Wunsch versus Wirklichkeit: Das sind Immobilienkäufer bereit zu zahlen

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Gebaut wird immer – vor allem im letzten Jahr: 375.000 Baugenehmigungen wurden allein 2016 erteilt. Höchststand seit 1999. Viele wünschen sich zwar ein Eigenheim, aber nicht um jeden Preis. In vielen Städten klaffen die Preisvorstellungen von Käufern und Anbietern auseinander. Wie sehr sich diese unterscheiden, zeigt eine Analyse von immowelt.de.

Immobilienpreise, Angebot, Nachfrage, Foto: tuk69tuk/Fotolia
Was Immobilienkäufer bereit sind zu zahlen, liegt in vielen Städten unter den angebotenen Preisen. Foto: tuk69tuk/Fotolia

Städte wachsen und mit ihnen die Nachfrage nach Wohneigentum. Um dem Ruf nach Wohnraum gerecht zu werden, gibt es in manchen Städten einen regelrechten Neubau-Boom. Allerdings liegen die Immobilienpreise oftmals über dem, was Käufer bereit sind zu zahlen. In manchen Städten ist die Schere zwischen der Zahlungsbereitschaft und Angebotspreis besonders groß.

Leipzig und Nürnberg: Wunsch und Realität liegen weit auseinander

Allein in Leipzig wurden im Jahr 2016 Baugenehmigungen für 3.204 Wohnungen erteilt. Zugleich verfügt der Immobilienmarkt über viele Bestandsobjekte, die um einiges günstiger sind als die Neubauten. Dies hat zur Folge, dass die Käufer nach Immobilien für rund 1.590 Euro pro Quadratmeter suchten – 23 Prozent weniger als der Preis pro Quadratmeter, der auf dem Markt tatsächlich verlangt wird.

Auch in Nürnberg ist die Nachfrage nach günstigeren Objekten groß: 2.750 Euro pro Quadratmeter wollten Käufer im Schnitt für eine Immobilie ausgeben – angeboten wurden im ersten Quartal aber Objekte für 3.060 Euro pro Quadratmeter – zehn Prozent weniger.

In nur wenigen Städten liegen die Preise der angebotenen und gesuchten Immobilien nah beieinander.

Ausgewogenes Verhältnis in Dortmund, in Essen würden Käufer mehr zahlen

In Dortmund halten sich die Preise die Waage: Käufer fragten nach Kaufimmobilien für 1.640 Euro pro Quadratmeter und lagen damit nicht weit weg von den Quadratmeterpreisen für 1.650 Euro. Ein umgekehrtes Verhältnis zeigt sich in Essen. Hier lagen die Anfragen auf immowelt.de bei 1.430 Euro, der angebotene Immobilienpreis pro Quadratmeter dagegen bei 1.380 Euro. Dies entspricht einem Unterschied von vier Prozent. Gründe für diese Entwicklung sind unter anderem, dass 2016 nur 824 neue Wohnungen genehmigt wurden und viele günstige, unattraktive Bestandsbauten am Markt sind. Käufer bevorzugten daher die teureren Objekte.

Berechnungsgrundlage
Für die Analyse wurden mehr als 43.400 Angebote untersucht, die im 1. Quartal auf immowelt.de inseriert wurden. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise und geben den Median der im 1. Quartal 2017 angebotenen Wohnungen und Häuser wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Für die Nachfragepreise wurden die Anfragen auf die angebotenen Objekte untersucht und ebenfalls der Median gebildet. Auch hier handelt es sich nicht um Abschlusspreise.

Info

Die Zahlen zur Studie finden Sie in unserer Pressemittlung Neubau-Boom in Großstädten: Angebot und Bedarf entwickeln sich auseinander.

26.04.2017


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6 Kommentare

turboebse@web.de am 26.05.2017 14:12

hallo

alles gut und schön.

aber der zustand z.b. zugemüllt ca 3 container u.s.w. sollte auch berücksichtigt werden und sich nicht darauf berufen, dass es z.z. son wenige immobilien gibt und alles gekauft werde.

(Auss<age eines maklers )

... mehr
auf Kommentar antworten

Cord Grasse am 15.05.2017 08:32

Kaufpreise entwickeln sich durch Angebot und Nachfrage und nicht nach Wünschen.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 15.05.2017 16:44

Hallo Cord Grasse,

da stimmen wir Ihnen zu. Die Gegenüberstellung von ‚Wunsch versus Wirklichkeit‘ in der Überschrift sollte die Diskrepanz bei den Preisvorstellungen überspitzt darstellen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre... mehr

Qiam Khiamuddin am 12.05.2017 18:52

Sehr geehrtes ImmoWelt Team,

könnten Sie mir den Link zur der Studie senden/weiterleiten?

Tja, dass die Kaufinteressenten immer weniger zahlen wollen ist nichts neues. Es darf aber auch nicht außeracht gelassen werden, dass die... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 15.05.2017 16:41

Sehr geehrte MainHouse Immobilien,

weitere Informationen finden Sie in unserer Pressemitteilung vom 26.04.2017.

Herzliche Grüße

Ihre Immowelt-Redaktion

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