Beschluss des Bundestags: Doch kein Sachkundenachweis für Makler

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Die Bundesregierung hatte geplant, für Makler und Wohnungseigentumsverwalter einen verpflichtenden Sachkundenachweis einzuführen. Allerdings blieb es nur beim Plan – denn das angestrebte Gesetz wurde nicht in seiner ursprünglichen Form verabschiedet. Statt eines Sachkundenachweises führt die Regierungskoalition jetzt lediglich eine Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler ein.

Das Gesetz war von langer Hand geplant – schon im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD war von einem verpflichtenden Sachkundenachweis für Immobilienmakler die Rede. Um diesen zu erhalten, hätten Makler eine Prüfung ablegen müssen, um so ihre Qualifikation nachzuweisen. Auch das Kabinett hatte sich schon auf den Sachkundenachweis verständigt. Doch eben dieser Nachweis ist jetzt vom Tisch. Der Bundestag hat stattdessen ein Gesetz verabschiedet, mit dem lediglich eine Weiterbildungspflicht für Immobilienprofis eingeführt wird.

Weiterbildungspflicht statt Sachkundenachweis

So wird für Immobilienmakler jetzt zwar kein Sachkundenachweis, wohl aber regelmäßige Weiterbildung zur Pflicht. Die entsprechenden Maßnahmen müssen dabei mindestens 20 Stunden innerhalb von drei Jahren umfassen. Zudem werden Makler und Immobilienverwalter verpflichtet, Verbraucher über absolvierte Fortbildungen zu informieren. Letztere sollen so ein besseres Bild von der Qualifikation des Immobilienmaklers bekommen.

Im Gesetzentwurf war ursprünglich eine sogenannte Alte-Hasen-Regelung vorgesehen. Demnach wären Makler und Verwalter, die mindestens sechs Jahre im Gewerbe tätig waren, vom Sachkundenachweis befreit gewesen. Die jetzige Fortbildungsregelung trifft jedoch alle Makler und Verwalter – unabhängig davon, wie lange sie ihrem Beruf schon nachgehen. Lediglich Makler und Verwalter, die einen staatlich anerkannten Aus- oder Fortbildungsabschluss wie Immobilienkaufmann oder Immobilienfachwirt haben, sind in den ersten drei Jahren nach Aufnahme ihrer Tätigkeit von den Weiterbildungspflichten befreit. Ebenfalls im Gesetz verankert ist eine Berufshaftpflichtversicherung. Diese gilt jedoch nur für Immobilienverwalter – nicht für Makler.

Kritik vom IVD

Schon im Vorfeld des Bundestagsbeschlusses gab es Kritik vom Immobilienverband IVD. Das Gesetz zur Berufszulassungsregelung sei nur ein erster Schritt in die richtige Richtung. „Wir werden das dicke Brett ‚Sachkundenachweis‘ in der nächsten Legislaturperiode weiter bohren. Die Branche will ihn und auch die Verbraucher wollen ein Qualitätsversprechen“, sagt IVD-Präsident Jürgen Michael Schick.

23.06.2017


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