Ist der Sachkundenachweis vom Tisch?

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Durch einen Gesetzentwurf sollte der Sachkundenachweis für Makler und Wohnungseigentumsverwalter eigentlich Pflicht werden – diese Pflicht scheint nun vom Tisch zu sein. Stattdessen soll sich die Regierungskoalition darauf geeinigt haben, eine Weiterbildungspflicht einzuführen.

Ursprünglich war im Gesetzesentwurf zur Einführung einer Berufszulassungsregelung eine Sachkundeprüfung für Makler und Immobilienverwalter vorgesehen. Nun soll sie aber vom Tisch sein und stattdessen eine Weiterbildungspflicht für Immobilienprofis eingeführt werden, wie unter anderem der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter (DDIV) berichtet.

Weiterbildungspflicht in überschaubarem Rahmen

Durch diese Änderung würden regelmäßige Fortbildung für Makler und Verwalter verpflichtend. Die Weiterbildungsmaßnahmen müssen mindestens 20 Stunden innerhalb von drei Jahren umfassen und gegenüber der Erlaubnisbehörde nachgewiesen werden. Zudem soll es eine Informationspflicht über absolvierte Fortbildungen gegenüber den Verbrauchern geben. Diese sollen sich so ein besseres Bild über die Qualifikation ihres Geschäftspartners machen können.

Pflicht würde auch für alte Hasen und Miethausverwalter gelten

Im ursprünglichen Gesetzesentwurf war vorgesehen, dass Makler und Verwalter eine Prüfung bei der Industrie- und Handelskammer ablegen müssen, um ihre fachliche Eignung nachzuweisen. Makler und Verwalter, die schon mindestens sechs Jahre im Gewerbe tätig waren, sollten hiervon befreit werden. Diese Alte-Hasen-Regelung würde bei der Fortbildungspflicht nicht gelten: sie betrifft alle Makler und Verwalter, unabhängig von ihrer Berufserfahrung. Zudem soll sie nicht nur für WEG-, sondern auch für Miethausverwalter gelten.

Am 22. Juni liegt der Gesetzentwurf im Bundestag

„Wir gehen davon aus, dass das Gesetz am 22. Juni so beschlossen wird“, sagt Martin Kassler vom DDIV. Schließlich habe sich die Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD in einer öffentlichen Anhörung sowie drei Berichterstattergesprächen auf diese kompromissfähige Regelung geeinigt.

Werden die Änderungen so beschlossen, stehen die zweite und dritte Lesung an. Da das Gesetz nicht zustimmungspflichtig ist, wäre das die letzte Hürde des Gesetzentwurfes – danach wird er zum Gesetz.

Kritik an der Weiterbildungspflicht gibt es schon jetzt. Dem DDIV gehen die Regelungen nicht weit genug: „Immobilienverwalter müssten als einzig nennenswerte Voraussetzung eine 20-Stunden-Fortbildung in drei Jahren absolvieren – das ist zu wenig“, so Kassler.

14.06.2017


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