Wohnkosten in reichen Städten fressen Einkommen

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Wer in einem der zehn reichsten Stadt- und Landkreise Deutschlands zur Miete wohnt, verfügt oftmals über ein gutes Einkommen. Aber: Relativ viel davon muss er dann wieder für die Miete ausgeben. Sowohl die höchste Kaufkraft als auch das höchste Einkommen finden sich dabei in München.

Die Mieten in den zehn reichsten Stadt- und Landkreise Deutschlands schlucken große Teile des Einkommens der Mieter. Dies ergab eine Analyse von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale. Besonders drastisch zeigt sich das in München. Mit einer Pro-Kopf-Kaufkraft von 30.136 Euro jährlich gehören die Bewohner zu den Top-Verdienern. Aber: Die hohen Mietpreise mindern das, was am Ende zum Leben übrig bleibt. In der bayerischen Landesstadt liegen die Mieten bei 16,10 Euro pro Quadratmeter im Median und somit deutlich über dem Bundesschnitt von 6,80 Euro.

München und Umgebung: Heimat der Top-Verdiener

Nicht nur die Stadt ist attraktiv, auch die Münchner Landkreise stehen hoch im Kurs. Dies wirkt sich entsprechend auf die Mietpreise aus: Im Landkreis München müssen Mieter für den Quadratmeter 13,30 Euro berappen und zahlen damit fast doppelt so viel wie im Deutschlandmittel. Mit einer Kaufkraft von 30.907 Euro liegt das Gebiet sogar 771 Euro über der Stadt München. Auch wer in den einkommensstarken Landkreisen Ebersberg oder Dachau wohnt, kommt nicht günstig weg und muss für das Landleben mit 11 Euro pro Quadratmeter sogar mehr als für eine Stadtwohnung in Hamburg zahlen.

Frankfurts reiche Nachbarn: Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis

Der Hochtaunuskreis ist Starnberg sehr ähnlich – zumindest was die Kaufkraft betrifft.  Diese liegt bei 31.561 Euro  und somit 42 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig sind die Mieten auch hier hoch: Mit 10,30 Euro pro Quadratmeter liegen sie 52 Prozent über dem bundesweiten Schnitt. Auch die fränkische Siemensstadt Erlangen verfügt über eine hohe Kaufkraft mit 27.356 Euro pro Kopf – 23 Prozent über dem Deutschlandmittel. Relativ viel davon müssen die Erlanger für ihre Miete ausgeben: Diese liegt mit zehn Euro pro Quadratmeter 47 Prozent über dem bundesweiten Median.

Eine hohe Kaufkraft ist also nicht alles – denn wer in einer der reicheren Gegenden Deutschlands wohnt, muss gleichzeitig auch viel davon gleich wieder in seine Wohnung stecken.

24.01.2017


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