Es geht noch teurer als München: Immobilienpreise im Drei-Länder-Vergleich

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Die Preise für Wohnimmobilien sind in den Städten stark gestiegen. Doch was in Deutschland teuer ist, ist in der Schweiz noch vergleichsweise günstig. Die fünf größten Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Preisvergleich.

Drei-Laender-Vergleich, Immobilienpreise, München, Foto: fottoo / fotolia.com
Münchner Immobilienpreise gehen hoch hinaus – doch die Züricher sind noch höher. Foto: fottoo / fotolia.com

Der Quadratmeter Eigenheim kostet ordentlich Geld, gerade in den Großstädten. Doch ein Blick in die deutschsprachigen Nachbarländer zeigt: Es geht noch teurer. Das hat eine Studie von immowelt.de ergeben. Analysiert wurden die Kaufpreise von Eigentumswohnungen und Häusern in den jeweils fünf größten Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.*

Zürich schlägt München

Unter den deutschen Städten ist München am teuersten, mit Preisen von 6.520 Euro pro Quadratmeter. Doch im Drei-Länder-Vergleich liegt die bayerische Metropole nur auf Platz fünf, und ist nur rund halb so teuer wie die teuerste Stadt: Zürich. Dort kostet der Quadratmeter Eigenheim 10.940 Euro. Auch sonst belegen die Schweizer Städte die vordersten Plätze. Das Preisniveau in den deutschen Großstädten ist somit vergleichsweise niedrig, sieht man von dem Ausreißer München ab. Deutschland und Österreich liegen dagegen preislich ungefähr gleich auf, die Österreicher müssen nur geringfügig mehr für ihr Eigenheim hinblättern.

Der Drei-Länder-Preisvergleich im Überblick:

Drei-Laender-Vergleich Immobilienpreise, Grafik: immowelt.de
Land
Stadt
Kaufpreis pro m²
SchweizZürich10.940 Euro
SchweizGenf10.690 Euro
SchweizLausanne8.180 Euro
SchweizBasel7.640 Euro
DeutschlandMünchen6.520 Euro
SchweizBern5.830 Euro
ÖsterreichSalzburg5.170 Euro
ÖsterreichInnsbruck4.930 Euro
ÖsterreichWien4.500 Euro
DeutschlandFrankfurt3.970 Euro
DeutschlandHamburg3.790 Euro
ÖsterreichLinz3.440 Euro
ÖsterreichGraz3.330 Euro
DeutschlandBerlin3.320 Euro
DeutschlandKöln2.940 Euro

Ein entscheidender Faktor für die Preisunterschiede dürfte die Einkommensstruktur der drei Länder sein: Laut dem Kaufkraft-Ranking von GfK GeoMarketing hat der durchschnittliche Schweizer über 42.142 Euro im Jahr für Ausgaben zur Verfügung. Österreicher (22.594 Euro) und Deutsche (22.239 Euro) können dagegen deutlich weniger investieren. Die Kaufkraft der Schweizer ist somit fast doppelt so groß wie die der Deutschen. Das ist jedoch relativ: In den untersuchten Städte müssen Schweizer teils das Mehrfache der Preise in deutschen Metropolen bezahlen.

Hauptstädte im Vergleich: Berlin, Wien und Bern lassen sich noch toppen

Im Vergleich mit den anderen Hauptstädten sind die Kaufpreise für Wohnungen und Häuser in Berlin vergleichsweise niedrig. Im Median liegen sie bei 3.320 Euro pro Quadratmeter. Sowohl die österreichische als auch die schweizerische Hauptstadt sind dagegen deutlich teurer: Wien mit Kaufpreisen von 4.500 Euro, Bern mit 5.830 Euro. Bei den Preisen in allen drei Ländern ist aber noch viel Luft nach oben, schaut man auf andere europäische Metropolen. Laut dem „Property Index“ des Beratungsunternehmens Deloitte haben die Immobilienpreise in London bereits die 16.000-Euro-Marke geknackt, in Paris liegen sie bei über 12.000 Euro pro Quadratmeter.

Berlin zeigt: Groß und teuer – klein und günstig gilt nicht immer

Auffällig ist, dass Berlin im Drei-Länder-Vergleich mit 3,5 Millionen Einwohnern die größte der untersuchten Städte ist – aber preislich von zahlreichen kleineren Städten überholt wird. Innsbruck (4.930 Euro), Salzburg (5.170 Euro) und Lausanne (8.180 Euro) haben beispielsweise nur einen Bruchteil der Einwohner von Berlin. Mit ein Grund für die teuren Preise in den kleineren Städten dürfte sein, dass gerade diese schneller an ihre Wachstumsgrenzen stoßen. Zudem werden Neubauten immer rarer und Bestandsimmobilien steigen im Wert.

*Berechnungsgrundlage:

Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in den fünf größten Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz waren 236.560 auf immowelt.de, immowelt.at und immowelt.ch inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der jeweils in den ersten drei Quartalen 2017 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

Die Preise der Schweizer Städte wurden mit dem mittleren Wechselkurs der ersten drei Quartale 2017 in Euro umgerechnet.

18.10.2017


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