Immobilienjahr 2017: Ein Ausblick

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Höhere Umzugspauschale, teurer Strom und Rauchmelderpflicht in weiteren Bundesländern: Das Jahr 2017 bringt für Mieter, Käufer, Vermieter und Eigentümer einige Änderungen. Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick.

Ausblick, Immobilienjahr 2017, Foto: Sunny-studio/fotolia.com
Ein Ausblick aufs Immobilienjahr 2017: Auf Mieter, Vermieter, Käufer und Eigentümer kommen einige Änderungen zu. Foto: Sunny-studio/fotolia.com

Auf Mieter, Eigentümer und Vermieter kommen 2017 etliche neue Regelungen zu. Diese Neuerungen gilt es, im Blick zu behalten:

Höhere Umzugspauschale

Wer berufsbedingt umziehen muss, kann ab dem 1. Februar 2017 einen höheren Pauschalbetrag als Werbungskosten steuerlich geltend machen: Für Singles steigt die Umzugspauschale auf 764 Euro (bisher: 746 Euro), für Verheiratete auf 1.528 Euro (bisher: 1.493 Euro). Für weitere Personen des Haushalts kommen 337 Euro (bisher: 329 Euro) hinzu. Wichtig: Nicht jeder berufsbedingte Umzug ist steuerlich absetzbar. Der Fiskus beteiligt sich in der Regel über die Umzugspauschale nur dann an den Kosten, wenn sich der Arbeitsweg durch den Umzug um mindestens eine Stunde pro Tag verkürzt. Tipp: Für private Umzüge können zum Beispiel die Lohnkosten für das Umzugsunternehmen als haushaltsnahe Dienstleistung geltend gemacht werden. Der Fiskus zahlt maximal 20 Prozent der Arbeitskosten, bis zu 4.000 Euro.

Strom wird teurer

Strom wird 2017 teurer. Das hat mehrere Gründe: Zum einen steigt die Umlage für erneuerbare Energien (EEG-Umlage) um rund einen halben Cent pro Kilowattstunde auf 6,88 Cent. Zum anderen steigen allgemein auch die Netznutzungsentgelte: Etliche Stromanbieter haben deshalb schon Preiserhöhungen angekündigt. Tipp: Erhöht der Stromanbieter die Preise, haben Verbraucher ein Sonderkündigungsrecht. Ob Klauseln, die ein Sonderkündigungsrecht ausschließen, wenn die Preise nur wegen der EEG-Umlage steigen, wirksam sind, ist höchstrichterlich noch nicht entschieden. Das Oberlandesgericht Düsseldorf vertrat allerdings in einem aktuellen Urteil die Ansicht, dass dem Kunden das Kündigungsrecht auch dann zusteht, wenn lediglich die EEG-Umlage für die Preiserhöhung ausschlaggebend ist (Az. I-20 U 11/16).

Digitales Antennenfernsehen: DVB-T geht, DVB-T2 HD kommt

Immobilienjahr 2017, DVB-T2 HD, DVB-T, Foto: sakkmesterke/fotolia.com
Wer bisher TV über DVB-T empfing, blickt ab Ende März in die Röhre. Außer er hat einen neuen DVB-T2 HD-Receiver. Foto: sakkmesterke/fotolia.com

Wer Fernsehprogramme weder per Kabel noch über eine SAT-Anlage empfangen kann, muss auf das digitale Antennenfernsehen DVB-T zurückgreifen. Das wird allerdings am 29. März 2017 abgeschaltet – und durch das hochauflösende DVB-T2 HD ersetzt. Besitzer älterer, nicht HD-fähiger Receiver blicken dann auf einen schwarzen Bildschirm, wenn sie sich nicht rechtzeitig ein neues Empfangsgerät gekauft haben. Doch auch an einer zweiten Stelle müssen Verbraucher mit Extra-Kosten rechnen: Die Privatsender RTL, ProSieben, Sat.1 wollen nach einer Übergangsphase ab dem 1. Juli 2017 ihre Sender verschlüsselt über die Plattform Freenet TV ausstrahlen und verlangen für die Freischaltung 69 Euro im Jahr. Öffentlich-rechtliches HD-Programm  über DVB-T2 bleibt weiterhin kostenfrei.

Rauchmelderpflicht in weiteren Bundesländern

Rauchmelder sind schon jetzt fast überall in Neubauten per Gesetz vorgeschrieben. Nach und nach müssen jetzt aber auch Bestandsbauten nachgerüstet werden. 2017 sind drei Bundesländer an der Reihe: In Nordrhein-Westfalen und im Saarland müssen bereits zum 1. Januar 2017 alle Wohnungen mit den Brandmeldern ausgestattet sein. Die Bayern haben noch ein Jahr länger Zeit: Spätestens am 31. Dezember 2017 müssen im Freistaat die Geräte in Schlafräumen, Kinderzimmern, Fluren sowie Aufenthaltsräumen montiert worden sein.

In Berlin gab es bislang gar keine Rauchmelderpflicht. Dort müssen ab 1. Januar 2017 Neubauten mit den Geräten ausgestattet werden. Bestandsbauten müssen dann bis Ende 2020 nachgerüstet werden.

Höhere Grunderwerbsteuer in Thüringen

Wer 2017 in Thüringen eine Immobilie kauft, muss künftig tiefer in die Tasche greifen: Die Grunderwerbsteuer steigt am 1. Januar von fünf auf 6,5 Prozent vom Kaufpreis.

Noch nicht sicher: Kommt eine neue Eigenheimförderung?

Um mehr Menschen Wohneigentum zu ermöglichen, will Bundesbauministerin Barbara Hendricks die Eigenheimzulage aus der Versenkung holen: Diesmal soll die Wohnraumförderung Familienbaugeld heißen und Familien abhängig von der Kinderzahl mit bis zu 20.000 Euro unterstützen. Das Geld soll es aber nur für Familien mit bis zu 70.000 Euro Jahreseinkommen und in Gegenden mit knappem Wohnraum geben. In einer Innofact-Umfrage im Auftrag des Immobilienportals immowelt.de sprachen sich 52 Prozent der Befragten für eine solche Förderung aus, nur 16 Prozent sind dagegen. In Unionskreisen kursiert ein Alternativvorschlag namens Baukindergeld, einer jährlichen Zuzahlung zum Kindergeld, das ebenfalls jungen Familien beim Eigenheimbau helfen soll. Welche Förderung tatsächlich kommen wird, steht noch nicht fest. Absehbar ist aber, dass dies ein heißes Thema im Bundestagswahlkampf 2017 sein wird.

15.12.2016


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2 Kommentare

otzibus am 11.01.2017 17:29

Rauchmelderpflicht: Nicht nur in Nordrhein-Westefalen, auch im Saarland sind seit 1.1.2017 Rauchmelder in Bestandsbauten vorgeschrieben. Das "kleine Saarland" wird allzu oft vergessen.

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 12.01.2017 09:46

Hallo otzibus,

vielen Dank für Ihre Anmerkung. Wir haben das Saarland im Text ergänzt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

Royalgrove am 11.01.2017 16:44

Immer werden nur Bürger mit Kindern gefördert. Das diskriminiert Menschen ohne Kinder. Warum muss ich als kinderlose mehr Krankengeldbeitrag bezahlen als ein Mann mit Frau und 5 Kindern. Meine Kosten sind viel geringer. Warum muss ich... mehr

auf Kommentar antworten

Royalgrove am 14.01.2017 14:23

Eltern bekommen aber die Kinder nicht um einen Solidaritätsbeitrag zu leisten, sondern weil sie Kinder haben möchten.

Und wen Harzer Kinder bekommen die auch Harzer werden nutzt es auch nichts. Und in Deutschland ist es weit... mehr


T. Kohlmeier am 13.01.2017 20:32

Weil wir in einem Solidarsystem leben.

Durch die Erziehungsleistung und -kosten leisten Eltern einen x-fachen Solidarbeitrag. Darüber hinaus gewähren Nachfolgende Generationen auch die Rentenleistung, die Versorgung im Alter.

Denken... mehr


starkenburg am 11.01.2017 22:24

Ha,ha,ha, schade das du noch nicht begriffen hast, dass Menschen die Menschen produzieren vom Staat widerum ausgenutzt werden. Die Politiker eines Staates sind Marionetten der reichen Familien,

also Familien die Eigentümer von... mehr


Royalgrove am 11.01.2017 17:08

Liebe Kamikaze, Bürger die viel verdienen müssen doch nicht gefördert werden.


Kamikaze am 11.01.2017 16:54

stimmt nicht, immer werden nur nichtselbständige und Menschen mit wenig Arbeitseinsatz gefördert:

Ich bin selbständige Mutter mit einem Kind, mein Mann ist gesetzlich versichert und weder ich noch unsere Tochter können bei ihm... mehr