Am 1. Mai 2015 endet Übergangsfrist beim Energieausweis: Wann für Eigentümer Bußgeld droht

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Seit bald einem Jahr gilt die EnEV 2014. Inserate für Wohnungen und Häuser müssen seitdem bestimmte Angaben zum Energieausweis beinhalten. Spätestens bei der Besichtigung muss der Ausweis den Interessenten vorgelegt werden. Wer diese Regeln missachtet, riskiert ab 1. Mai 2015 ein Bußgeld. Denn dann läuft die Übergangsfrist für den Energieausweis endgültig ab. Alles, was Eigentümer jetzt wissen müssen.

Energieausweis, EnEV 2014, Bußgeld, Foto: vege / fotolia.com
Ab 1. Mai 2015 endet die Schonfrist beim Energieausweis. Foto: vege / fotolia.com Foto: vege / fotolia.com

Mit den Änderungen an der Energieeinsparverordnung (EnEV) vor rund einem Jahr hat der Energieausweis an Bedeutung gewonnen: In Inseraten für Wohnimmobilien muss die Energieeffizienz der jeweiligen Immobilie angegeben werden. Spätestens bei der Besichtigung muss der Eigentümer oder Makler dem Interessenten den Energieausweis zeigen. Bislang gilt noch die einjährige Übergangsfrist, doch ab 1. Mai 2015 können Verstöße gegen die Regeln mit einem Bußgeld geahndet werden.

Angaben in der Immobilienanzeige

Besonders wichtig für Vermieter und Verkäufer ist, dass bestimmte Kennziffern aus dem Energieausweis in kommerziellen Immobilieninseraten aufgeführt werden müssen:

  • Art des Energieausweises (handelt es sich um einen Energiebedarfsausweis oder einen Energieverbrauchsausweis)
  • Höhe des Energiebedarfs oder Energieverbrauchs
  • Angaben zu den Energieträgern, mit denen geheizt wird
  • Angaben zum Baujahr der Immobilie
  • Angaben zu der Energieeffizienzklasse des Hauses (dieser Wert muss aber nur aufgeführt werden, wenn der Energieausweis erst nach Inkrafttreten der EnEV-Novelle am 1. Mai 2014 ausgestellt wurde)

Existiert zum Zeitpunkt der Anzeigenschaltung noch kein gültiger Energieausweis, müssen die Pflichtangaben nicht gemacht werden. Es wird in diesem Fall empfohlen, in der Anzeige zu vermerken, dass der Energieausweis in Vorbereitung ist.

Energieausweis bei der Besichtigung vorlegen

Spätestens beim Besichtigungstermin müssen Verkäufer und Vermieter den Energieausweis den Interessenten vorlegen. Auch dann, wenn diese nicht danach fragen. Wird im Anschluss ein Kauf- oder Mietvertrag abgeschlossen, muss dem Mieter oder Käufer der Ausweis oder eine Kopie davon ausgehändigt werden.

Bußgeld und Kontrollen

Halten sich Verkäufer und Vermieter nicht an diese gesetzlichen Vorgaben, kann das ein Bußgeld in Höhe von bis zu 15.000 Euro nach sich ziehen. Die Bundesländer führen zudem stichprobenartige Kontrollen durch und prüfen Energieausweise auf ihre Korrektheit.

Wer Energieausweise ausstellt

Einen Energieausweis ausstellen können in der Regel Architekten, Bautechniker, Ingenieure oder ausgebildete Energieberater – aber auch Elektrotechniker, Maschinenbauer oder Schornsteinfeger, die eine entsprechende Qualifikation nachweisen können. Eigentümer, die noch keinen Energieausweise haben, können sich daher an Architekten-, Ingenieur- und Handwerksammern wenden und nach einem qualifizierten Aussteller fragen. Informationen gibt es auch bei den Verbraucherzentralen der Bundesländer oder der Deutschen Energie-Agentur (dena).

Welcher Energieausweis benötigt wird


Der Energiebedarfsausweis

Ein Energiebedarfsausweis gibt die Energie wieder, die das Gebäude benötigt. In die Berechnung fließen Heizung und Warmwasser ein, aber auch Lüftung, Kühlung sowie Energiegewinne durch zum Beispiel Solaranlagen. Dieser Ausweis wird benötigt bei:

  • Neubauten
  • Gebäuden, die saniert wurden
  • alten Bestandsgebäuden, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde und die daher die Wärmeschutzverordnung vom 1. November 1977 nicht einhalten

Der Energieverbrauchsausweis

Ein Energieverbrauchsausweis basiert auf den Energieverbrauchsdaten der letzten drei Jahre für Heizung und Warmwasserbereitung. Auch Leerstand und Klimazonen werden bei der Berechnung berücksichtigt. Er wird benötigt bei:

  • bestehenden Gebäuden, die die Wärmeschutzverordnung vom 1. November 1977 einhalten.

Beide Ausweisvarianten sind zehn Jahre gültig. Denkmalgeschützte Gebäude sind von der EnEV 2014 ausgenommen.

14.04.2015


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1 Kommentar

Andreas Schrade am 18.04.2015 19:41

Vielen Dank für den informativen Artikel.

Ich bin gespannt, wie lange der Energieausweis überhaupt noch eine Rolle spielt. Meine Erfahrung damit ist nämlich leider überwiegend negativ.

Das Hauptmanko ist schlichtweg der... mehr

auf Kommentar antworten

Peter am 03.08.2017 10:20

Die Frage ist nur, ob der Mieter auch nach Abschluß des Mietvertrag vom Thema absieht. Spätestens wenn mal die Kohle knapp wird - warum auch immer - und nach Wegen zu finanzieller Entlastung gesucht wird, ist jeder Grund willkommen,... mehr