Wo Kaufen bisher günstig war: Von Magdeburg bis Koblenz steigen die Immobilienpreise

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In fast allen deutschen Großstädten steigen die Kaufpreise für Immobilien. Die Städte mit den größten Preissprüngen sind allerdings nicht mehr die Metropolen mit ohnehin hohen Preisen – sondern neuerdings Großstädte unter 500.000 Einwohner mit bisher moderaten Preisen.

Deutschland hat 79 Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. immowelt.de untersuchte die Kaufpreise in diesen Großstädten und fand heraus: Die größten Preissprünge verzeichnen mittlerweile nicht mehr die Metropolen, sondern in erster Linie kleine Großstädte mit weniger als 500.000 Einwohnern. Immobilienkäufer orientieren sich vermehrt in Richtung alternativer Standorte mit noch moderaten Preisen. Das zeigt eine Kaufpreisauswertung von immowelt.de.

Vor allem Magdeburg und Koblenz werden teurer

Den größten Sprung machten die Kaufpreise für Immobilien innerhalb eines Jahres in Magdeburg. In der Stadt in Sachsen-Anhalt mit etwa 235.000 Einwohnern konnten Immobilienkäufervor einem Jahr noch Wohnraum für 1.070 Euro pro Quadratmeter erstehen. Doch in der Zwischenzeit stiegen die Kaufpreise um 31 Prozent auf im Median 1.400 Euro pro Quadratmeter. Damit überholte Magdeburg die Stadt Halle, wo die Kaufpreise kaum anstiegen und der Quadratmeter Wohnfläche 1.290 Euro kostet – 2016 lag der Quadratmeterpreis noch bei 1.210 Euro.
Neben Magdeburg stiegen die Kaufpreise vor allem in Koblenz rasant; und zwar um 19 Prozent. Vor einem Jahr wurden noch 1.890 Euro pro Quadratmeter Wohneigentum fällig, inzwischen sind es 2.250 Euro.

Preise in den Metropolen steigen weniger stark

Zwar stiegen die Immobilienpreise in fast allen der 14 größten Städte Deutschlands weiterhin, doch zogen die Preise nicht mehr ganz so stark an. In Köln beispielsweise nur um ein Prozent, in Nürnberg um drei Prozent – von 2.670 Euro auf 2.750 Euro pro Quadratmeter. Essen gehört gar zu jenen Städten, in denen die Kaufpreise fielen. In München stiegen die Preise um 6 Prozent, dort kostet der Quadratmeter inzwischen  6.470 Euro.

Neben Essen fielen die Preise auch in sechs weiteren Städten. In Gelsenkirchen wurde der größte Preisnachlass verzeichnet und zwar von 14 Prozent. Mit 860 Euro pro Quadratmeter ist die Stadt im Ruhrpott nun die zweitgünstigste Großstadt Deutschlands. Noch weniger müssen Käufer lediglich in Chemnitz bezahlen, dort werden 820 Euro pro Quadratmeter fällig. Ob in diesen günstigen Städten in einiger Zeit ebenfalls Preissprünge wie in Magdeburg zu erwarten sind, hängt davon ab, ob die strukturellen Probleme überwunden werden können und auch die Arbeitslosigkeit wieder sinkt.

Kaufpreise, Großstädte, Immobilienpreise, Grafik: immowelt.de
München ist nach wie vor die teuerste Großstadt Deutschlands. Aber auch Freiburg und Ingolstadt sind vorne mit dabei. Grafik: immowelt.de
Kaufpreise, Entwicklung, Großstädte, Grafik: immowelt.de
Die Kaufpreise für Immobilien zogen vor allem in Krefeld, Koblenz und Magdeburg an. In Salzgitter, Bottrop, Essen und Gelsenkirchen sanken sie dagegen zum Teil deutlich. Grafik: immowelt.de

Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise in den 79 deutschen Großstädten über 100.000 Einwohnern waren 315.600 auf immowelt.de inserierte Angebote. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der jeweils in den ersten Halbjahren 2016 und 2017 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

30.06.2017


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1 Kommentar

Gütersloher am 09.07.2017 16:07

Wo ist Gütersloh? Ich habe das Gefühl, dass die Preise hier nicht nur gestiegen, sondern sogar explodiert sind!

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