Neues Meldegesetz ab November: Das müssen Mieter jetzt wissen

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Mieter, die umziehen, müssen sich ab 1. November 2015 beim Einzug von ihrem Vermieter eine sogenannte Wohnungsgeberbestätigung ausstellen lassen. Der Grund ist ein neues und bundesweit einheitliches Meldegesetz.

Meldegesetz, Mieter, Vermieter, Foto: Contrastwerkstatt/fotolia.com
Durch das neue Meldegesetz benötigen Mieter künftig eine Wohnungsgeberbestätigung von ihrem Vermieter. Foto: Contrastwerkstatt/fotolia.com Foto: Contrastwerkstatt/fotolia.com

In Deutschland herrscht allgemeine Meldepflicht. Wer umzieht, ist verpflichtet, seinen neuen Wohnort der Meldebehörde vor Ort mitzuteilen. Bislang war dies in den Meldegesetzen der Bundesländer geregelt – ab 1. November 2015 wird es bundesweit eine neue, einheitliche Regelung geben. Mieter müssen dann beim Umzug zusätzlich von ihrem neuen Vermieter eine sogenannte Wohnungsgeberbestätigung einholen.

Meldegesetz verlangt Anmeldung binnen zwei Wochen

Nach einem Umzug haben Mieter ab November zwei Wochen Zeit, sich bei der zuständigen Meldebehörde anzumelden. Bei ebendieser Anmeldung müssen Mieter auch die Wohnungsgeberbestätigung vorlegen.

Bei einem Umzug ins Ausland ist zudem eine Abmeldung bei der Behörde erforderlich. In diesem Fall muss sich der Mieter von seinem ehemaligen Vermieter den Auszug bestätigen lassen.

Ausnahmen von der Meldepflicht

Das Gesetz definiert auch einige Ausnahmen von der Meldepflicht. In den folgenden Fällen ist keine Anmeldung nötig:

  • Wer bereits bei einer Meldebehörde gemeldet ist und für einen Zeitraum von weniger als sechs Monaten eine weitere Wohnung bezieht, muss sich für diese nicht anmelden. Eine Anmeldung wird erst nach Ablauf der sechs Monate erforderlich.
  • Für Touristen aus dem Ausland besteht nach drei Monaten eine Meldepflicht.
  • Nicht erforderlich ist eine Anmeldung generell bei Aufenthalten in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Aufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber oder Einrichtungen zum Schutz vor häuslicher Gewalt.

Keine Ausnahme gibt es hingegen, wenn jemand nicht in eine neue Mietwohnung, sondern zu einem Verwandten zieht, der ihn unentgeltlich bei sich wohnen lässt – in diesem Fall ist der entsprechende Verwandte der Wohnungsgeber. Wohnt jemand zur Untermiete, ist der Hauptmieter der Wohnungsgeber.

Inhalt der Wohnungsgeberbestätigung

Egal, wer Wohnungsgeber ist – das Gesetz stellt klare Anforderungen an den Inhalt der Wohnungsgeberbestätigung. Auf jeden Fall enthalten sein müssen:

  • Name und Anschrift des Wohnungsgebers
  • Information, ob es sich um einen Aus- oder Einzug handelt
  • Einzugs- oder Auszugsdatum
  • Anschrift der Wohnung
  • Namen der neuen Bewohner

Viele Gemeinden bieten auf ihren Webseiten inzwischen Formulare an, die einfach heruntergeladen und ausgedruckt werden können. Eine allgemeingültige Vorlage für eine Wohnungsgeberbestätigung findet sich zudem in Anlage 2 des Gesetzestextes selbst. Dieser kann auf der Webseite des Bundesrats heruntergeladen werden.

Vorsicht vor Ordnungswidrigkeiten

Laut Gesetz ist es eine Ordnungswidrigkeit, wenn die neuen Bestimmungen nicht eingehalten werden. Meldet sich ein Mieter nach einem Umzug nicht binnen zwei Wochen beim Einwohnermeldeamt, riskiert er eine Strafe von bis zu 1.000 Euro. Diese Strafe kann auch den Vermieter treffen. Dieser wird durch das Gesetz verpflichtet, die Bescheinigung innerhalb von zwei Wochen auszustellen – er kann diese dann entweder der zuständigen Behörde direkt zukommen lassen oder sie dem Mieter übergeben.

Mit dem Gesetz will die Bundesregierung das Melderecht bundesweit vereinheitlichen und gleichzeitig Scheinanmeldungen verhindern – also Anmeldungen in Wohnungen, in denen jemand gar nicht wirklich wohnt. In der Vergangenheit war es laut Innenministerium häufiger dazu gekommen, dass solche Falschanmeldungen als Basis für kriminelle Handlungen wie Kreditkartenbetrug genutzt wurden.

20.10.2015


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150 Kommentare

Sina am 17.09.2018 19:56

Guten Tag,

mein Freund und ich leben in einer gemeinsamen Wohnung, in der wir beide im Mietvertrag stehen.

Nun möchten wir gemeinsam eine zweite Wohnung suchen, in der wir ebenfalls beide im Mietvertrag stehen werden, da wir so... mehr

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 18.09.2018 09:05

Hallo Sina und vielen Dank für Ihren Kommentar,

grundsätzlich gilt, dass der Vermieter mit der Wohnungsgeberbescheinigung nicht den Abschluss des Mietvertrags bestätigt, sondern den Einzug. Wenn zwei Personen in eine Wohnung... mehr

Timo am 10.09.2018 10:15

Ich bin 19, wohne derzeit noch bei meinen Eltern bis ich meine Ausbildung abgeschlossen habe.

Mein Freundin hat sich jetzt eine Wohnung angemietet in der sie mich mit als Bewohner angegeben hat. Ich habe vor in einem Jahr bei ihr mit... mehr

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Immowelt-Redaktion am 10.09.2018 14:39

Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar,

in der Regel dürfte das keine Probleme geben. Wir würden Ihnen sicherheitshalber trotzdem raten, beim zuständigen Amt nachzufragen und dort die Situation zu erklären.

Mit freundlichen Grüßen

... mehr

Kuradan am 07.09.2018 08:47

Ich bin offiziell bei meinen Eltern gemeldet, muss aber ab sofort im Rahmen meines Studiums zwischen der Unterbringung am Hochschulstandort für jeweils 2-4 Monate in Wohncontainern und Zimmern zur Zwischenmiete während der Ausbildung für... mehr

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Immowelt-Redaktion am 07.09.2018 10:37

Hallo Kuradan,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Tatsächlich dürfte der sechsmonatige Zeitraum immer wieder neu zu laufen beginnen, zumal Ihr Lebensmittelpunkt ja bei Ihren Eltern verbleibt. Wir würden Ihnen dennoch empfehlen, vorab... mehr

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