Ran an den Speckgürtel: Immobilienkäufer weichen aufs Umland aus

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Die Großstädte platzen aus allen Nähten – immer mehr Immobilienkäufer drängen darum ins Umland, auf der Suche nach Wohneigentum. In den letzten fünf Jahren stieg die Nachfrage in mehreren Städten sogar um über 300 Prozent. Eine Studie von immowelt.de zeigt, wo der Ansturm auf den Speckgürtel am stärksten ist.

Speckgürtel, Immobilienkäufer, Foto: Sydia Productions/ fotolia.com
Endlich im eigenen Garten grillen: Für das Happy End im Eigenheim suchen Immobilienkäufer verstärkt im Speckgürtel der Städte – bis zu 25 Kilometer im Umland. Foto: Sydia Productions/ fotolia.com

Freie und bezahlbare Immobilien in der Großstadt sind rar gesät. Wer den Wunsch vom Eigenheim dennoch nicht von der Liste seiner Lebensziele streichen will, erweitert darum lieber den Suchradius – und weicht verstärkt bis zu 25 Kilometer ins Umland aus. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von immowelt.de, die die Nachfrage im Umkreis von 14 Großstädten untersucht hat.* Dafür wurde betrachtet, wie sich die Anfragen auf Immobilienanzeigen entwickelten, die 2011 und 2016 auf immowelt.de inseriert wurden.

Speckgürtel hoch im Kurs: Umland von Stuttgart auf Platz 1

InStuttgartstieg der Kurs des Häuschens am Stadtrand oder im Grünen am steilsten an: innerhalb von fünf Jahren um 377 Prozent. Zum Vergleich: In der Stadt selbst kletterte die Anzahl der Anfragen lediglich um 82 Prozent. Die Studie nennt als einen Grund den starken Preisunterschied: Wer im Umland kauft, kann über 800 Euro pro Quadratmeter sparen.

Der Speckgürtel rund um Berlin folgt erst auf Platz zwei – dort stieg die Nachfrage um 318 Prozent. In der Stadt gab es im Jahr 2016 nur 17 Prozent mehr Anfragen als noch im Jahr 2011. Das Sparpotenzial bei der Umkreissuche liegt bei 900 Euro pro Quadratmeter: Im Umland blättern Immobilienkäufer für den Quadratmeter Eigentum 2.100 Euro hin, während sie in der Stadt über 3.000 Euro zahlen müssten.

Mit 317 Prozent mehr Anfragen liegt das Umland von Frankfurt am Main knapp an dritter Stelle. In der Stadt selbst sind es 68 Prozent mehr als noch vor fünf Jahren.

Während in einem Dutzend der Städte das Umland höher im Kurs steht als die Stadt selbst, gibt es zwei Städte, bei denen es andersherum ist.

Nur in zwei Städten steht der Umkreis weniger hoch im Kurs

In der gesamten Analyse gibt es nur zwei Städte, in denen die Nachfrage nach Wohneigentum in der Stadt stärker gestiegen ist als im Umland: Magdeburgund Chemnitz. In Chemnitz selbst gab es 199 Prozent mehr Anfragen als noch vor fünf Jahren, während der Anstieg im Umland bei 140 Prozent liegt. In Magdeburg stieg die Nachfrage um 197 Prozent – im Umkreis von 25 Kilometern waren es 124 Prozent. In beiden Städten liegt der Quadratmeter Wohneigentum noch unter 1.000 Euro – das könnte mit ein Grund dafür sein, warum die Nachfrage nach Immobilien auf dem Land noch nicht stärker gestiegen ist.

Köln bleibt bei Auswertung außen vor

Eigentlicher Platz eins der Untersuchung wäre Köln – dort schoss die Anfrage nach Immobilieneigentum im Umland um 488 Prozent in die Höhe. Da die Stadt jedoch Teil der dicht besiedelten Metropolregion Rhein-Ruhr ist, ist sie nur bedingt mit den übrigen Großstädten vergleichbar und wurde daher bei der Platzierung nicht berücksichtigt.

*Berechnungsgrundlage:
Für die Analyse der 14 untersuchten Städte und der jeweiligen Umlandregionen wurde die Entwicklung der Anfragen auf Immobilienangebote betrachtet, die in den Jahren 2011 und 2016 auf immowelt.de inseriert wurden. Insgesamt flossen mehr als 1,25 Million anonymisierte Anfragen in die Analyse ein.

10.05.2017


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