Die Traumwohnung für den Mieter finden: Wie Immobilienprofis als Suchmakler vom Bestellerprinzip profitieren können

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Kommt das Bestellerprinzip, lohnen sich Vermietungen nicht mehr – so die Meinung vieler Makler. Immobilienexperte Armin Nowak aus Berchtesgaden sieht das anders. Seine Theorie: Wer sich zum reinen Suchmakler spezialisiert, wird auch in Zukunft mit Mietwohnungen Geschäfte machen und von Mietern Provision bekommen.

Suchmakler, Traumhaus, Makler, Bestellerprinzip, Foto: imago/Westend61
Suchmakler suchen und finden das Traumhaus für Mieter – so die Theorie von Immobilienexperte Armin Nowak. Foto: imago/Westend61 Foto: imago/Westend61

Das geplante Bestellerprinzip sieht vor, dass derjenige den Makler zahlt, der ihn bestellt hat. Doch damit nicht genug: Wird der Makler von einem Mieter beauftragt, muss er explizit für diesen eine Wohnung suchen – nur dann hat er Anspruch auf Provision. Immobilien aus seinem Bestand oder aus der Datenbank darf der Makler dem Mieter nicht anbieten. Aus diesem Grund haben bereits viele Immobilienprofis angekündigt, ihre Mietobjekte zu reduzieren. Es gibt aber einen Weg, um weiterhin mit Vermietung Geschäfte zu machen und auch vom Mieter Provision zu bekommen, sagt Immobilienmakler Armin Nowak aus Berchtesgaden: „Makler sollten sich in Zukunft als reine Suchmakler spezialisieren.“

Suchmakler, so die Vorstellung von Nowak, nehmen nur Aufträge von Mietinteressenten an, haben selbst keinerlei Mietwohnung im Angebot und nehmen auch keine Mietwohnungen von Vermietern an. Sie kümmern sich individuell um den Mieter und suchen seine Traumwohnung für ihn – so, wie in der Fernsehserie „Mieten, Kaufen, Wohnen“ dargestellt.

Wie kommt der Suchmakler an Objekte?

„Suchmakler können für ihre Mandanten bei Wohnungsunternehmen oder bei Hausverwaltern gezielt nach Mietwohnungen suchen“, sagt Nowak. Der Makler könne als Interessensvertreter eines bestimmten Mietinteressenten auch Privatpersonen anrufen. „Das ist dann im rechtlichen Sinn auch keine verbotene Kaltakquise, da der Makler nicht an der Wohnung interessiert ist, sondern nur für seinen Mandanten sucht. Sozusagen als dessen Bevollmächtigter.“

Armin Nowak, Foto: privat
Immobilienexperte Armin Nowak aus Berchtesgaden. Foto: privat Foto: privat

Mit Maklerkollegen zusammenarbeiten

Möglich wäre es auch, die Mietobjekte von Maklerkollegen anzubieten, die dann ihrerseits die Provision vom Vermieter erhalten, sagt Nowak. „Insgesamt wäre es dann für beide Makler eine Win-Win-Situation.“ In der Regel würden 4,76 Nettomonatsmieten vereinnahmt, wovon jeder Makler von seinem Auftraggeber 2,38 Nettomonatsmieten erhalten würde. „Maklerunternehmen könnten auch Subunternehmen gründen. Die eine Firma arbeitet wie bisher als Objektmakler und vermarktet die Wohnungen von Vermietern, die andere Firma arbeitet als Suchmakler. Die beiden Firmen könnten so auch voneinander profitieren.“

Suchmakler führt keinen Bestand

Doch was passiert, wenn der Makler für den Mietinteressenten eine Wohnung findet, die dieser dann doch nicht will? Darf der Makler die Wohnung dann einfach einem anderen Mieter anbieten? Im aktuellen Gesetzentwurf steht nämlich geschrieben, dass Makler eben nicht ein und dieselbe Wohnung mehreren Mietinteressenten anbieten dürfen. Nowak entkräftet dieses Argument so: „Da der Suchmakler gar keinen Bestand führt, kann er eine Wohnung gar nicht in seine Datenbank aufnehmen. Er sucht also immer für jeden Mandanten ganz konkret und kann somit auch eine Wohnung, die jemand nicht möchte, einem anderen Interessenten anbieten.“

Nowak ist sich sicher, dass der Suchmakler der Zukunftsberuf in der Maklerbranche ist. Zumindest in Ballungszentren mit geringem Immobilienangebot. „Jemand, der von Hamburg nach München ziehen muss, beauftragt doch gerne einen Makler, wenn er weiß, dass er selbst bei der Suche keine Arbeit hat und genau das bekommt, was er sucht.“ 

Noch hat sich Nowaks Theorie in der Maklerbranche nicht durchgesetzt. Viele glauben, dass sich der Aufwand nach Kosten-Nutzen-Analyse nicht lohnt. Eine weitere Befürchtung: In Gegenden mit ausgeglichenem Angebot hat der Suchmakler wenige Chancen passende Kunden zu finden.

06.02.2015


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23 Kommentare

Thomas Schöffel, BIKA-Immobilien, Hattersheim am 10.04.2015 14:04

Ich bin gelernter Kaufmann der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft und seit 19 selbständiger Immobilienmakler. In Mitteldeutschland beispielsweise bekommen wir unsere Aufträge vom Vermieter, der uns dort natürlich auch bezahlt. Das... mehr

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Suchmakler kommt am 10.04.2015 11:32

Der Suchmakler wird kommen und ist in anderen Ländern bereits usus, genauso wie in Duetschland in weniger nachgefragten Gegenden. Er wird mit erfolg oder nach Stunden bezahlt. Er wird sich in der Region in der er scuht gut auskennen... mehr

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Barretta am 07.04.2015 18:50

So ein Blödsinn!! Wer will dem Makler denn nachweisen, dass er die Wohnung schon kannte, wenn dieser vorgibt Sie in Folge des ihm schriftlich vorliegenden Suchauftrags des Mieters gesucht und gefunden zu haben? Und wer will überprüfen,... mehr

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