Nach dem Sturm: Wer bei Schäden am Haus zahlt

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Kurz vor Ostern bleibt es ungemütlich in Deutschland: Nach Tief „Mike“ tobt jetzt Sturmtief „Niklas“ übers Land. Im Flachland werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde erwartet. Vielerorts haben bereits umgefallene Bäume für Chaos gesorgt. Was Eigentümer wissen müssen, wenn ihr Haus vom Sturm beschädigt wird.

Sturm, Sturmschäden, Hausbesitzer, Foto: rayman7 / fotolia.com
Hat ein Sturm die Ziegel vom Dach gefegt, zahlt die Gebäudeversicherung. Foto: rayman7 / fotolia.com Foto: rayman7 / fotolia.com

In der Karwoche fegt ein Sturmtief nach dem anderen über Deutschland. Vielerorts hat das Unwetter schon gewütet, Bäume umgeknickt und Ziegel vom Dach gefegt. Das sollten Eigentümer wissen, wenn ihr Haus vom Sturm in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Haus nach möglichen Sturmschäden checken

Ist das Unwetter vorbei, sollten Hausbesitzer ihr Eigenheim nach möglichen Sturmschäden checken lassen, rät der Verband privater Bauherren:

  • Nachschauen, ob die Ziegel und die Sturmklammern noch an ihrem Platz sitzen. Hat das Dach noch keine Sturmklammern, sollten sie nachgerüstet werden.
  • Prüfen, ob die Dachziegel unbeschädigt sind. Feuchte Stellen innen weisen auf Dachschäden hin.
  • Hat der Sturm Schindeln oder Verkleidungen an Gauben oder Giebeln gelockert, sollten diese bald befestigt werden.
  • Prüfen, ob sich Laub in den Regenabflüssen gesammelt hat, und dieses entfernen.
  • Bei Flachdächern prüfen, ob alle Abflüsse frei sind.
  • Prüfen, ob die Regenrinnen und Fallrohre noch in Ordnung sind, oder ob Äste daran gescheuert haben.
  • Solaranlagenbesitzer sollten nachschauen, ob die Anlage Schaden genommen hat.
  • Balkontüren, Fenster und Rollläden prüfen. Starker Wind kann sie aus der Verankerung reißen.
  • Nachschauen, ob die Leitungen der Blitzschutzanlage noch fest auf dem Dach sitzen.
  • Prüfen, ob im Garten Zäune, Torpfosten und  Bäume noch sicher stehen. Sind Bäume bereits umgefallen, sollte nachgeschaut werden, ob ihre Wurzeln Strom- oder Gasleitungen beschädigt haben.
  • Falls an einer Stelle an der Fassade Wasser heruntergelaufen ist, prüfen, ob sich das Wasser ins Haus durchgedrückt hat. Das ist  häufig unter Fensterbrüstungen hindurch oder an Fenstern und Türen der Fall.
Achtung

Hausbesitzer sollten auf keinen Fall selbst versuchen, aufs Dach zu klettern. Viel zu groß ist dabei die Unfallgefahr. Die Schäden sollte man von einer örtlichen Handwerkerfirma ausbessern lassen.

Bei größeren Schäden sollte  zudem immer ein Bausachverständiger hinzugezogen werden. Dieser begutachtet den Schaden und weiß, welche Reparatur notwendig ist und  was man der Versicherung melden kann.

Gebäudeversicherung deckt Sturmschäden

Sturmschäden am Eigenheim zahlt in der Regel die Gebäudeversicherung. Hausbesitzer sollten daher rechtzeitig eine entsprechende Versicherung abschließen.

Schritte im Schadenfall:

  1. Versicherung informieren, am besten innerhalb einer Woche
  2. Schaden gründlich dokumentieren, fotografieren und filmen. Auch Nachbarn können als Zeugen aussagen.
  3. Reparaturen und Aufräumarbeiten sollten dann in Abstimmung mit der Versicherung erfolgen.
Info

Wichtig: Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDW) hat der Hausbesitzer nach einen Sturm meist eine sogenannte Schadenminderungspflicht. Das heißt: Er muss dafür sorgen, dass der entstandenen Schaden nicht noch größer wird und beispielsweise ein vom Sturm eingedrücktes Fenster mit einer Plane abdecken, damit nicht noch mehr Regenwasser ins Haus kommt.

Das zahlt die Versicherung

Die Gebäudeversicherung zahlt bei allen Sturmschäden, also wenn ein Baum aufs Hausdach fällt, Scheiben durch Wind bersten oder sich Dachziegel lösen. Wird allerdings der Keller überschwemmt, braucht man eine Elementarschadenversicherung.

Info

Wichtig: Versicherungen kommen für Sturmschäden erst ab Windstärke 8 auf. Das ist eine Windgeschwindigkeit von 62 bis 74 Stundenkilometern. Hausbesitzer können sich darüber beim Deutschen Wetterdienst  informieren.

Baumeigentümer haftet nicht immer

Fällt der Baum aus dem Nachbargarten aufs eigene Haus, haftet nicht automatisch der Baumbesitzer, betont Rudolf Stürzer, Vorsitzender des Eigentümerverbandes Haus und Grund München. Der Baumeigentümer müsse nur für den Schaden aufkommen, wenn er diesen verschuldet habe – wenn zum Beispiel erkennbar war, dass der Baum einem Sturm nicht mehr standhalten wird.

31.03.2015


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2 Kommentare

Immowelt-Redaktion am 01.04.2015 14:57

Sehr geehrter Herr Ketteniß,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Das kommt auf die Umstände an. Zunächst muss geprüft werden, ob der Baumeigentümer seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist oder nicht. Hat der Baumeigentümer den... mehr

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Erwin Ketteniß am 01.04.2015 13:30

Zu - Der Baumeigentümer haftet nicht immer:

Dieser Hinweis ist wenig hilfreich.

Wer muss denn z.B. für die Entsorgung des Baumes Sorge tragen, wenn die Wurzeln des Baumes noch beim Nachbarn sind und der Baum nur an meinem Haus... mehr

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