Mehr Geld für erneuerbare Energien: BAFA erhöht Förderung für Biomasse- und Solaranlagen

Lesermeinungen:  

(14)

Erneuerbare Energien zu nutzen wird ab dem 1. April 2015 deutlich attraktiver. Der Grund: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hat seine Förderrichtlinien überarbeitet und dabei die Förderung von erneuerbaren Energien verbessert. Unter anderem gibt es mehr Geld für Biomasse- und Solaranlagen.

Förderung, Solarthermie, Foto: Gyula Gyukli/fotolia.com
Die Förderung von erneuerbaren Energien wie Solarkollektoranlagen wird zum 1. April 2015 deutlich erhöht. Foto: Gyula Gyukli/fotolia.com Foto: Gyula Gyukli/fotolia.com

Erneuerbare Energien werden auch weiterhin gefördert. Zum 1. April 2015 tritt eine Novelle des sogenannten Marktanreizprogramms (MAP) der BAFA in Kraft. Profitieren können davon Immobilienbesitzer, die Solarkollektoren benutzen, um damit zu heizen – sie erhalten künftig mehr Geld. Zudem wird die Fördersumme für bestimmte Pelletöfen und Wärmepumpen erhöht.

Primär fördert die BAFA mit dem Programm die Errichtung von Anlagen im Gebäudebestand. Im Neubau ist die Förderung nur bei bestimmten Anlagentypen möglich, die als besonders innovativ gelten.

Erneuerbare Energien: Die wichtigsten Änderungen bei der Förderung

Bei fast allen Fördersegmenten werden zum 1. April die Fördersätze deutlich erhöht.

Diese Förderungen gibt es für Solaranlagen:

  • Wer Solarkollektoren nutzt, um damit zu heizen, bekommt künftig 2.000 Euro Basisförderung. Bislang waren es 1.500 Euro.
  • Wer mit dem Bau einer Solaranlage auch seine Heizung modernisiert, bekommt zusätzliche Boni. Für den Austausch eines Heizkessels beispielsweise bis zu 500 Euro.
  • Auch bei Bestandsgebäuden gibt es ab dem 1. April 2015 Geld für den Bau einer Solaranlage, wenn diese zur Warmwasserbereitung dienen soll: Für jeden angefangenen Quadratmeter Kollektorfläche 50 Euro, mindestens jedoch 500 Euro.
  • Bei der Förderung von Solaranlagen ist künftig nicht mehr nur die Größe der Anlage ausschlaggebend, sondern die tatsächliche Wärmeausbeute der Anlage.
  • Bislang wurden Solaranlagen nur bis zu einer Größe von 1.000 m² gefördert. Diese Höchstgrenze wird zum 1. April 2015 aufgehoben.
  • Gefördert werden nur Solarkollektoranlagen zur thermischen Nutzung, die entweder dazu dienen, Wasser zu erwärmen, zu heizen, solare Kälte zu erzeugen, Prozesswärme bereitzustellen oder Wärme oder Kälte einem Wärme- und/oder Kältenetz zuzuführen.

Diese Förderungen gibt es für Biomasseanlagen:

  • Geld gibt es für Kessel zur Verbrennung von Pellets und Hackschnitzel, für Pelletöfen mit Wassertasche, Kombinationskessel und für emissionsarme Scheitholzvergaserkessel. Ausgeschlossen sind dagegen reine Pelletöfen.
  • Erhöht wurde die Förderung für Pelletöfen mit Wassertasche. Künftig gibt es dafür mindestens 2.000 Euro, bisher waren es 1.400 Euro.
  • Bei Pelletkesseln steigt der Mindestfördersatz von 2.400 auf 3.000 Euro.
  • Bei Hackschnitzelanlagen beträgt die Mindestförderung weiterhin 3.500 Euro, bei Scheitholzanlagen 2.000 Euro. Auch hier gibt es bestimmte Boni für Antragsteller, die die Maßnahmen mit anderen kombinieren.

Diese Förderungen gibt es für Wärmepumpen:

  • Bei Wärmepumpen unterscheiden sich die Fördersumme je nach Art der Pumpe beziehungsweise Wärmequelle. So gibt es beispielsweise für eine elektrisch betriebene und leistungsgeregelte Luft/Wasser-Wärmepumpe eine Basisförderung von 1.500 Euro – zusätzlich gibt es auch hier verschiedene Boni.
  • Neu ist der sogenannte „Lastmanagementbonus“ – das bedeutet zusätzliches Geld für Anlagen, die die ökonomisch und ökologisch sinnvolle Verteilung der produzierten Energie erlauben.
  • Künftig wird einmalig ein Qualitätscheck bezuschusst. Dies ist frühestens ein Jahr nach Inbetriebnahme möglich.
  • Gefördert werden künftig auch Optimierungsanlagen bei bereits bestehenden Wärmepumpen.

Eine Übersicht über alle Fördersegmente finden Interessierte auf der Webseite des BAFA.

Wer und was gefördert wird

Antragsberechtigt ist grundsätzlich jeder Eigentümer, Pächter oder Mieter eines Grundstücks oder Gebäudes, auf oder in dem die Anlage errichtet werden soll. Mitfinanziert wird grundsätzlich die Errichtung oder Erweiterung von:

  • Solarkollektoranlagen
  • Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse
  • effiziente Wärmepumpen
  • Anlagen zur Nutzung der Tiefengeothermie
  • Nahwärmenetzen, die mit Wärme aus erneuerbaren Energien gespeist werden
  • besonders innovative Technologien zur Wärme- und Kälteerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland

Der Antrag auf den nicht rückzahlbaren Zuschuss muss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Zusätzlich zum BAFA-Zuschuss können Bauherren und Sanierer auch weiterhin zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse für ihre Bauprojekte bei der KfW-Bankengruppe beantragen. Antragsformulare können auf der Webseite der BAFA heruntergeladen werden.

Die Frist für die Antragstellung wird durch die MAP-Novelle von sechs auf neun Monate erweitert. Das bedeutet: Innerhalb von neun Monaten nach Inbetriebnahme einer Anlage muss der Antrag beim BAFA eingegangen sein.

30.03.2015


Ihre Meinung zählt

(14)
4.1 von 5 Sternen
5 Sterne
 
7
4 Sterne
 
4
3 Sterne
 
0
2 Sterne
 
3
1 Stern
 
0
Ihre Bewertung:

Diesen Artikel finden Sie auch in folgenden Themengebieten:

Tipps EigentümerTipps für VermieterUmwelt

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren

Neuen Kommentar schreiben

2 Kommentare

Immowelt-Redaktion am 02.04.2015 08:27

Sehr geehrter Herr Alisani,

vielen Dank für Ihren Kommentar. Aus der Ferne können wir leider nicht beurteilen, ob Sie für Ihren Heizkessel eine staatliche Förderung erhalten können. Informationen dazu erhalten Sie vom BAFA... mehr

auf Kommentar antworten

Kamber Alisani am 01.04.2015 16:27

Hallo.

Ich habe vor paar tage einen Heizkessel gekauft, und mich Interessiert, ob ich von der Stadtförderung Geld beantragen kann.

Der Heizkessel heißt Pelltech RSP.

Bitte um einen schnelle Antwort bzw Lösung.

Danke!.

Mit... mehr

auf Kommentar antworten