Pendeln statt umziehen: Warum Viele einen langen Arbeitsweg auf sich nehmen

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Ob Auto, Bus oder Bahn: Für 56 Prozent der Deutschen darf der Weg zur Arbeit bis zu eine Stunde dauern – ist er jedoch länger, würden sie lieber näher an den Arbeitsort ziehen. Eine repräsentative Studie von immowelt.de hat nachgefragt, warum Pendler manchmal lange Arbeitswege auf sich nehmen.

Arbeitsweg, Pendler, Foto: Halfpoint/ fotolia.com
Eine Stunde Arbeitsweg? Für 56 Prozent der Pendler ist das noch voll im Rahmen. Foto: Halfpoint/ fotolia.com

Bis zu 60 Minuten darf der Weg zur Arbeit dauern– dann ist für die meisten Deutschen die Schmerzgrenze erreicht. Laut einer repräsentativen Studie von immowelt.de wären 56 Prozent aller Deutschen erst dann bereit, näher zum Arbeitsort zu ziehen.* Einige Pendler sind sogar noch geduldiger: 22 Prozent würden zwei Stunden und mehr für den einfachen Arbeitsweg in Kauf nehmen, nur um nicht umziehen zu müssen. Was sind ihre Gründe?

Pro Pendeln: Zufriedenheit mit Wohnort

Die Hauptmotivation der Pendler: Rund drei von vier (76 Prozent) nehmen den längeren Arbeitsweg auf sich, schlicht weil sie mit ihrem Wohnort so zufrieden sind. Für 13 Prozent ist hingegen der Blick in den Geldbeutel ausschlaggebend: Eine Wohnung oder ein Haus wie sie jetzt haben, könnten sie sich zu diesem Preis in der Nähe vom Arbeitsplatz nicht leisten. Sechs Prozent der Pendler warten erstmal ab: Sie haben gerade erst mit dem neuen Job angefangen und wollen sich mit dem Umzug noch Zeit lassen. Ein starkes Argument gegen das Pendeln ist aber für viele die Familie.

Kontra Pendeln: Familienzeit ist wichtiger

Wer zu lange unterwegs ist, kommt oft erst nach Hause, wenn die Kinder schon im Bett sind. Berufstätige mit Kindern haben darum eine besonders niedrige Hemmschwelle, was das Umziehen angeht: Dauert der einfache Arbeitsweg länger als eine Stunde, packen 63 Prozent der Pendler lieber die Umzugskisten. Bei den Singles  sind es hingegen nur 51 Prozent. Gerade bei Fahrtzeiten von mehr als zwei Stunden zum Arbeitsplatz gehen die Meinungen zwischen Pendlern mit und ohne Kinder auseinander: Während 14 Prozent der Paare ohne Kinder das noch dulden, sind es bei den Paaren mit Kind lediglich 9 Prozent.

Fazit: Ein schöner Wohnort ist für die meisten Pendler auch lange Wegstrecken wert, zumal ein vergleichbares Zuhause in der Nähe vom Arbeitsort oft teurer wäre. Wer jedoch Kinder hat, für den ist eine kürzere Fahrtzeit wichtiger – und auch einen Umzug wert.

Link-Tipp

Für Pendler: Wer weiter weg wohnt, aber den Wohnort dennoch nicht wechseln will, für den kann ein Zweitwohnsitz eine Option sein: Dafür spart man unter der Woche Zeit, muss aber oft Steuern zahlen. Lesen Sie hier, wer Zweitwohnsitzsteuer zahlen muss und wann sie fällig wird.

Für umzugswillige Eltern: Ein Umzug bedeutet für Kinder oft auch eine Reise ins Ungewisse. Unsere Autorin zeigt Ihnen, wie Sie diese Herausforderung emotional und organisatorisch meistern.

*Für die von immowelt.de beauftragte repräsentative Studie „Wohnen und Leben 2017“ wurden im Februar 2017 deutschlandweit 1.000 Personen (Online-Nutzer) ab 18 Jahren befragt.

01.03.2017


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