Klage gegen das Bestellerprinzip – Makler sammeln Geld

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Das Bestellerprinzip ist beschlossene Sache – eine Gruppe von Maklern will sich aber nun gegen das geplante Gesetz zur Wehr setzen und strebt eine Klage an. Die Prozesskosten schätzen die Initiatoren auf rund 100.000 Euro. Um an das Geld zu kommen, ruft die Klägergruppe nun zu Spenden auf. Unterstützt werden die Makler vom Bundesverband für die Immobilienwirtschaft (BVFI).

Bestellerprinzip, Klage, Foto: Kzenon / fotolia.com
Eine Gruppe von Makler strebt eine Klage gegen das Bestellerprinzip an. Foto: Kzenon / fotolia.com Foto: Kzenon / fotolia.com

Noch ist das Bestellerprinzip nicht in Kraft getreten, schon drohen die ersten Klagen: Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hat bereits vor einigen Wochen angekündigt, Verfassungsbeschwerde einzureichen. Einen Schritt weiter gehen will jetzt eine Solidargemeinschaft aus Maklern. „Wir planen nicht nur eine Klage vor dem Bundesgerichtshof, wir wollen auch einen einstweiligen Rechtsschutz gegen das Bestellerprinzip durchsetzen“, sagt Bettina Schönhoff, Maklerin aus Seevetal bei Hamburg und eine der Initiatoren der Aktion. Außerdem werde geprüft, ob das Gesetz gegen EU-Recht verstößt. Vertreten werden soll die Klägergruppe von der international tätigen Kanzlei Rödl aus Hamburg.

100.000 Makler werden angeschrieben

Um die Prozesskosten von etwa 100.000 Euro zusammenzubekommen, setzen die Initiatoren auf Spenden. In den kommenden Tagen sollen daher 100.000 Makler aus Deutschland angeschrieben werden. Wer mitmachen will, muss mindestens 100 Euro überweisen, heißt es auf einer Infoseite zur Aktion. Ab einem Prozesskostenbeitrag von 500 Euro kann eine Rückzahlung der „überzahlten Prozesskosten“ erfolgen, sobald der Prozess beendet ist.

BVFI unterstützt Klage

Unterstützt werden die drei Initiatoren vom BVFI sowie von etlichen Aktivisten auf Facebook. BVFI- Vorstand Helge Ziegler soll die Zahlungseingänge und Ausgaben kontrollieren. Laut Schönhoff sind in den ersten Tagen bereits 2.000 Euro auf das Konto eingegangen. „Mündlich habe ich schon 30.000 Euro zugesagt bekommen.“ Zugriff auf das Konto hätten aber ausschließlich die beauftragten Rechtsanwälte.

Zunächst soll nun eine Expertise erstellt werden, in der geklärt wird, ob gegen das Bestellerprinzip ein einstweiliger Rechtsschutz durchgesetzt werden kann.

17.03.2015


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28 Kommentare

anonym am 22.04.2015 16:27

Mittlerweile freu ich mich auf das Bestellerprinzip:

Die Mieten werden sich innerhalb von geschätzten zwei Jahren auf europäisches bzw. internationales Niveau erhöhen.

Bei jedem Mieterwechsel wird die Maklerprovision auf die Miete... mehr

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Karlsruher Abgezockte vom Makler am 21.04.2015 16:37

Ganz ehrlich es wird Zeit. Bei uns bestehen 80 % der Makler aus Nichtstuern. Sie pflegen nichtmal die Inserate auf Immobilienscout24. Und dafür sind die teilweise kanpp 3000 Euro einfach nicht gerechtfertigt. Viele zeigen nichtmal die... mehr

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Sessionale am 14.04.2015 12:57

Ärger hin, Ärger her, das Bestellerprinzip wird kommen. Ohnehin steht die Maklerbranche vor weit größeren Baustellen: Werden die großen Immobilienportale im Verbund mit den aufkommenden Direktvermittlern den Makler aus dem... mehr

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