BGH-Urteil: Bei Wohnungssanierung ist besserer Schallschutz keine Pflicht

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Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Wohnungseigentümer bei Sanierungsarbeiten den Trittschallschutz nicht zugunsten ihrer Nachbarn verbessern müssen. Es gelten die bisher verwirklichten Standards, beziehungsweise die Vorgaben zum Zeitpunkt der Errichtung des Gebäudes.

Sanierungsmaßnahmen, die der üblichen Instandsetzung oder Modernisierung einer Wohnung in einer Wohneigentumsgemeinschaft (WEG) dienen, machen laut Bundesgerichtshof keine Verbesserung des Trittschallschutzes notwendig (BGH, Az.: V ZR 276/16). Das heißt: Es gelten weiterhin die Grenzwerte aus dem Baujahr des Hauses.

Badsanierung ist kein erheblicher Eingriff in die Gebäudesubstanz

Im aktuellen Fall hatten Wohnungseigentümer ihr Bad saniert und dabei den vorhandenen Estrich entfernt, weil sie eine Fußbodenheizung einbauten. Laut Gesetz gehört der Estrich in einer Wohnung nicht deren Eigentümern, sondern er steht im Gemeinschaftseigentum. Eingriffe unterliegen daher bestimmten Beschränkungen. Gestützt darauf verlangte die Nachbarin in der Wohnung darunter, dass die Beklagten bestimmte Schallschutzmaßnahmen vornehmen müssten, die dem Stand zur Zeit der Sanierung im Jahr 2012 entsprechen. Der Trittschallschutz müsse dementsprechend unter 37 Dezibel sein. Dieser Forderung erteilte der BGH mit seinem Urteil eine Absage.

Die Richter argumentieren, dass es bei Eingriffen in das Gemeinschaftseigentum in der Regel ausreiche, wenn andere Eigentümer keine Nachteile erleiden. Das sei hier der Fall, wenn bei der Badsanierung die bisherigen Schallschutz-Standards und die bautechnischen Vorgaben des Haus-Baujahres 1990 eingehalten werden. Laut BGH gelten höhere Standards nur bei ganz erheblichen Eingriffen in das Gemeinschaftseigentum und die Gebäudesubstanz, etwa beim nachträglichen Ausbau eines Dachgeschosses.

16.03.2018


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