euro pro Quadratmeter zumindest für bayerische Verhältnisse auf einem eher moderaten Niveau.

Kräftige Preisanstiege gab es auch in anderen Bundesländern, wie etwa in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Deutlich teurer wurde das Wohnen zum Beispiel in Lübeck (+31 Prozent) und Hannover (+30 Prozent). Allerdings liegen die durchschnittlichen Mieten dort bei noch moderaten acht, beziehungsweise 8,20 Euro. In den Uni-Städten Göttingen und Heilbronn stiegen die Mieten um 29 beziehungsweise 28 Prozent.

Ganz anders ist die Lage in großen Teilen Nordrhein-Westfalens und im Osten der Republik. In Chemnitz, Siegen und Jena stiegen die Angebotsmieten jeweils nur im einstelligen Prozentbereich. Und Rostock ist die einzige untersuchte Stadt, in der die Mieten sogar sanken – um vier Prozent. Grund ist ein starker Bevölkerungsschwund und damit einhergehend hohe Leerstandsquoten.

Insgesamt zeigt sich der deutsche Mietmarkt uneinheitlich: Einerseits boomende Großstädte mit stark steigenden Preisen, andererseits viele Städte mit nur leicht steigenden oder gar stagnierenden Mieten. Das erklärt, dass sich die Mieten im Bundesdurchschnitt in den vergangenen fünf Jahren nur um elf Prozent verteuert haben. Und auch die Spreizung der Mietpreise ist erheblich. So zahlen Mieter in München mehr als drei Mal so viel wie Mieter in Chemnitz: 17,10 Euro versus fünf Euro.

In manchen deutschen Großstädten stiegen die Mieten kräftig, in anderen kaum. Grafik: immowelt.de

Download: Übersicht über die Mietpreise in deutschen Großstädten

* Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in 78 ausgewählten deutschen Großstädten über 100.000 Einwohnern waren 807.600 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise geben den Median der jeweils 2012 und 2017 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

19.03.2018


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