Maklerprovision: Zahlt der Vermieter jetzt immer? – Alles Wichtige zur Neuregelung der Maklergebühren

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Die Maklergebühren für Vermietungen werden ab heute neu geregelt. Künftig gilt: Wer bestellt, der bezahlt. Alles Wichtige, was Vermieter über das neue Gesetz wissen müssen, auf einen Blick.

Die Maklergebühren wurden neu geregelt. Das wirft bei vielen Vermietern Fragen auf. Foto: gpointstudio/fotolia.com Foto: gpointstudio/fotolia.com

Bei Maklerverträgen gilt ab heute: Wer bestellt, der bezahlt. Hier gibt es alle wichtigen Informationen zum neuen Gesetz, über die Vermieter Bescheid wissen sollten.

Ab wann gilt das neue Gesetz?

Das neue Gesetz tritt heute, am 1. Juni 2015, in Kraft. Es gilt bundesweit.

Wer zahlt in Zukunft die Maklergebühren?

Eigentümer, die ihre Wohnung vermieten wollen und dafür einen Makler beauftragen, müssen ab Juni 2015 die Provision selbst zahlen. Der Gesetzgeber hat ausgeschlossen, dass Vermieter die Maklergebühren hinterher an den Mieter weitergeben.

Es gibt aber auch künftig Fälle, in denen der Mieter die Provision zahlen muss. Nämlich dann, wenn er selbst ausdrücklich einen Makler beauftragt hat, für ihn eine Wohnung zu suchen.

Übergangsfristen hat der Gesetzgeber nicht vorgesehen: Mieter, die sich ab 1. Juni 2015 auf eine Immobilienanzeige beim Makler melden, müssen keine Provision zahlen. „Auch nicht, wenn Eigentümer und Makler den Maklervertrag beispielsweise schon im April geschlossen haben“, sagt  Gerold Happ, Geschäftsführer Immobilien- und Umweltrecht vom Eigentümerverband Haus & Grund.

Wie hoch darf die Maklergebühr sein?

Es ist nicht gesetzlich festgeschrieben, wie viel Provision der Makler von einem Eigentümer verlangen kann.

Kann der Vermieter die Maklerprovision auf den Mieter umlegen?

Vermieter können die Maklerkosten in Zukunft nur sehr begrenzt auf die Miete anrechnen. Einen Aufschlag in Form einer Mieterhöhung begrenzt vor allem die Mietpreisbremse. Demnach darf die Miete für neuvermietete Immobilien in Gegenden mit einem angespannten Wohnungsmarkt maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

Auch wird es schwierig sein, die Maklerkosten zum Beispiel über höhere Ablösezahlungen, etwa für eine Einbauküche, zurückzuholen. Das Wohnraumvermittlungsgesetz legt nämlich fest, dass Entgeltvereinbarungen unwirksam sind, wenn diese in „auffälligem Missverhältnis zum Wert der Einrichtung“ stehen. Die Rechtsprechung nimmt ein krasses Missverhältnis an, wenn die Ablöse mehr als 50 Prozent über dem tatsächlichen Wert des Einrichtungsgegenstandes liegt.

Praxis-Tipp

Maklergebühren von der Steuer absetzen

Vermieter, die einen Makler beauftragen und bezahlen, können die Gebühren komplett beim Finanzamt geltend machen.

Warum sich ein Makler auch in Zukunft noch lohnt

Trotz der neuen Regelung kann es sich für einen Vermieter auszahlen, wenn er die Dienste eines Maklers in Anspruch nimmt. Denn hinter den meisten Vermietungen steckt ein enormer Arbeits- und Organisationsaufwand. Gerade in Ballungsgebieten kann es schon mal vorkommen, dass sich auf eine Wohnungsanzeige am Tag über 50 Interessenten melden. Immobilienprofis vermarkten nicht nur die Immobilie und schalten die Inserate, sondern koordinieren auch die Besichtigungen und führen eine Vorauswahl der Mietinteressenten durch. Zudem können Immobilienexperten Vermieter bei vielen rechtlichen Fragen – zum Beispiel zum Energieausweis – unterstützen. Das spart dem Vermieter eine Menge Zeit, Nerven und auch Geld.

* Text wurde am 1. Juni 2015 aktualisiert

01.06.2015


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75 Kommentare

Labrador#1 am 27.02.2018 14:22

Guten Tag,

in Baden-Baden gibt es eine Maklerin, die grundsätzlich 2 Monatesmieten vom Mieter verlangt. Wir haben 2 Angebote von ihr erhalten und jedes Mal war es so angeben. Bei einer Wohnung hatte sie einen Kompromissvorschlag... mehr

auf Kommentar antworten

Hans am 08.01.2018 17:34

Guten Tag,

ich habe einen Mietvertrag als Mieter abgeschlossen und jetzt eine Rechnung vom Makler bekommen über 80euro Besprechungsgebühren? (Ich habe den Makler nicht beauftragt) Ist dies rechtens?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 09.01.2018 08:21

Hallo Hans und vielen Dank für Ihren Kommentar,

laut Wohnungsvermittlungsgesetz dürfen Makler vom Mieter nur dann eine Provision verlangen, wenn sie von diesem auch beauftragt worden sind. Darüber hinaus regelt das Gesetz, dass sie... mehr

AnaD70 am 01.01.2018 12:32

Hallo ,

leider habe ich noch immer nicht verstanden , wenn ICH eine Immobilie KAUFE, zahlt auch denn der VERKAEUFER den Immobilienmaklter ?

auf Kommentar antworten

Immowelt-Redaktion am 02.01.2018 16:33

Hallo AnaD70,

vielen Dank für deine Frage. Das Bestellerprinzip gilt nur bei der Vermietung von Wohnimmobilien. Das heißt, nur dort muss immer der Vermieter die Maklerprovision bezahlen. Beim Verkauf einer Immobilie kommt es auf die... mehr

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