Brexit: Immobilienmarkt in Frankfurt unter Druck

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Der EU-Austritt Großbritanniens sorgt für große Aufregung und wird wirtschaftliche Folgen haben. Die Fortsetzung des Immobilienbooms und steigende Preise insbesondere in Frankfurt erscheinen wahrscheinlich. Wie stark der deutsche Immobilienmarkt betroffen ist, bleibt allerdings abzuwarten.

Brexit, Frankfurter Skyline, Foto: Michael Schütze / fotolia.com
Die Hochhäuser des Frankfurter Bankenviertels. Hier könnte es bald richtig eng werden – und teuer. Foto: Michael Schütze / fotolia.com

Die Briten haben abgestimmt, eine knappe Mehrheit entschied sich für den Brexit. Großbritannien wird also aus der EU austreten. Die Folge sind in erster Linie Euphorie bei den Befürwortern und Unsicherheit bei allen anderen Beteiligten, denn noch kann niemand abschätzen, was die Folgen des Brexit sein werden und wann diese eintreten. Immerhin können sich die Austrittsverhandlungen mit der EU über Jahre hinweg ziehen.

Unsicherheit auf Finanzmärkten sorgt für Immobilienboom

Die Unsicherheit zeigt sich insbesondere auf den Finanzmärkten: Noch während die letzten Hochrechnungen bekanntgegeben wurden, fiel der britische Pfund auf den niedrigsten Wert seit über 30 Jahren. Doch genau diese Unsicherheit könnte indirekt Folgen auf die Immobilienmärkte in Deutschland haben. Denn: „Der Brexit führt zu Unsicherheiten auf den Finanzmärkten, die Auswirkungen sind bereits zu spüren“, erklärt Immowelt-CEO Carsten Schlabritz. „Anleger suchen nach krisensicheren Anlagen, wodurch der anhaltende Immobilienboom weiter verstärkt wird.“ In der Vergangenheit sorgten die unsicheren Zustände auf den Finanzmärkten für niedrige Zinsen in Europa. Diese könnten tatsächlich noch weiter fallen, Negativzinsen auf Anlageformen wären die Folge. Davon profitieren letztendlich auch alle, die bauen wollen, denn die Bauzinsen würden noch auf unbestimmte Zeit niedrig bleiben.

Steigende Nachfrage am Finanzstandort Frankfurt

Insbesondere Frankfurt könnte den Brexit zu spüren bekommen. Zwar ist noch nicht gesagt, dass Finanzunternehmen massenhaft Angestellte aus London abziehen. Außerdem würden diese nicht zwangsläufig in Frankfurt landen, auch Dublin oder Paris wären Alternativen. Doch selbst kleine Umwälzungen hätten Auswirkungen auf den wichtigsten deutschen Finanzstandort: „Geht man von einer Verlagerung von nur 2 Prozent der Beschäftigten aus, erhöht sich die Anzahl der Mitarbeiter der Finanzbranche in Frankfurt bereits um 11 Prozent. Bei einer größeren Verlagerung von 5 bis 10 Prozent liegt die Steigerung bei 27 beziehungsweise 54 Prozent“, erklärte Dr. Tobias Dichtl, Researcher bei Colliers International in einer Pressemitteilung. „Selbst bei einem niedrig angesetzten Flächenbedarf von zehn Quadratmeter pro Beschäftigtem würde im ersten Szenario der Leerstand im Frankfurter Büromarkt um über 20 Prozent verringert. Im dritten Szenario wäre der aktuell vorhandene Leerstand vollständig abgebaut.“ Wenig Leerstand bedeutet wenig Auswahl, insbesondere größere, zusammenhängende Flächen wären schnell Mangelware. Das hätte eine hohe Konkurrenz um Büroflächen und damit automatisch steigende Preise zur Folge.

Und das hat letztendlich auch Auswirkungen auf den Markt für Wohnimmobilien. Der ist in Frankfurt jetzt schon angespannt, mit 13 Euro pro Quadratmeter gehören die mittleren Mieten in Frankfurt zu den teuersten in Deutschland. Sollte tatsächlich ein gewisser Teil der Finanzbranche von London nach Frankfurt umziehen, wäre ein Anstieg der Preise vorprogrammiert. Büros und Wohnungen würden um verfügbare Flächen konkurrieren. Dazu kommt die erhöhte Nachfrage an Wohnungen  durch den gesteigerten Zuzug.

27.06.2016


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1 Kommentar

Goran Grbic am 23.07.2016 10:02

Hallo ich suche für mich eine Zimmer Wohnung in Düsseldorf Derendorf

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Immowelt-Redaktion am 25.07.2016 10:45

Sehr geehrter Herr Grbic,

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