BGH verhandelt über Schallschutz: Nachbar muss lauteres Parkett hinnehmen

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Ein Wohnungsinhaber muss es dulden, wenn der über ihm lebende Bewohner den Bodenbelag wechselt und sich der Trittschall dadurch erhöht. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil (Az.: V ZR 73/14) entschieden. Grundsätzlich müssten die Schallschutzwerte eingehalten werden, die zu der Zeit galten, als das Gebäude errichtet worden ist.

Schallschutz, Teppich, Trittschall, Foto: Kzenon / fotolia.com
Schallschutz: Ein Teppich schluckt Geräusche eher als ein anderer Bodenbelag. Foto: Kzenon / fotolia.com Foto: Kzenon / fotolia.com

Ist ein Haus hellhörig, spielt es oft eine große Rolle, welcher Boden in den Wohnungen verlegt ist. Ein Teppich schluckt die Geräusche beispielsweise eher als ein Parkett. Bewohner müssen es allerdings hinnehmen, wenn der Nachbar in der Wohnung darüber seinen Bodenbelag austauscht und die Trittgeräusche dadurch lauter werden. Das entschied der BGH am 27. Februar 2015.

Ein Rentner-Ehepaar hatte gegen die über ihnen wohnenden Eigentümer geklagt. Diese hatten den alten Teppich in einer Wohnanlage aus den 1970er Jahren herausgerissen und durch ein Parkett ersetzt. In der unteren Wohnung waren die Trittgeräusche von oben nun verstärkt zu hören.

Es gelten Schallschutzwerte aus Baujahr

Das Landgericht Itzehoe wies die Klage ab. Die Begründung des Gerichts: Grundsätzlich müssten die Schallschutzwerte eingehalten werden, die zu der Zeit galten, als das Gebäude errichtet worden ist. Die Belästigung im vorliegenden Fall lag noch unter der Trittschallgrenze von damals 63 Dezibel und sei somit zumutbar. Der BGH sah das genauso. Zudem dürfe jeder Eigentümer selbst entscheiden, welchen Bodenbelag er für seine Wohnung wählt, so die BGH-Richter.

27.02.2015


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1 Kommentar

Jänchen am 01.06.2018 09:19

Die Sanierung einer Stellwand zwischen zwei Wohnungen, anbringen von Schallschutz, gehört das zum Gemeinschafteigentum oder Sondeneigentum.

auf Kommentar antworten

Immowelt Redaktion am 01.06.2018 11:25

Hallo Jänchen,

was meinen Sie mit Stellwand? Wände zwischen getrennten Wohneinheiten gehören zum Gemeinschaftseigentum.

Herzliche Grüße,

die Immowelt Redaktion