Studie belegt: Mietpreisbremse in NRW gescheitert

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Gut gemeint und doch gescheitert: Die Mietpreisbremse in NRW wirkt nicht. Eine Studie zeigt, wie sehr sie ihren Zweck verfehlt hat. Die künftige Landesregierung beabsichtigt bereits, die Bremse abzuschaffen.

Am 1. Juli 2015 wurde die Mietpreisbremse in NRW eingeführt. Seither hat sich einiges getan – doch nicht das, was erwartet wurde. Wie eine Studie von immowelt.de zeigt, stiegen die Mieten dennoch weiter. In 13 der 22 untersuchten Städten schossen die Mietpreise in den letzten zwei Jahren sogar noch weiter in die Höhe als in den beiden Jahren vor Einführung der Mietpreisbremse.

So stark stiegen die Mieten in den einzelnen Städten

Mietpreisbremse NRW, Grafik: immowelt.de

In diesen 13 Städten stiegen die Preise nach Einführung der Mietpreisbremse noch stärker:

StadtVeränderung von 2013 zu 2015Veränderung von 2015 zu 2017Mietpreise im 1. Quartal 2017
Monheim am Rhein– 2 %+ 16 %6,40 €/m²
Troisdorf+ 3 %+ 13 %7,80 €/m²
Düsseldorf+ 2 %+ 11 %9,90 €/m²
Frechen+ 7 %+ 11 %8,80 €/m²
Siegburg+ 3 %+ 10 %7,80 €/m²
Ekrath+ 6 %+ 9 %7,50 €/m²
Ratingen+ 1 %+ 9 %8,40 €/m²
Langenfeld+ 4 %+ 9 %8,50 €/m²
Neuss+ 3 %+ 8 %7,80 €/m²
Brühl+ 4 %+ 8 %8,50 €/m²
Meerbusch+ 2 %+ 7 %9,00 €/m²
Hürth+ 5 %+ 7 %9,00 €/m²
Kleve+ 3 %+ 6 %6,70 €/m²

 

Brennpunkt Düsseldorf: Die Mieten schießen weiter in die Höhe

Bereits vor der Mietpreisbremse waren die Mieten in Düsseldorf hoch. Anfang 2013 lag der Mietpreis bei 8,70 Euro pro Quadratmeter und stieg bis 2015 nur um zwei Prozent. Danach schoss er um weitere 11 Prozent in die Höhe, so dass Anfang 2017 der Mietpreis bei 9,90 Euro pro Quadratmeter lag. Dafür gibt es viele Gründe: Düsseldorf ist eine wachsende Stadt, bis 2030 wird ein Zuwachs von 30.000 Einwohnern prognostiziert. Gleichzeitig mangelt es an Bauplätzen. Um den Mietmarkt zu entspannen, reagierte die Stadt 2015 mit einem Handlungskonzept namens „Zukunft Wohnen.Düsseldorf“, das aber bisher nicht zu greifen scheint.

Mieten in Köln: am teuersten, aber stabil

Ein erfolgreicheres Vorgehen gegen die Wohnraumknappheit und die hohen Mietpreise zeigt die Stadt Köln. Anfang 2013 kostete ein Quadratmeter Wohnfläche im Median 9,10 Euro, Anfang 2017 waren es 10,30 Euro. Bei den 22 untersuchten Städten ist Köln damit zwar nach wie vor Spitzenreiter in Sachen teuerste Miete. Aber während die Mietpreise in den zwei Jahren vor der Mietpreisbremse noch um 10 Prozent stiegen, waren es seither lediglich 2 Prozent. Die Domstadt beschloss bereits 2014 das „Stadtenwicklungskonzept Wohnen“, seitdem entstehen jedes Jahr 3.400 neue Wohnungen.

Schlussstrich: Mietpreisbremse soll in NRW abgeschafft werden

Nach zwei Jahren wird die Mietpreisbremse in NRW nun kritisch beäugt. Die künftige Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag die Aufhebung der Mietpreisbremse vereinbart.

Link-Tipp

Aufhebung von Mietpreisbremse, Kappungsgrenze und mehr: Lesen Sie hier, was laut Koalitionsvertrag in NRW abgeschafft werden soll.

Lesen Sie hier alles Wichtige zur Mietpreisbremse für Mieter und Vermieter.


*Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den 22 NRW-Städten waren 28.660 Mietwohnungen und -häuser, die jeweils im 1. Quartal 2013, 2015 und 2017 auf immowelt.de inseriert wurden. Die Mietpreise spiegeln den Median der Nettokaltmieten bei Neuvermietung wider.

22.06.2017


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