Crime and the City: Beeinflussen Einbruchszahlen die Immobilienpreise?

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Sicherheit muss nicht gleich teuer sein – zumindest gilt das für den deutschen Immobilienmarkt. Das Ergebnis einer Analyse, bei der Wohnungseinbrüche und Immobilienkaufpreise verglichen wurden, zeigt: Immobilienbesitzer in Städten mit niedrigen Kaufpreisen müssen Einbrüche nicht mehr fürchten als Eigentümer in sehr teuren Städten.

Ob ein Wohnort mehr oder weniger gefährlich ist, lässt sich nicht am Immobilienkaufpreis ablesen. Das zeigt eine Studie von immowelt.de, die den Zusammenhang von Immobilienkaufpreisen und Einbruchskriminalität analysiert. Unter den 39 Großstädten gibt es sichere Häfen und Einbruchs-Hochburgen – in allen Preisklassen.*

Einbrecher, Kriminalität, Immobilienpreise, Grafik: immowelt.de
Wie hoch oder niedrig die Einbruchszahlen einer Stadt sind, wirkt sich nicht unbedingt auf den Immobilienpreis aus. Grafik: immowelt.de

Sichere Wohnorte gibt es für jedes Budget

Ganz oben auf der Liste der sichersten Großstädte liegen Augsburg und München. In beiden Städten sind die Einbruchszahlen gering, doch bei den Immobilienkaufpreisen geht die Schere weit auseinander. In München kostet ein Quadratmeter Wohneigentum im Median 6.190 Euro – in Augsburg liegt der Kaufpreis dagegen nicht einmal bei der Hälfte (2.670 Euro).

Ein sicherer Wohnort kann sogar noch günstiger sein, wie ein Blick nach Chemnitz zeigt: Die Stadt am Nordrand des Erzgebirges zählt mit zu den zehn sichersten Städten in Deutschland. Gleichzeitig ist sie auch die günstigste, mit Kaufpreisen von 830 Euro pro Quadratmeter.

Einbruchshochburgen können trotzdem teuer sein

Das Sicherheit keine Frage des Geldes ist, wird auch bei jenen Großstädten deutlich, in denen Diebe und Langfinger besonders häufig zuschlagen. Dortmund und Bremen sind die gefährlichsten Städte: Dort sind die Kaufpreise für Immobilien mit 1.500 Euro und 1.740 Euro vergleichsweise günstig. Anders die Situation in Hamburg: Die Hansestadt ist die drittgefährlichste Stadt, dennoch liegt der Kaufpreis dort bei 3.560 Euro.

Sicherheit vor Einbrechern: Keine Frage des Geldes

Wie bei dieser Gegenüberstellung deutlich wird, gibt es keinen direkten Zusammenhang zwischen Immobilienkaufpreis und Kriminalitätsrate. Warum die Einbruchszahlen unterschiedlich hoch sind, kann viele Gründe haben: Eine gute oder schlechte Verkehrsanbindung, aber auch die Bebauungsart und -dichte vor Ort kann Einbrecher anlocken oder eher abschrecken. Eine weitere Unschärfe ist, dass diese Effekte meist kleinräumig verteilt sind und sich von Straße zu Straße oder Viertel zu Viertel unterscheiden können – so dass das große Gesamtbild einer Stadt pauschal nicht möglich ist.

Link-Tipp

Einbruchschutz muss nicht gleich teuer sein. Lesen Sie hier, mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Wohnung vor Einbrechern schützen.

Die 39 Großstädte im Vergleich

StadtEinbrüche 2016 je 100.000 EinwohnerKaufpreise 2016 im Median (pro m²)
Augsburg772.670 €
München846.190 €
Nürnberg1052.670 €
Stuttgart1103.580 €
Braunschweig1171.970 €
Dresden1211.880 €
Rostock1232.410 €
Chemnitz138830 €
Erfurt1401.720 €
Mannheim1502.060 €
Karlsruhe1542.660 €
Wiesbaden1653.010 €
Mainz1752.790 €
Halle (Saale)1761.240 €
Magdeburg1761.160 €
Freiburg im Breisgau1974.010 €
Bielefeld2241.720 €
Frankfurt am Main2523.720 €
Kiel   2542.060 €
Hannover2642.050 €
Lübeck2651.970 €
Münster2742.620 €
Leipzig2771.490 €
Bonn3012.440 €
Mönchengladbach3181.300 €
Berlin3273.000 €
Duisburg3321.150 €
Gelsenkirchen335980 €
Krefeld3381.320 €
Wuppertal3471.160 €
Bochum3521.640 €
Oberhausen3531.250 €
Köln3712.840 €
Essen3811.540 €
Düsseldorf3912.960 €
Aachen3922.270 €
Hamburg4203.560 €
Bremen4661.740 €
Dortmund4851.500 €

 

*Berechnungsgrundlage Kaufpreise

Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in den 39 ausgewählten Großstädten waren 252.800 auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der 2016 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

Quelle Einbruchsdiebstahl

Die Einbruchszahlen je 100.000 Einwohner stammen aus der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS-Bericht 2016), Band 4, Einzelne Straftaten/-gruppen und ausgewählte Formen der Kriminalität – Tatbestand Wohnungseinbruchdiebstahl. Herausgeber ist das Bundeskriminalamt.

31.08.2017


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