Jung sucht billig: So günstig sind die neuen Trendstädte

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Junge Menschen in Deutschland ziehen inzwischen auch gerne in Städte wie Chemnitz, Magdeburg oder Fürth. Wie hoch die Mietpreise in diesen neuen Trendstädten sind, das untersuchte das Immobilienportal immowelt.de. Die Analyse zeigt: Oftmals sind sie relativ günstig.

Der Campus der Universität Chemnitz. Die Stadt ist allerdings nicht nur für Studenten ein attraktives Ziel, sondern generell für Menschen zwischen 15 und 34. Foto: dirkbaltrusch / iStock

Die Mietmärkte in vielen Metropolen in Deutschland sind angespannt, viele Wohnungssuchende weichen auf Alternativen aus. Das gilt auch für junge Menschen zwischen 15 und 34 Jahren: zu ihren beliebtesten Zielen zählen neben etablierten Städten wie München oder Frankfurt inzwischen auch Städte wie Chemnitz oder Magdeburg. Solche Städte nennt man auch Schwarmstädte, weil sich dort Menschen wie ein Schwarm Zugvögel massenhaft niederlassen. Tatsächlich sind die meisten dieser Orte relativ günstig. Das zeigt eine Analyse des Immobilienportals immowelt.de.*

Jung, hip und günstig: Viele Städte liegen im Osten

Vor allem Schwarmstädte in Ostdeutschland sind günstig. Das gilt sowohl für Gemeinden, die schon länger eine hohe Anziehungskraft auf junge Menschen ausüben, als auch für die neuen Trendstädte: Rostock, Halle und Leipzig weisen Mietpreise von unter 6,40 Euro pro Quadratmeter im Median aus. In Chemnitz und Magdeburg ist Wohnen noch günstiger. Potsdam liegt mit 9,00 Euro zwar über dem durchschnittlichen Mietpreis Deutschlands, ist aber dennoch günstiger als das benachbarte Berlin.

Die neuen Schwarmstädte in Bayern sind etwas teurer. Doch Fürth und Bamberg sind mit 9,00 Euro günstiger als die nahen Hochschulstandorte Erlangen und Nürnberg, wo der Quadratmeter 10,00 beziehungsweise 9,40 Euro kostet. Lediglich Ingolstadt zieht viele junge Menschen an, obwohl die Stadt relativ teuren Wohnraum zu bieten hat.

Die Mietpreise in allen deutschen Schwarmstädten:

StadtMieten 2017
Augsburg9,80 €
Bamberg9,00 €
Berlin10,40 €
Bonn9,30 €
Braunschweig7,50 €
Chemnitz5,00 €
Darmstadt10,60 €
Dresden7,30 €
Düsseldorf10,00 €
Erfurt7,10 €
Erlangen10,00 €
Frankfurt a.M.12,90 €
Freiburg11,30 €
Fürth9,00 €
Halle6,00 €
Hamburg11,30 €
Heidelberg10,60 €
Ingolstadt11,50 €
Jena8,50 €
Karlsruhe9,50 €
Kiel7,50 €
Koblenz7,50 €
Köln10,50 €
Landshut10,00 €
Leipzig6,30 €
Magdeburg5,80 €
Mainz11,00 €
Mannheim8,80 €
München17,10 €
Münster9,90 €
Nürnberg9,40 €
Offenbach10,00 €
Passau9,00 €
Potsdam9,50 €
Regensburg10,70 €
Rostock6,40 €
Schwerin6,50 €
Stuttgart11,80 €
Trier8,80 €

Studien-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze ziehen junge Menschen an

Das Forschungs- und Beratungsinstitut empirica wertete im Jahr 2013 im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) aus, welche Städte für junge Menschen zwischen 15 und 34 besonders attraktiv sind. Zu den 30 Städten, in die besonders viele junge Menschen ziehen, gehören Metropolen aber auch kleinere Hochschulstädte wie Trier, Heidelberg oder Erlangen. Also Städte, in denen man gut studieren kann oder in denen es viele Aus- und Arbeitsplätze gibt. Im Jahr 2015 legte das Institut nun nach: An den 30 Städten hat sich nichts geändert, es kamen allerdings neun neue Städte hinzu – die sich teilweise auch durch günstige Mietpreise auszeichnen. Wie lange die Preise bei anhaltendem Zuzug günstig bleiben, ist offen.

* Datenbasis für die Berechnung der Mietpreie in den 39 untersuchten Städten waren 182.530 auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben jeweils den Median der der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Die Daten für die Festlegung der Schwarmstädte stammen von empirica.

05.03.2018


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