Mietspiegel der Nachbarstadt ausreichend für Mieterhöhung

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Vermieter können sich auf den Mietspiegel der Nachbarstadt berufen, wenn sie eine Mieterhöhung durchsetzen wollen.

Mietspiegel, Nachbarstadt, Mieterhöhung, Miete erhöhen,  Foto: fuxart / fotolia.com
Bei einer Mieterhöhung kann sich der Vermieter am Mietspiegel der Nachbarstadt orientieren. Foto: fuxart / fotolia.com Foto: fuxart / fotolia.com

Vermieter dürfen die Miete bis zur Obergrenze der ortsüblichen Vergleichsmiete erhöhen. Als passender Maßstab wird dabei oft auf den örtlichen Mietspiegel zurückgegriffen. Doch was, wenn es für einen Ort keinen Mietspiegel gibt?

Der Vermieter hat dann mehrere Möglichkeiten, die Angemessenheit seines Mieterhöhungs-Begehrens plausibel zu machen: Er kann einen Sachverständigen damit beauftragen, die ortsübliche Vergleichsmiete für die Wohnung zu ermitteln. Oder er nennt dem Mieter mehrere vergleichbare Wohnungen mit höherer Miete, um die Zulässigkeit der Mieterhöhung zu untermauern. Eine dritte und für den Vermieter weniger aufwendige Variante hat der Bundesgerichtshof (BGH) eröffnet: Er kann sich auch auf den Mietspiegel einer anderen - vergleichbaren - Stadt berufen (Az.: VIII ZR 99/09).

Einfacher Mietspiegel der Nachbarstadt reicht aus

Es muss nicht einmal ein nach wissenschaftlichen Kriterien erstellter qualifizierter Mietspiegel sein. Der Vermieter kann sich auch auf einen einfachen Mietspiegel berufen. Ein solcher wird durch Verhandlungen zwischen Mieter- und Vermieterverbänden unter Mitwirkung der Gemeinde ausgehandelt und spiegelt nicht unbedingt die exakte Realität wider. Die BGH-Richter urteilten dennoch, dass ein einfacher Mietspiegel ein gewichtiges Indiz für die ortsübliche Miete sei. Allerdings stellten die Richter auch fest, dass sich ein Mieter gegen einen einfachen Mietspiegel als Maßstab wehren könne: Er müsse in einem solchen Fall allerdings gewichtige Argumente vorbringen, weshalb der einfache Mietspiegel kein Maßstab sein könne.

Im verhandelten Fall gelang es dem Mieter jedoch nicht, die Indizwirkung des einfachen Mietspiegels zu erschüttern. Er muss deshalb eine Mieterhöhung um monatlich 80 Euro, die der Vermieter mit dem einfachen Mietspiegel der Nachbarstadt begründete, tragen.

10.05.2011


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1 Kommentar

Krösliner30 am 06.08.2017 21:08

Es gibt ganz raffinierte Mieter,die besonders ältere Vermieter überlisten,damit sie ihnen das Haus verkaufen.

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