Immobilienprofis überzeugt: Neuregelung der Maklerprovision entlastet Mieter nicht

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Das Bestellerprinzip ist beschlossene Sache: Künftig soll derjenige den Makler bezahlen, der ihn bestellt hat – in vielen Fällen wird das wohl der Vermieter sein. Mieter könnten aber dennoch auf den Kosten der Maklerprovision sitzen bleiben – das zumindest glauben 70 Prozent der Makler, die von immowelt.de zur Wirksamkeit des sogenannten Bestellerprinzips befragt wurden.

Maklerprovision, Foto: Kzenon/fotolia.com
Wenn ein Makler eine Wohnung vermarkten soll, zahlt bei Vermietung künftig derjenige, der ihn bestellt. Die Neuregelung der Maklerprovision wird die Mieter aber nicht entlasten, meint ein Großteil der Makler. Foto: Kzenon/fotolia.com Foto: Kzenon/fotolia.com

Mit der Einführung des sogenannten Bestellerprinzips will die Bundesregierung Mieter entlasten: Den Makler soll ab 1. Juni 2015 nur noch derjenige bezahlen, der ihn auch bestellt hat. Immobilienprofis sind indes skeptisch: Nur sieben Prozent von ihnen glauben, dass das Bestellerprinzip und die gleichzeitig von der Bundesregierung beschlossene Mietpreisbremse Mieter wirklich entlastet. 41 Prozent sind dagegen der Meinung, dass es nur vorübergehend zu einer Entlastung kommt. Die knappe Mehrheit, nämlich 52 Prozent, glaubt, dass Mietpreisbremse und Bestellerprinzip Mieter überhaupt nicht entlasten.

Neuregelung der Maklerprovision bringt Streit zwischen Mieter und Vermieter

Die große Mehrheit der Makler – 86 Prozent –  geht davon aus, dass Vermieter künftig selbst versuchen werden, ihre Immobilie zu vermarkten.  Auf Vermieter könnten so viele Aufgaben zukommen, die bislang vom Makler erledigt wurden: nicht nur Wohnungsbesichtigungen, sondern etwa das Ausfertigen des Mietvertrags und des Exposés. Nicht zuletzt haben Vermieter, die bisher mit Maklern gearbeitet haben, oft nur wenig Erfahrung, wenn es darum geht den richtigen Mieter zu finden. Knapp 80 Prozent der Makler sind daher davon überzeugt, dass es in Zukunft zu mehr Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermieter kommen wird.

Vermieter könnten Kosten auf Mieter umlegen

Das Bestellerprinzip sieht vor, dass Mieter einen Makler nur noch zahlen müssen, wenn sie ihn beauftragen und er explizit für sie eine Wohnung sucht. Wer künftig einen Mietvertrag für eine Wohnung abschließt, die im Auftrag des Vermieters von einem Makler vermittelt wurde, muss keine Courtage zahlen. In diesem Fall übernimmt der Vermieter die Provision. Viele Makler sind allerdings davon überzeugt, dass es für Mieter auch teuer werden könnte, wenn der Vermieter die Zahlung übernimmt: 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Vermieter das Geld, das er für den Makler ausgibt, auf die Miete umlegen wird. Letztendlich sei es doch wieder der Mieter, der auf den Kosten für den Makler sitzen bleibt.

08.04.2015


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15 Kommentare

vonschmeling am 17.11.2017 18:19

Ich halte insbesondere den Effekt, dass die Profis damit aus dem Vermietungsmarkt gedrängt werden, für schädlich, mehr noch als für die Vermieter für die Mieter, die ja mit dem Gesetz entlastet werden sollten. Prinzipiell eine faire... mehr

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Immowelt-Redaktion am 09.06.2015 13:58

Lieber Nisii_94,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Das Bestellerprinzip hat nichts mit Mietverträgen zu tun, sondern bezieht sich allein auf Maklerverträge. Ab wann die Wohnung gemietet oder wann der Mietvertrag unterzeichnet wird,... mehr

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Nisii_94 am 09.06.2015 13:17

Ich hätte eine wichtige Frage.

Seit dem 01.06 gilt ja das neue Gesetz.

Wie ist das wenn ich mir Mitte Mai eine Wohnung angeschaut habe, aber nichts unterschrieben habe zwecks Provision oder sonstigen?

Muss ich dann die... mehr

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