Neue Betrugsmasche: Falsche Vermieter kassieren Kaution – so schützen sich Wohnungssuchende

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Mit einem neuen Trick versuchen Betrüger derzeit Wohnungssuchende abzuzocken: Dem sogenannten Wohnungskautionsbetrug. Dabei mieten die Gauner vorübergehend Appartements als Ferienwohnung an, bieten sie zur Vermietung an, kassieren von den Interessenten eine Kaution und tauchen unter. Die Wohnungssuchenden bekommen natürlich weder die Wohnung, noch sehen sie jemals ihr Geld wieder. Der Polizei liegen derzeit mehrere Fälle in München vor. Wie sich Wohnungssuchende schützen können.

Kaution, Betrug, Immobilienbetrug, Wohnungskautionsbetrug, Abzocke, Foto: VadimGuzhva / fotolia.com
Die Betrüger treten professionell auf: sie geben sich als Makler aus und zeigen Interessenten die Wohnung – die aber eigentlich gar nicht zu vermieten ist. Foto: VadimGuzhva / fotolia.com

Wer in Großstädten und  Ballungszentren eine Wohnung sucht, kennt das Szenario: Die Nachfrage ist groß, das Angebot – vor allem an günstigen Wohnungen – mehr als knapp. Diese Verzweiflung der Wohnungssuchenden machen sich Betrüger derzeit mit einer neuen Masche zunutze: Dem „Wohnungskautionsbetrug“ – wie die Polizei das Vorgehen nennt. Momentan sind neun Fälle in München bekannt, doch auch in anderen Städten könnten die Gauner zuschlagen.

Wohnungskautionsbetrug: So gehen die Betrüger vor

Die Vorgehensweise der Betrüger: Sie mieten über ein Online-Portal eine Wohnung vorübergehend als Ferienwohnung an – in den bekannten Fällen geschah das über die Online-Community Airbnb. Die Gauner geben sich als Eigentümer der Wohnung aus und bieten sie wiederum auf Immobilienplattformen zur Vermietung an. In den bekannten Münchner Fällen gingen die Betrüger sehr professionell vor: Sie fertigen extra Bilder für die Immobilienanzeige an und gestalten einen Lageplan der Wohnung. Melden sich Interessenten, werden Besichtigungstermine mit einem angeblichen Makler organisiert. Im Anschluss wird allen Interessenten via E-Mail vorgetäuscht, dass sie den Zuschlag für die Wohnung erhalten haben und für die Vermietung drei Monatsmieten Kaution plus Küchenabschlagszahlung leisten müssten. Wer nun den geforderten Betrag gutgläubig überweist, bekommt keine Wohnung und sieht auch sein Geld nicht wieder. Doppelt schlimm: Wenn der eigentliche Eigentümer der Wohnung merkt, dass seine Wohnung für Betrügereien genutzt wurde, ist es schon zu spät.

Die neue Masche ist deshalb so perfide, weil hier Wohnungen angeboten werden, die tatsächlich existieren, und dazu noch ein persönlicher Kontakt stattfindet.

Die Polizei rät Wohnungssuchenden, die Kaution nie vor Beginn des Mietverhältnisses zu zahlen, sondern erst, wenn der Mietvertrag unterschrieben und der Schlüssel übergeben ist.

Prüfen, ob Makler und Vermieter wirklich existieren

Des Weiteren sollten künftige Mieter überprüfen, ob der Makler beziehungsweise Vermieter wirklich existiert. Sie können sich dazu den Ausweis zeigen lassen. Auch ein Anruf im angeblichen Maklerbüro kann klären, ob der Makler wirklich existiert. Dabei sollten Wohnungssuchende aber nicht die Telefonnummer verwenden, die in der Immobilienanzeige angegeben ist, sondern die Nummer im Internet recherchieren.

Wichtig für Immobilienprofis: Geben Sie Ihren Kunden Sicherheit

Betrugsmaschen wie diese machen Wohnungssuchende misstrauisch und unsicher. Nehmen Sie als Immobilienprofi Ihren potenziellen Kunden diese Unsicherheit:

  • Klären Sie Ihre Kunden auf, dass Zahlungen immer erst nach Vertragsunterzeichnung fällig sind.
  • Zeigen Sie Wohnungssuchenden, dass Sie Mitglied in einem Berufsverband – wie zum Beispiel dem IVD – sind oder zeigen Sie Ihren Maklerschein gemäß § 34c der Gewerbeordnung.
  • Sie sind langjähriger Kunde bei einem Immobilienportal oder haben vielleicht sogar die Immowelt-Premium-Mitgliedschaft? Weisen Sie auf Ihrer Webseite darauf hin und hängen Sie den Partner Award gut sichtbar in Ihrem Büro aus.
  • Und das Wichtigste: Halten Sie sich selbst und Ihre Kunden über aktuelle Betrugsmaschen auf dem Laufenden. Informationen finden Sie zum Beispiel auf unserer Seite „Schutz vor Immobilienbetrug“.

03.02.2016


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39 Kommentare

Gabriela Nalewajko am 20.09.2018 00:46

Eine Wohnung in Würzburg - Online-ID: 2MN8H42. Marcus Kiptor/Fulvio de Giovanni... Die gleiche Methode

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 20.09.2018 08:29

Sehr geehrte Frau Nalevajko,

besten Dank für Ihren Hinweis. Das Exposé wurde inzwischen entfernt.

Mit freundlichen Grüßen

die Immowelt-Redaktion

NaHa am 20.09.2018 00:29

Hallo,

Betrügermasche betrifft auch Stuttgart! Ich habe gestern über die immowelt App eine attraktive Wohnung, top ausgestattet für einen vergleichsweise günstigen Preis gefunden. Als Kontakt war ein Makler genannt, den ich über die App... mehr

auf Kommentar antworten

Mary am 16.08.2018 22:39

Hallo Zusammen,

ich glaube ich habe auch über Quoka und Immobilienscout 24 so eine Anzeige gelesen.

Mit einer Frau K. Metzger bin ich derzeit im Mailverkehr.

Sie schreibt, dass sie beruflich nach London versetzt wurde, daher nicht bei... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 17.08.2018 10:08

Hallo Mary und vielen Dank für Ihren Kommentar,

der von Ihnen gepostete Text spricht stark für eine Betrugsanzeige. Wir können allerdings nur solche Anzeigen prüfen, die auf unseren eigenen Portalen erscheinen.

Mit freundlichen... mehr

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