Neue Geschäftsmodelle für Makler: Suchmakler-Service als Dienstleistung für Mieter

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Den Mieter sehen nur sehr wenige Immobilienmakler als Zielgruppe der Zukunft. Denn: Mit Inkrafttreten des Bestellerprinzips dürfen Makler vom Mieter nur noch Provision verlangen, wenn sie explizit für diesen eine Wohnung gesucht und gefunden haben. Ein Aufwand, der sich nach Kosten-Nutzen-Analyse nicht lohnt, glauben viele Immobilienprofis. Volker Heinecke aus Bad Bevensen versucht sich an einem neuen Geschäftsmodell. Er arbeitet als Suchmakler – und rechnet die Immobiliensuche als Dienstleistung auf Stundenbasis ab.

Suchmakler, Immobiliensuche, Makler, Foto: Kurhan / fotolia.com
Der Suchmakler-Service als Dienstleistung für Mieter könnte ein neues Geschäftsmodell für Makler werden. Foto: Kurhan / fotolia.com Foto: Kurhan / fotolia.com

Mit Inkrafttreten des Bestellerprinzips wollen sich mehr als die Hälfte der Makler künftig noch stärker auf den Vermieter konzentrieren. Das geht aus einer Umfrage von immowelt.de hervor. 15 Prozent der Makler überlegen sogar, sich ganz aus dem Mietimmobiliengeschäft zurückzuziehen und nur noch Kaufimmobilien zu vermitteln. Den Mieter dagegen sehen nur sehr wenige als Zielgruppe der Zukunft. Denn: Ab dem 1. Juni  2015 dürfen Makler vom Mieter nur dann eine Provision verlangen, wenn sie explizit für diesen eine Wohnung gesucht und gefunden haben. Eine Wohnung aus seinem Bestand darf er dem Mieter dabei nicht anbieten.

Als reiner Suchmakler nach den Regeln des Bestellerprinzips aktiv zu werden hält ein Großteil der Immobilienprofis allerdings für schwierig. Zu groß sei der Aufwand, der sich nach Kosten-Nutzen-Analyse nicht lohne. Eine weitere Befürchtung: Viele Suchende lassen mehrere Aufträge parallel laufen und durchforsten nebenbei auch selbst die Immobilienportale nach passenden Wohnungen.
Volker Heinecke, Geschäftsführer von Grafik-Sektor Immobilien in Bad Bevensen, versucht mit seinem Suchmakler-Service einen anderen Weg zu gehen. „Mieter aber auch Käufer, die in Norddeutschland eine Immobilie suchen, wenden sich an uns. Wir liefern ihnen die Infos und rechnen das dann auf Stundenbasis ab“, erklärt Heinecke sein Geschäftsmodell knapp.

Suchmakler-Service: Kunde zahlt für Dienstleistung

Als Suchmakler mit dem Ziel zu arbeiten, Provision vom Mieter zu bekommen, könne durchaus problematisch sein, sagt Heinecke.  „Da rentiert sich das Suchen vielleicht wirklich nicht, für das, was man am Ende bekommt.“ Wenn man aber von vornherein mit dem Suchenden eine Abmachung treffe und sich für die Leistung beziehungsweise die Stunden bezahlen lasse, funktioniere das Modell Suchmakler. Der Kunde zahlt auch dann für die Dienstleistung, wenn er am Ende keine Immobilie mietet oder kauft.

„Wir können den Mieter dem Vermieter gut präsentieren“

Typische Kunden des Immobilienprofis sind Menschen, die etwas sehr spezielles suchen, für den Umzug eine weite Distanz zurücklegen müssen oder einfach keine Zeit haben, sich selbst durch Immobilienanzeigen zu wühlen. Kürzlich hat Heinecke für ein Pärchen eine Wohnung gesucht, das von Mitteldeutschland nach Lüneburg umziehen wollte: Fest ins Berufsleben integriert, finanziell gut aufgestellt. „Die Frau hätte sogar schon einen neuen Job in Lüneburg gehabt, musste ihn aber wieder absagen, weil sie dort einfach keine passende Wohnung gefunden hat. Dann hat das Paar uns beauftragt“, erzählt Heinecke. Ein weiterer Grund, warum der Makler von Interessenten beauftragt wird: „Wir können den Mieter dem Vermieter gut präsentieren.“

Dass sich das Geschäftsmodell Suchmakler etabliert, da ist sich Heinecke sicher: „In Deutschland gibt es eine Anzahl an potenziellen Mietern und Käufern, die etwas Bestimmtes haben wollen.“

03.06.2015


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4 Kommentare

anonym2 am 04.06.2015 14:15

Hallo zusammen,

ich habe noch mal nachgelesen: Wenn es nicht zum Mietvertragsabschluss gekommen ist, dann könnte man tatsächlich Auslagen in Rechnung stellen, wenn es vvorab vereinbart wurde.

§3 WoVermG (letzter Satz vom Absatz... mehr

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Jan Steinmüller am 04.06.2015 11:46

Makler müssen zukünftig durch Service-Leistung überzeugen können - dann klappt's auch mit der neuen Gesetzgebung. Ersetzlich sind sie trotz aller Kritik vorerst nicht(!). [Kommentar gekürzt; Anm. d. Redaktion]

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anonym3 am 04.06.2015 11:39

An der Beantwortung diese Frage wäre ich auch sehr interessiert !??

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