Mietpreisbremse tritt in Berlin in Kraft: Das wird aus den Mieten in der Hauptstadt

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Berlin war besonders schnell: Das Land führt als erstes pünktlich zum 1. Juni 2015 die Mietpreisbremse ein und zwar im ganzen Stadtgebiet. In der Hauptstadt sind die Mietpreise in den vergangenen fünf Jahren um satte 45 Prozent gestiegen. Das zeigt der Fünf-Jahresvergleich von immowelt.de. Künftig dürfte demnach für eine Top-Wohnungen mit 65 Quadratmetern in bester Lage die Maximalmiete bei höchstens 10,65 Euro pro Quadratmeter liegen.

Berlin, Mietpreisbremse, Mietspiegel, Foto: AKhodi / fotolia.com
Die Mietpreisbremse in Berlin gilt ab 1. Juni 2015. Für Top-Wohnungen in bester Lage können pro Quadratmeter künftig höchstens 10,65 Euro verlangt werden. Foto: AKhodi / fotolia.com Foto: AKhodi / fotolia.com

Die Mieten in der deutschen Hauptstadt klettern kontinuierlich in die Höhe – zwischen 2010 und 2015 sind sie um 45 Prozent gestiegen. Während Vermieter bei Neuvermietungen im ersten Quartal 2015 im Median neun Euro für den Quadratmeter verlangten, waren es fünf Jahre zuvor sechs Euro. In manchen Wohngegendne werden derzeit Wohungen jenseits der 14-Euro-Marke angeboten. Das ergibt eine Analyse von immowelt.de. Aus diesem Grund hat das Land Berlin beschlossen, die Mietpreisbremse im ganzen Stadtgebiet einzuführen. Berlin ist somit das erste Land, in dem die Mietpreisbremse pünktlich zum 1. Juni 2015 in Kraft tritt.

Bevölkerungszuwachs und geringes Wohnungsangebot

Die Hauptstadt liegt weiterhin im Trend. Zwischen 2011 und 2013 wuchs die Stadt um 95.827 Einwohner auf 3.421.829. Jeden Monat kommen neue hinzu und mehrheitlich wird davon ausgegangen, dass diese Tendenz auch in Zukunft weiter anhält. Prognosen zufolge sollen im Jahr 2030 rund 3.580.000 Menschen in Berlin leben.

Das Wohnungsangebot in der Millionenstadt ist knapp, der Leerstand ist mittlerweile so gut wie aufgebraucht. Mittlerweile wird zwar in der Stadt wieder mehr gebaut – so wurden im Jahr 2013 12.518 neue Wohnungen genehmigt – trotzdem kann das Angebot der Nachfrage noch nicht gerecht werden. Aus diesem Grund sind die Mietpreise in den letzten Jahren derart in die Höhe geschossen.

Die Mietpreisbremse, die am 1. Juni 2015 in Kraft tritt, soll derartige Preisanstiege in Zukunft verhindern. Wird eine Wohnung neu vermietet, darf der Vermieter höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen.

Mietpreisbremse: Vermieter darf zehn Prozent auf ortsübliche Vergleichsmiete aufschlagen

Für eine Wohnung in Top-Lage mit bestmöglicher Ausstattung und 65 Quadratmetern Wohnfläche beläuft sich die ortsübliche Vergleichsmiete laut Mietspiegel auf 9,68 Euro pro Quadratmeter. Durch die Mietpreisbremse darf der Vermieter bei einer Neuvermietung maximal zehn Prozent aufschlagen. Demnach liegt die maximal zulässige Miete bei 10,65 Euro pro Quadratmeter.

Mietpreisbremse mit Einschränkungen

Deutlich sinken werden die Mieten in Berlin durch das neue Gesetz aber nicht: Denn bestehende Mietverträge sind von der Mietpreisbremse nicht betroffen. Verlangt ein Vermieter jetzt schon deutlich mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete, muss er den Mietpreis bei einer Neuvermietung nicht anpassen. Weiter erhöhen kann der Vermieter die Miete dann aber auch nicht.

Beispiel:

Eine Wohnung  in Berliner Top-Lage mit bestmöglicher Ausstattung und 65 Quadratmetern Wohnfläche kostet bisher 9 Euro pro Quadratmeter. Die ortsübliche Vergleichsmiete für diese Wohnung liegt bei 9,68 Euro. Bei einer Neuvermietung darf der Vermieter nun bis zu 10,65 Euro pro Quadratmeter, also zehn Prozent mehr, verlangen. Hat der Vormieter allerdings schon beispielsweise 13 Euro Miete pro Quadratmeter gezahlt, muss der Vermieter den Mietpreis nicht senken.

Mietpreisbremse soll Preisanstieg eindämmen

Trotzdem, glauben die Befürworter, kommt die Mietpreisbremse in Berlin zur richtigen Zeit. „Gerade in einer Großstadt wie Berlin sind die Angebotsmieten der große Preistreiber. Die Mietpreisbremse ist ein weiteres wichtiges Instrument, um die Mieten in der ganzen Stadt zu dämpfen. Den ungehemmten Mietforderungen bei der Vermietung von nicht preisgebundenen Wohnungen schieben wir so einen wirkungsvollen Riegel vor“, betont Stadtentwicklungs- und Umweltsenator Andreas Geisel. Ein Blick nach München zeigt, wie Miete noch drastischer steigen können: Dort werden mittlerweile Mieten von im Median 15 Euro pro Quadratmeter verlangt. In Berlin sollen durch die Mietpreisbremse derart hohe Preise verhindert werden.

28.05.2015


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