Studie: Neubauten in Deutschland sind zu teuer für bezahlbare Mieten

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Neubauten sind für Mieter kaum noch bezahlbar. Das ist das Fazit einer Studie im Auftrag von Wohnungswirtschaft, Deutschem Mieterbund und Baubranche. Neue Wohnungen ließen sich nur mit Kaltmieten ab zehn Euro pro Quadratmeter refinanzieren.

Neubauten, Mieter, Baukosten, Mieten, Foto: Tiberius Gracchus / fotolia.com
Schicke Neubauten: Für Mieter sind die Wohnung aber kaum noch bezahlbar. Foto: Tiberius Gracchus / fotolia.com Foto: Tiberius Gracchus / fotolia.com

Gestiegene Baulandpreise, höhere Auflagen und mehr baurechtliche Vorgaben: Der Bau neuer Wohnungen wird in Deutschland immer kostenintensiver. Das geht aus einer Studie hervor, die Baubranche, Wohnungswirtschaft und Deutscher Mieterbund in Auftrag gegeben haben. Pro Quadratmeter Wohnfläche in einem Mehrfamilienhaus haben die Bauherren laut Untersuchung im vergangenen Jahr 3.080 Euro ausgegeben – 40 Prozent mehr als im Jahr 2000.

Aufgrund dieser Baukosten ließen sich Neubauten nur noch mit Kaltmieten ab zehn Euro pro Quadratmeter refinanzieren, heißt es in der Untersuchung. Für Durchschnittsverdiener bedeute „bezahlbar“ aber sieben bis acht Euro. Fazit: Neue Wohnungen sind für Mieter in Deutschland kaum mehr bezahlbar, weil die Mieten die Baukosten nicht ausgleichen können.

Preistreiber ist der Staat

„Kostentreiber“ für den Wohnungsbau ist laut Studie aber vor allem der Staat. Denn die reinen Baupreise seien im gleichen Untersuchungszeitraum nur um 27 Prozent gestiegen, ähnlich wie die Lebenshaltungskosten – Bund, Länder und Kommunen hätten den Wohnungsbau durch Gesetze, Auflagen und Steuern enorm verteuert. Die vier wesentlichen Kostentreiber sind laut Studie:

  • Bauwerks- und Nebenkosten:  Sie sind seit 2000 um 426 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gestiegen. Darunter fallen unter anderem staatliche Vorgaben für Barrierefreiheit, Brand- und Schallschutz oder Energieeffizienz.
  • Steuerliche und baurechtliche Vorgaben von Bund und Ländern haben seit 2000 einen Kostenanstieg um 248  Euro pro Quadratmeter Wohnfläche verursacht.
  • Baulandkosten sind seit 2000 um 115  Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gestiegen.
  • Kommunale Auflagen für Investoren haben seit 2000 einen Kostenanstieg von 82  Euro pro Quadratmeter Wohnfläche verursacht.

Weitere Preistreiber seien aber auch höhere Ansprüche der Nutzer, zum Beispiel der Wunsch nach einer gehoberen Ausstattung der Wohnung. Nicht eingerechnet wurde, dass Bauherren für Kredite heute nur ein Drittel der Zinsen zahlen, die 2000 fällig wurden.

Steuererleichterung und neuer sozialer Wohnungsbau gefordert

Um diesem Trend Einhalt zu gebieten, fordern die Auftraggeber der Studie mehr Wohnungsbauförderung in Ballungszentren, eine Reform des sozialen Wohnungsbaus, Steuererleichterungen und kostengünstiges Bauland von den Kommunen.

23.04.2015


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