Ostdeutschland: Mehr Zuzug, höhere Mieten

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Dynamik auf dem Wohnungsmarkt in Ostdeutschland: Gerade in den gefragten, städtischen Zentren haben die Mietpreise in den vergangenen fünf Jahren deutlich angezogen. Das zeigt der Mietpreischeck Ostdeutschland von immowelt.de. Den größten Preisanstieg mit 40 Prozent verzeichnet Berlin. Dennoch: Im deutschlandweiten Vergleich sind die Mietpreise in vielen ostdeutschen Städten trotz Anstieg noch relativ gering.

Berlin, Mietpreise, Ostdeutschland, Mietpreischeck, Foto: Uli-B / fotolia.com
In Berlin sind die Mietpreise in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen, das zeigt der Mietpreischeck Ostdeutschland. Foto: Uli-B / fotolia.com Foto: Uli-B / fotolia.com

Die Mietpreise in Ostdeutschland ziehen an – vor allem in den florierenden regionalen Zentren. Das ist das Ergebnis des Mietpreischecks Ostdeutschland von immowelt.de.

In Dresden und Leipzig zum Beispiel haben sich die Mietpreise in den vergangenen fünf Jahren um 20 Prozent verteuert. Während in Dresden der Quadratmeterpreis für eine Mietwohnung im Median* bei 5,90 Euro lag, zahlten Mieter 2015 dafür schon 7,10 Euro. In Leipzig kostete der Quadratmeter im Jahr 2010 noch 4,90 Euro. Fünf Jahre später waren es 5,90 Euro.

Sowohl Dresden als auch Leipzig haben in den letzten Jahren einen enormen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung erlebt. Leipzig bietet Arbeits- und Ausbildungsplätze im Automobilbau oder in der Energie- und Umwelttechnik. Auch in Dresden haben sich zahlreiche Unternehmen aus dem Technologiebereich angesiedelt. Beide Städte wachsen stetig und verzeichnen mittlerweile über 500.000 Einwohner. Vor allem in Leipzig ist zudem kaum mehr Leerstand vorhanden. Die Folge: Die Nachfrage nach Immobilien steigt, attraktiver Wohnraum wird knapper und spürbar teurer.

Angezogen haben die Mietpreise auch in Erfurt und Weimar. In den thüringischen Städten sind die Mietpreise in den vergangenen fünf Jahren um 19 Prozent gestiegen. 2015 lag der Quadratmeterpreis in Erfurt im Median bei 6,90 Euro. In Weimar müssen Mieter mittlerweile 7 Euro für den Quadratmeter zahlen.

Ostdeutschland, Mietpreise, Grafik: immowelt.de
Die Mietpreise in den ostdeutschen Städten. Grafik: immowelt.de Grafik: immowelt.de

Extremfall Berlin: 40 Prozent in fünf Jahren

Am stärksten sind die Mieten in den vergangenen fünf Jahren aber in Berlin gestiegen – nämlich um 40 Prozent. Während Mieter im Jahr 2010 für den Quadratmeter im Median noch 6,50 Euro zahlten, waren es 2015 schon 9,10 Euro. Aufgrund des rasanten Preisanstiegs hat die Hauptstadt im Juni 2015 als erste Stadt in Deutschland die Mietpreisbremse eingeführt. Teuer ist das Wohnen auch im Berliner Einzugsgebiet geworden: Am wachsenden Bildungs- und Forschungsstandort Potsdam stiegen die Mieten seit 2010 um 17 Prozent. Auch in der 70.000-Einwohner-Stadt Brandenburg an der Havel kosten Mietwohnungen heute 13 Prozent mehr als vor fünf Jahren.

Mietpreischeck Ostdeutschland: Gemäßigter Preisanstieg in Rostock

Die Hansestadt Rostock ist ein Beispiel mit gemäßigterem Mietanstieg: Dort kletterten die Mietpreise in den vergangenen fünf Jahren um 13 Prozent nach oben. Rostock ist nicht nur eine beliebte Universitätsstadt, sondern besitzt auch einzigartige Wohnlagen am Wasser. Bei den Mieten ergeben sich dadurch extreme Unterschiede: Plattenbau-Wohnungen in Lütten Klein sind bereits für unter 6 Euro pro Quadratmeter zu haben, für Penthouse-Wohnungen in Stadtmitte und Warnemünde müssen Mieter monatlich bis zu 16 Euro für den Quadratmeter zahlen.

Stagnation abseits der Wachstumszentren

Ganz anders sieht es in Ostdeutschland abseits der Wachstumszentren aus: Dort stagnieren die Mietpreise seit 2010 teilweise auf niedrigem Niveau. In Neubrandenburg beispielsweise liegen die Quadratmeterpreise seit fünf Jahren unverändert bei 5,30 Euro. In Plauen gab es zwar einen Preisanstieg um fünf Prozent, Mieter müssen für den Quadratmeter aktuell trotzdem nur 4,30 Euro zahlen.

Fazit: Die Spanne der untersuchten ostdeutschen Städte reichen von Gera, Görlitz und Plauen mit Mietpreisen unter fünf Euro pro Quadratmeter bis hin zu 9,10 Euro in Potsdam und Berlin. In 17 der 23 untersuchten Städte sind die Mietpreise in den vergangenen fünf Jahren stärker gestiegen als die Inflation. Diese stieg im selben Zeitraum um 6,9 Prozent.

Die Mietpreise in den ostdeutschen Städten im Überblick:

 

StadtMietpreis/m2 2010Mietpreis/m2 2015Veränderung in Prozent
Berlin6,50 Euro9,10 Euro40 Prozent
Brandenburg an der Havel4,60 Euro5,20 Euro13 Prozent
Chemnitz4,70 Euro5 Euro6 Prozent
Cottbus5 Euro5,60 Euro12 Prozent
Dessau-Roßlau4,90 Euro5,30 Euro8 Prozent
Dresden5,90 Euro7,10 Euro20 Prozent
Erfurt5,80 Euro6,90 Euro19 Prozent
Frankfurt (Oder)5,10 Euro5,40 Euro6 Prozent
Gera4,60 Euro5,80 Euro4 Prozent
Görlitz4,20 Euro4,50 Euro7 Prozent
Greifswald7,50 Euro8,10 Euro8 Prozent
Halle5,20 Euro5,70 Euro10 Prozent
Jena7,70 Euro8,60 Euro12 Prozent
Leipzig4,90 Euro5,90 Euro20 Prozent
Magdeburg5 Euro5,50 Euro10 Prozent
Neubrandenburg5,30 Euro5,30 Euro0 Prozent
Plauen4,10 Euro4,30 Euro5 Prozent
Potsdam7,80 Euro9,10 Euro17 Prozent
Rostock5,30 Euro6 Euro13 Prozent
Schwerin5,70 Euro6,10 Euro 7 Prozent
Stralsund5,70 Euro6,30 Euro11 Prozent
Weimar5,90 Euro7 Euro19 Prozent
Zwickau4,70 Euro5 Euro6 Prozent

* Untersucht wurden die Mietpreise von 268.600  Mietwohnungen in 23 ostdeutschen Städten. Die Preise geben den Median der Kaltmieten bei neu zu vermietenden Wohnungen wieder, die 2010 und 2015 auf immowelt.de angeboten wurden. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise.

29.01.2016


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