Preissprünge um bis zu 34 Prozent: Baden-Württemberg führt Mietpreisbremse ein

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Als sechstes Bundesland führt Baden-Württemberg die Mietpreisbremse ein. Sie soll ab 1. November 2015 in 68 Kommunen gelten. Das hat jetzt die Landesregierung beschlossen. In den vergangenen fünf Jahren gab es in einigen baden-württembergischen Städten massive Preisanstiege, wie eine aktuelle Analyse von immowelt.de zeigt. Den größten Preissprung zwischen 2010 und 2015 machten die Mieten in Stuttgart mit 34 Prozent.

Stuttgart, Baden-Württemberg, Mietpreisbremse, Foto: juniart / fotolia.com
In Stuttgart sind die Mieten in den vergangenen fünf Jahren um 34 Prozent gestiegen. Ab 1. November 2015 gilt in der Landeshauptstadt die Mietpreisbremse. Foto: juniart / fotolia.com Foto: juniart / fotolia.com

Baden-Württemberg führt die Mietpreisbremse ein. Ab dem 1. November 2015 soll der Aufwärtstrend bei den Mieten in 68 Gemeinden und Städten eingedämmt werden. Vermieter dürfen dann bei Neuvermietungen nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen.

Deutlichster Preisanstieg in Stuttgart

In der Vergangenheit hatten viele Städte in Baden-Württemberg mit immensen Mietpreisanstiegen zu kämpfen. Das zeigt eine Analyse von immowelt.de. Am deutlichsten sind die Mieten zwischen 2010 und 2015 in der Landeshauptstadt Stuttgart gestiegen – nämlich um 34 Prozent. Während eine Wohnung im ersten Halbjahr 2010 im Mittel noch 9,20 Euro pro Quadratmeter kostete, zahlen Mieter aktuell bereits 12,30 Euro.

Stark gestiegen sind die Mieten in den vergangenen fünf Jahren auch in Freiburg im Breisgau. Wer 2010 in der badischen Stadt eine Wohnung mieten wollte, musste mit Quadratmeterpreisen von 8,90 Euro rechnen. Aktuell sind es 11,10 Euro pro Quadratmeter: 25 Prozent mehr. In Friedrichshafen und Offenburg sind die Mietpreise zwischen 2010 und 2015 um jeweils 24 Prozent angestiegen. In Friedrichshafen kostet der Quadratmeter aktuell 9,40 Euro, in Offenburg, 7,70 Euro. Generell sind in knapp der Hälfte der untersuchten 20 Städte die Mieten im Untersuchungszeitraum um mehr als 20 Prozent gestiegen.

Mit Quadratmeterpreisen von sieben Euro ist Rastatt die günstigste der untersuchten Städte. Hier war die Preissteigerung mit neun Prozent in fünf Jahren – wie auch in Ravensburg (+9 Prozent) und Bietigheim-Bissingen (+4 Prozent) – weniger stark.

In diesen 68 Kommunen gilt künftig die Mietpreisbremse:

  • Altbach
  • Asperg
  • Bad Krozingen
  • Bad Säckingen
  • Baienfurt
  • Bietigheim-Bissingen
  • Brühl
  • Denkendorf
  • Denzlingen
  • Dossenheim
  • Durmersheim
  • Edingen-Neckarhausen
  • Eggenstein-Leopoldshafen
  • Emmendingen
  • Eppelheim
  • Fellbach
  • Filderstadt
  • Freiberg am Neckar
  • Freiburg im Breisgau
  • Friedrichshafen
  • Grenzach-Wyhlen
  • Gundelfingen
  • Heidelberg
  • Heilbronn
  • Heitersheim
  • Hemsbach
  • Iffezheim
  • Karlsruhe
  • Kirchentellinsfurt
  • Konstanz, Universitätsstadt
  • Leimen
  • Linkenheim-Hochstetten
  • Lörrach
  • March
  • Merzhausen
  • Möglingen
  • Müllheim
  • Neckarsulm
  • Neuenburg am Rhein
  • Neuhausen auf den Fildern
  • Offenburg
  • Pfinztal
  • Plochingen
  • Radolfzell am Bodensee
  • Rastatt
  • Ravensburg
  • Remchingen
  • Renningen
  • Reutlingen
  • Rheinfelden (Baden)
  • Rheinstetten
  • Rielasingen-Worblingen
  • Sandhausen
  • Sindelfingen
  • Singen (Hohentwiel)
  • Steinen
  • Stutensee
  • Stuttgart
  • Teningen
  • Tettnang
  • Tübingen, Universitätsstadt
  • Ulm, Universitätsstadt
  • Umkirch
  • Waldkirch
  • Weil am Rhein
  • Weingarten
  • Wendlingen am Neckar
  • Winnenden

Im Vorfeld hatten alle betroffenen Kommunen die Möglichkeit, sich zum Entwurf der Mietpreisbremse zu äußeren. Beinahe alle Städte und Gemeinden hätten davon Gebrauch gemacht, heißt es in der Pressemitteilung des Finanz- und Wirtschafministeriums Baden-Württemberg. Am Ende hat das Land die Mietpreisbremse, wie ursprünglich vorgesehen, in allen ermittelten 68 Kommunen eingeführt – obwohl einige Gemeinden, wie zum Beispiel Reutlingen, die Mietpreisbremse abgelehnt hatten. Letztendlich entscheide das Land, wo die Mietpreisbremse eingeführt wird, sagte eine Ministeriumssprecherin auf Nachfrage. Das Land sei verpflichtet, verbindliche und einheitliche Kriterien anzusetzen. Die Mietpreisbremse sei in allen ermittelten 68 Kommunen eingeführt worden, weil dort der Wohnungsmarkt auf Grundlage einer Reihe statistischer Faktoren als angespannt gilt.

30.09.2015


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2 Kommentare

Immowelt-Redaktion am 27.10.2015 11:09

Sehr geehrter Herr Brecht-Schmidt,

vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihren Hinweis. Tatsächlich ist uns hier ein Tippfehler passiert. Gemeint war die Stadt Lörrach. Wir haben den Fehler korrigiert.

Mit freundlichen Grüßen

die... mehr

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Toralf Brecht-Schmidt am 27.10.2015 09:57

Sehr geehrte Damen und Herren,

wo liegt denn der Ort GÖRRACH ???

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