Bestellerprinzip: Folgen für Makler weniger dramatisch als befürchtet

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Als am 1. Juni 2015 das Bestellerprinzip eingeführt wurde, blickten viele Immobilienprofis skeptisch in die Zukunft. Jetzt zeichnet sich ab: Es sind weniger Makler vom neuen Gesetz betroffen, als erwartet. Das geht aus dem Marktmonitor Immobilien von immowelt.de hervor. Trotzdem lehnen 54 Prozent der Immobilienprofis das Bestellerprinzip immer noch ab.

Bestellerprinzip, Makler beim Besichtigungstermin, junges Paar, Foto: Monkey Business / fotolia.de
Die Wohnungsbesichtigung gehört auch weiterhin zu den Aufgabenbereichen eines Immobilienmaklers. Doch das Geld zahlt seit dem Bestellerprinzip meistens nicht mehr der Mieter. Foto: Monkey Business / fotolia.de

Das Bestellerprinzip schreibt vor, dass derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn beauftragt. Üblicherweise ist das der Vermieter. Zuvor war das vielerorts die Aufgabe des Mieters. Als das Gesetz vor einem Jahr eingeführt wurde, reagierten die Immobilienprofis skeptisch: Sie fürchteten maßgebliche Veränderungen ihres Berufsalltags, einige sprachen gar von einem Eingriff in die Berufsfreiheit. Bei einer Ad-Hoc-Umfrage, die im August 2015 von immowelt.de durchgeführt wurde, lehnten 63 Prozent der Immobilienprofis das Gesetz ab. Jetzt ist dieser Anteil auf 54 Prozent gesunken, wie der Marktmonitor Immobilien von immowelt.de zeigt.

Weniger Makler vom Bestellerprinzip betroffen als erwartet

Aus dem Marktmonitor geht aber auch hervor, dass weniger Immobilienprofis von der Gesetzesänderung betroffen sind, als erwartet: Im August 2015 gaben noch 37 Prozent der Makler an, stark vom Bestellerprinzip betroffen zu sein. Jetzt sind es nur noch 19 Prozent. 26 Prozent sind überhaupt nicht betroffen, etwa weil bei ihnen schon zuvor die Vermieter die Provision zahlen mussten oder sie gar keine Wohnungen vermieten.   Das gilt insbesondere für Immobilienprofis in Ostdeutschland: 18 Prozent gaben an, schon vor dem Bestellerprinzip die Provision vom Vermieter erhalten zu haben. In Süddeutschland liegt dieser Anteil bei lediglich 5 Prozent. Dementsprechend fiel den süddeutschen Maklern die Umstellung auf das neue Gesetz auch schwerer.

Bestellerprinzip hilft Mietern kaum

Den Mietern scheint das Bestellerprinzip derweil kaum zu helfen. Zwar glauben fast zwei Drittel aller Makler, dass es die schwarzen Schafe der Branche nun schwerer haben. Dass Mieter aber merklich entlastet würden, glaubt nicht einmal die Hälfte. Im Gegenteil, 60 Prozent glauben, dass die Mieten seit Einführung des Gesetzes sogar gestiegen seien.

30.05.2016


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35 Kommentare

Gau am 31.10.2017 18:16

Alles nur eine Mogelpackung. Festzustellen ist dass beim Bestellerprinzip in der Miete keine Verbesserungen im Mietpreis und Angebot stattgefunden haben. Im Gegenteil, die gehen alle unter der Hand für viel zu hohe Preise weg oder... mehr

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Thomas1234 am 28.06.2017 15:19

Dieses Gesetz ist ein Witz. Das klappt nicht einmal in Regionen, wo man sich mal so eben fünf Wohnungen anschauen und in Ruhe aussuchen kann. In Großstädten kann man es getrost vergessen.

Nehmen wir mal München. Hier bekommt man auf... mehr

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anonym2 am 07.07.2016 13:11

Hallo immowelt-Team,

wie stellen Sie sicher, dass sich an Ihrer Umfrage auch diejenigen Immobilienfirmen beteiligt haben, die nicht mehr am Markt sind, ihr Gewerbe also aufgegeben haben und somit per (Geschäfts-)E-Mail auch nicht mehr... mehr

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