Trotz Mietpreisbremse: In Bayern wird Wohnen rasant teurer

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Seit Einführung der Mietpreisebremse sind in 14 von 18 bayerischen Städten die Mieten stärker gestiegen als vor ihrem Inkrafttreten. Dies ergibt eine Erhebung von immowelt.de. Spitzenreiter sind Fürstenfeldbruck und Bamberg. Nur zwei Städte stellen eine Ausnahme dar – sie verzeichnen einen geringeren Anstieg als vor Mietpreisbremse. Ende Juli soll es eine neue Mieterschutzverordnung in Bayern geben. Zuvor hatte ein Richter des Amtsgerichts München die Auffassung vertreten, dass die Mietpreisbremse in München nicht anwendbar sei.

Erst im Juni hat das Münchner Amtsgericht die Mietpreisbremse in einem Fall für nichtig erklärt. Der Münchner Richter hält die bayerische Mieterschutzverordnung für unwirksam, da die Landesregierung unter anderem versäumt hätte darzulegen, warum es in einer Gemeinde einen angespannten Wohnungsmarkt gibt. Aufgrund der Entscheidung des Amtsgerichts wird nun eine Neufassung der Preisbremse angestrebt. Ein Ergebnis wird noch im Juli 2017 erwartet. In vielen Städten und Gemeinden sind trotz Mietpreisbremse die Mieten gestiegen.

Mietpreise in Fürstenfeldbruck und Bamberg trotz Mietpreisbremse gestiegen

Wer bereits seit ein paar Jahren in Fürstenfeldbruck, Bamberg oder Landshut zur Miete wohnt, weiß, was steigende Mietpreise bedeuten. Denn trotz Mietpreisbremse sind einer Erhebung von immowelt.de in diesen Städten die Preise stark gestiegen. Spitzenreiter ist Fürstenfeldbruck: in der oberbayerischen Stadt sind zwischen 2015 und dem ersten Halbjahr 2017 die Mietpreise um 21 Prozent auf durchschnittlich 11,70 Euro pro Quadratmeter gestiegen (Median). Auch Bamberger Mieter mussten tiefer in die Tasche greifen: 9,20 Euro pro Quadratmeter müssen sie mittlerweile im Schnitt berappen – das sind 18 Prozent mehr als noch vor zwei Jahren.

Mietpreisbremse: Nur zwei Städte verzeichnen geringeren Preisanstieg

Nur in zwei Städten sind die Preise seit Inkrafttreten der Mietpreisbremse weniger gestiegen: In Regensburg hat sich der Mietpreis von 2013 auf 2015 um neun Prozent erhöht, der Quadratmeterpreis lag im ersten Halbjahr 2015 bei zehn Euro, zwischen 2015 und 2017 gab es eine Preissteigerung um sechs Prozent auf 10,60 Euro pro Quadratmeter. In Rosenheim lag der Preisanstieg im ersten Halbjahr 2015 noch bei 12 Prozent – zwischen 2015 und 2017 stieg der Preis um zehn Prozent auf zehn Euro pro Quadratmeter.

Link-Tipp

Alles Wissenswerte zur Mietpreisbremse - wo sie gilt, welche Auswirkungen sie hat und was sie für Mieter & Vermieter bedeutet - erfahren Sie auf unserer Themenseite Mietpreisbremse im Ratgeber.

17.07.2017


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