Jetzt auch in Hessen: Mietpreisbremse beschlossen

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Hessen führt die Mietpreisbremse ein: Voraussichtlich ab Anfang Dezember gilt sie in 16 Kommunen. Das hat die Landesregierung in ihrer Kabinettssitzung beschlossen. In den vergangenen fünf Jahren gab es in einigen hessischen Städten immense Preissteigerungen. Die Mieten in Frankfurt am Main beispielsweise stiegen zwischen 2010 und 2015 um 20 Prozent, wie eine Analyse von immowelt.de zeigt.

Mietpreisbremse, Hessen, Frankfurt am Main, Foto: Dirk Vonten / fotolia.com
Hessen hat die Mietpreisbremse eingeführt. Sie gilt auch in Frankfurt am Main – allerdings nur in bestimmten Stadtteilen. Foto: Dirk Vonten / fotolia.com Foto: Dirk Vonten / fotolia.com

Die Mietpreisbremse tritt nun auch in Hessen in Kraft. Das hat die Landesregierung bekannt gegeben. Eingeführt wird das Gesetz in 16 Städten und Gemeinden – in vielen davon aber nicht flächendeckend, sondern nur in bestimmten Stadtteilen. Wann das Gesetz genau gilt, ist noch nicht klar. Laut Landesregierung aber „ab dem Folgetag der Verkündung der Verordnung im Gesetz- und Verordnungsblatt“. Damit sei innerhalb der nächsten zwei Wochen zu rechnen, also Anfang Dezember.

Vermieter dürfen dann in den betroffenen Stadtteilen und Kommunen bei Neuvermietungen nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen. Von der Regelung ausgenommen sind Neubauwohnen und umfassend modernisierte und sanierte Wohnungen.

In einigen Städten gilt die Mietpreisbremse nur in bestimmten Stadtteilen

„Bürger mit normalen Einkommen sollen wieder angemessenen und bezahlbaren Wohnraum finden können“, sagte Priska Hinz, die für Stadtentwicklung zuständige Ministerin. Immowelt.de hat exemplarisch die Entwicklung der Mietpreise in einigen hessischen Städten untersucht – in allen gab es innerhalb von fünf Jahren immense Preissteigerungen. Einen deutlichen Preissprung gab es in Frankfurt am Main. Kostete eine Mietwohnung in der Bankenmetropole im Jahr 2010 im Median* noch 10,80 Euro, sind es aktuell 13 Euro. Das ist eine Preissteigerung von 20 Prozent.

Mit aktuellen Quadratmeterpreisen von 6,80 Euro ist Kassel die günstigste der untersuchten Städte. Allerdings sind in der Stadt die Preise am deutlichsten gestiegen – nämlich um 33 Prozent. Ein Plus gab es auch in Offenbach (19 Prozent) und Darmstadt (12 Prozent).

In diesen 16 Kommunen gilt die Mietpreisbremse:

  • Bad Homburg vor der Höhe (außer Ober-Erlenbach)
  • Darmstadt (außer Arheilgen, Eberstadt und Kranichstein)
  • Dreieich
  • Flörsheim am Main
  • Frankfurt am Main (außer Berkersheim, Eckenheim, Harheim und Unterliederbach)
  • Griesheim
  • Hattersheim am Main
  • Kassel (außer Wolfsanger/ Hasenecke)
  • Kronberg im Taunus
  • Marburg
  • Mörfelden-Walldorf
  • Oberursel (Taunus)
  • Offenbach am Main
  • Schwalbach am Taunus
  • Weiterstadt
  • Wiesbaden (außer Igstadt, Medenbach und Naurod)


* Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Die Mietpreise sind Nettokaltmieten bei Neuvermietung.

17.11.2015


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